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Rezension : „Hm, lecker“ - Biolek kocht in der Computer-Küche

  • -Aktualisiert am

Bild: Systhema

Mit der CD-ROM „Meine Rezepte“ macht Hobbykoch Alfred Biolek dem Nutzer den Mund wässerig. Kochtipps vom Feinsten.

          Wer nicht so prominent ist, dass er auf einen Gastauftritt bei „Hm, lecker“-Koch Alfred Biolek hoffen kann, aber dennoch einmal mit ihm am Herd stehen möchte, zu dem kommt Bio auch nach Hause - virtuell. Auf der CD-ROM „Meine Rezepte“ zeigt der Promikoch Bewährtes aus der Kochkladde - seinem persönlichen Kochbuch.

          In dem wundersamen „Büchlein“ stehen viele erstaunlich einfache Gerichte, von denen Fernseh-Koch Biolek behauptet, dass sie auch seinen Gästen schmecken. Getreu dem Motto „Vom Einfachsten das Beste“ gibt es vom Aperitiv bis zum Dessert einfach alles. Auch ohne große Küchenerfahrung sollen ganze Menüs planbar werden. Im Vergleich zum 1995 vom deutschen Buchhandel ausgezeichneten Buch schneidet die CD-ROM gut ab. Denn „Zutaten“ wie animierte Videoclips mit digitalem Biolek, variable Rezepte und leichter Zugriff auf die Auswahl samt hauswirtschaftlichen Kniffen machen Lust auf Küche.

          Extrakapitel mit Insiderwissen

          Kleine Schönheitsfehler wie das Verrutschen der Tonspur schaden der Sache nicht. Ins Gewicht dagegen fällt, dass die Videos zu Bios Kochtheorien nach einigen Momenten abbrechen. Im Übrigen zeichnet sich das Programm durch liebevolle Gestaltung und funktionalem Aufbau aus. Hinter 14 kleinen Bildern, auf denen Bio in sämtlichen Küchensituationen „Hms“ von sich gibt, verbergen sich kulinarische Bereiche wie Geflügel oder Fisch. Ein Mausklick auf Bios Nase - und der Kochlehrling am PC hört eine kurze Einführung zum jeweiligen Thema, danach geht es mit einer Reihe von Rezepten weiter.

          Zu jedem Gericht hat Bio einen Tipp parat, der geschmackvolle Variationen oder Kniffe beim Zubereiten verrät. Ein Extrakapitel enthält überhaupt nur das Insiderwissen Bios: Wie zum Beispiel Tomaten fachgerecht enthäutet werden oder die Sabajon eloquent aufgeschlagen. Auch den Getränken widmet er sich gebührend; seine Gäste empfängt der Promikoch zu Hause mit einem Glas Champagner, aber auch der für den Hauptgang vorgesehene Weißwein ist als Aperitiv möglich. Bei der Empfehlung für den passenden Wein zum Gericht überrascht Bio mit der Meinung: Erlaubt ist, was schmeckt. Denn ein guter Geschmack weise den richtigen Weg, was auch immer die Konvention vorschriebe.

          Lungenbraten nach Mutter Bio

          Alle Rezepte von A bis Z gibt es mit den Zutatenmengen für vier, sechs und acht Personen. Die auf dem Cover angekündigte Einkaufszettelfunktion, mit der „im Handumdrehen“ die Zutaten zusammen gestellt werden können, verbirgt sich jedoch so gut, dass sie vielleicht auch überhaupt nicht gefunden wird. Praktisch und leicht zu bedienen ist dagegen die Funktion, von einer beliebigen Zutat aus Vorschläge für das Hauptgericht zu bekommen, in dem diese Zutat enthalten ist.

          Bio schöpft aus seiner 30-jährigen Kocherfahrung. Die Rezepte sind weder regional noch besonders exotisch. „Schnelle Gerichte, die trotzdem etwas hermachen“, meint Biolek. Die digitalen Kapitel entsprechen dem Inhalt des Buches: Vorspeisen und Salate, Gemüse und Beilagen, Gelügel, Pasta und Risotto und natürlich auch Süßes. In seiner ganz persöhnlichen, kulinarischen Hinterlassenschaft finden sich sogar Rezepte von Mutter Biolek: Lungenbraten nach Mama - Geschmackssache.

          Systhema: Alfred Biolek - Meine Rezepte, München, 1998, DM 29,50 / EUR 15,08, Windows 3.1 oder 95

          Quelle: @kaju

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