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Rechtsterrorismus Wo alles begann

25.11.2011 ·  Bevor aus Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe eine rechte Terrorzelle wurde, sind sie alle im selben Viertel aufgewachsen: Jena-Winzerla. Unser Autor lebt seit zwanzig Jahren dort.

Von Günter Platzdasch
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Ich lebe seit den neunziger Jahren in dem neuesten, teilweise erst nach der Wiedervereinigung fertiggestellten Neubaugebiet Jenas: in Winzerla, wo Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Z. und auch der in Niedersachsen als Komplize des Trios verhaftete Holger G. sich trafen.

Ende 1991 hat ein Freund ein Foto geknipst, das einen freundlich dreinblickenden, mit schwarz-rot-goldenen Hosenträgern ausgestatteten Mundlos bei der Eröffnung des Winzerlaer Jugendclubs neben einem elf Jahre älteren Bärtigen mit längerem Haar zeigt. Zwanzig Jahre später ist Mundlos tot, der Ältere, damals der junge Sozialdezernent Jenas, ist inzwischen Professor für "Theorie und Praxis der Pflege" an der Fachhochschule Jena und damit Kollege von Mundlos' Vater, der dort Informatik lehrt.

"Wanderer, kommst Du nach Winzerla ..., halt Deine Seele fest! Die riesige Plattenbausiedlung, in der das Mörder-Trio großwurde, klebt wie ein Katarakt von Sperrriegeln gegen einen imaginären Feind am Waldesrand. Ein gruseliger Ort zum Leben." So schrieb dieser Tage Reinhard Mohr, der aus dem links-alternativen Frankfurt-Bockenheim nach Berlin in den Bionade-Biedermeier des Prenzlauer Bergs übersiedelte, nach einem Blitzbesuch in der "Welt" über unseren Stadtteil, das Terroristennest. Für die ZDF-Sendung "aspekte" fuhr der Schriftsteller Steven Uhly mit dem Intercity für ein paar Stunden von München nach Jena, seine Rückreise am selben Tag wird gefilmt als Flucht aus diesem "Teil der ostdeutschen Angstzone".

Bevor ich nach Winzerla kam, war ich gewarnt. Am 10. Februar 1990 zeigte der DDR-Regisseur Roland Steiner im legendären Hörsaal VI der Frankfurter Universität seinen 1986 begonnenen, 1989 vollendeten Defa-Dokumentarfilm "Unsere Kinder". Über Neonazis, Skinheads, Punks und Grufties in der DDR und warum Jugendliche ihrem Land eine Kampfansage machten. Kurz darauf zog ich nach Jena, getrieben von Neugier und Nostalgie. In Eisenach geboren, geriet ich als Sechsjähriger nach Westdeutschland. In Frankfurt am Main meldete ich mich nach dem Mauerfall bei meinem Arbeitgeber, einem Sozialverband, um als juristischer "Aufbauhelfer" in den Osten zu gehen. Heute erinnern mich in Winzerla nur noch ein paar unsanierte Fenster in der Anna-Siemsen-Straße an diese Zeit.

Der Waffenschmuggler saß womöglich im Ortsrat

Winzerla mit seinen rund 12 000 Einwohnern erhält Förderungen aus dem Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Die soziale Stadt", und wer genauer hinschaut, sieht ein inzwischen auch bei Studenten begehrtes Wohngebiet (Leerstand unter ein Prozent), Bevölkerungsbefragungen widerspiegeln eine hohe Zufriedenheit, hier sind sogar mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt als im Durchschnitt des Stadtgebiets, modern und farbenfroh saniert sind Schulen, Kita und Altenheim, gerade eröffnete ein Jugendklub-Neubau. Einrichtungen, auf die man aus mancher Westkommune neidisch blicken kann. Im Ortsteilraten geben wir seit Jahren Geld für Auschwitz-Fahrten von Schülern, ein Kinder-Ortsteilrat tagt, und Bürger, die noch nie etwas von "urban gardening" oder "guerrilla gardening" gehört haben, planen Gärten in Winzerla, allmonatlich liegt in allen Briefkästen die kostenlose Stadtteilzeitung. In Winzerla, dessen maximal fünf- bis sechsgeschossige Gebäude durch die idyllische Hanglage - der Ortsname geht auf Weinanbau zurück - optisch unterschiedliche Gebäudehöhen suggerieren, wird man an die Gartenstadtbewegung erinnert. "Elfgeschosser" gibt es nicht, hier will keiner hoch hinaus.

Als 1999 unsere Tochter geboren wurde, da war das infernalische Trio gerade in den Untergrund abgetaucht, konnten wir im Umkreis von fünf Minuten Fußweg zwischen vier Kindertagesstätten wählen, darunter sogar eine städtische Montessori-Kita. Wahlen mit normaler Wahlbeteiligung gewinnen in Winzerla SPD und Linkspartei, eine über Platon und Aristoteles promovierte Philosophin aus Winzerla sitzt als direkt gewählte Abgeordnete in der Linksfraktion des Erfurter Landtags.

Aber war nicht Ralf W., über dessen Rolle im Umfeld des Todestrios gerätselt wird, hier im Jahr 2000 in den Ortschaftsrat gewählt worden? Ja, er kandidierte als Parteiloser, und bei einer Wahlbeteiligung von acht Prozent reichten 111 Stimmen der 9757 Wahlberechtigten für seinen Einzug in den Rat, wo er normal in die Ortschaftsarbeit, Straßensanierung und Hundekot auf Spielplätzen, einbezogen wurde und nie durch rechtsradikale Aktivitäten auffiel. An diesem Dienstag hat die Polizei Ralf W. festgenommen. Er soll dem Zwickauer Trio eine Schusswaffe und Munition verschafft haben, im Jahr 2001 oder 2002.

„Die Jugend, die keiner will“

Die Ableitung des Rechtsradikalismus aus der "Platte" sagt eher etwas über den West-Blick. In DDR-Zeiten waren die heute meist wieder adrett hergerichteten Innen- und Altstädte die Gegenden, aus denen man in Plattenbauten ("Neubauwohnungen") floh. Als ich in Winzerla einzog, traf ich überall junge Familien, es war statistisch der jüngste Stadtteil Jenas und sozial bunt durchmischt. Ich plauderte mit dem Staatsrechtsprofessor nebenan oder dem Chef aller Rot-Kreuz-Einrichtungen in Jena und Umgebung. Ich lernte die Brüder Gunther und Thomas Elstner kennen, die im Februar 1990 die erste Gewerbegenehmigung für einen privaten Autohandel in der DDR erhielten und in Winzerla ein Mazda-Autohaus aus dem Boden stampften. In meiner jetzigen Wohnung quartierte der Carl-Zeiss-Sportverein Anfang der neunziger Jahre teilweise später berühmt gewordene Fußballspieler ein. Ein Qualitätsmanager des neuen BMW-Werks in Leipzig wohnte noch lange hier, bevor er, wie viele junge Familien, "die Platte" verließ und in sein neues Eigenheim einzog.

Mag sein, dass gerade in so einem "jungen" Stadtteil in der Nachwendezeit, als fast alle Erwachsenen sich beruflich, politisch und überhaupt im Alltag neu organisieren mussten, viele Jugendliche auf der Strecke blieben und fragwürdige Milieus bei der Orientierungssuche, unbeachtet und ungestört, gedeihen konnten. Anfang der Neunziger hatte ich Andy, einen Zivildienstleistenden, als Fahrer. Er war DDR-Modellbaumeister und erzählte mir, wie er mit seinem Hobby viel Geselligkeit hatte, in "der Republik" herumkam. Als mit dem Ende der DDR die "Gesellschaft für Sport und Technik" als angeblich rein paramilitärische Organisation aufgelöst wurde, fiel ihm sein billiges Hobby weg. Er war froh, dass dies zum Ende seiner Jugendzeit geschah, erzählte aber traurig von seiner jüngeren Schwester, die kenne keine Kameradschaft mehr und hocke nachmittags nur noch allein in der Wohnung vor Fernsehapparat und Videorecorder; ein jüngerer Bekannter sei bei den Skinheads "im Neubaugetto" gelandet, die einzige Clique, in der man dort noch ein Gemeinschaftserlebnis haben könne. Auf dem Jenaer Weihnachtsmarkt verteilte die rechte Szene 1999 ein "Denkanstöße" betiteltes Flugblatt, auf dem stand: "Aber wer sind diese Rechten wirklich? Es ist die Jugend, die keiner will."

Wendekarrieren vom Parteisekretär zum Immobilienmakler

Wer im Westen als zorniger Junger oppositionell wurde, musste links werden. In der DDR waren aber Kommunisten an der Staatsmacht, und die Mitläufer des Systems gebärdeten sich "fortschrittlich". Der DDR-Schriftsteller Klaus Schlesinger warnte uns westdeutsche Linke einmal davor, in jedem DDR-Schüler, der irgendwo ein Hakenkreuz ins Holz geritzt hat, gleich einen "Fascho" zu sehen. Das sei eben die größtmögliche Provokation in einem Staat mit verordnetem Antifaschismus. "Was verboten ist, das macht uns grade scharf", sang Wolf Biermann Mitte der Sechziger in Ost-Berlin.

Anfang der Neunziger standen in Jena Eltern vor den Trümmern des Aufbruchs unter kommunistischem Vorzeichen, die Sowjetarmee war noch mitten in der Stadt stationiert. Neben der Bundesstraße am Waldesrand standen die glorreichen Befreier, Sowjetoffiziere, die Zigarettenstangen und Wodka feilboten. Ein mit 15 Kindern besetzter Schulbus der Sowjetarmee ist in Jena von Jugendlichen Ende Oktober 1991 mit Steinen beworfen worden. Eine russische Mitreisende nach Frankfurt berichtete mir, dass ihr beim Einkauf von Reiseproviant im Sowjetarmeeladen von einem anderen Kunden eine Makarow-Pistole angeboten worden sei. Vorm Abzug der Sowjetarmee war Tag und Nacht zu hören, wie Munitionsbestände verballert wurden; gut möglich, dass Rechtsradikale hier etwas zum Einsammeln fanden. Viele Eltern und Lehrer erschienen als Wendehälse oder tragische, arbeitslose Figuren, die für die Jugend zur Orientierung nicht taugten. In Jena wurden aus Stasi-Offizieren Immobilien- und Versicherungsmakler. Der letzte SED-Parteisekretär der Universität tauchte als Autohausinhaber wieder auf und avancierte bis zum Vorsitzenden des deutschen Honda-Händlerverbands.

Rechtsradikale waren auch DDR-Eigengewächse

Mich erstaunte nicht, wenn da in Zeiten nationaler Euphorie Jugendliche sich vom linken Erbe abwandten. Wer noch ein Jahr zuvor für Äußerungen wie "Mauer weg!" inhaftiert wurde, mochte auch andere bis dato als "rechts" rubrizierte Forderungen für richtig halten. Aber antikapitalistisch blieb, bei all dem beigemischten Rassismus, ihr Interesse am - von ihnen halluzinierend idealisierten - National-Sozialismus, über den in DDR-Zeiten (und wohl auch bei ihren von dort herkommenden Nachwendelehrern) nur in gestanzten Parolen gesprochen wurde. Es gab in Jena, das gerade dem "antifaschistischen Arbeiter-und-Bauern-Staat" entschlüpft war, mal verblüffende, mal schockierende Arg- und Ahnungslosigkeit im Umgang mit dem Nationalsozialismus. Nur so kann ich mir erklären, dass das Ordnungsamt an Böhnhardt das Autokennzeichen "J-AH 41", das auf Adolf Hitler und den Kriegsbeginn deutet, ausgab. Aber noch Anfang der Neunziger fuhren in Jena etliche Autos, deren aus der DDR stammendes Schild mit "NS" begann (Jena gehörte zum den Buchstaben "N" tragenden Bezirk Gera). Mich schockierte als ich im Januar 1991 ankam, wie stets vom "KZ" gesprochen wurde, wenn das inzwischen längst abgerissene Kulturzentrum gemeint war.

Es fiel "den Altlinken schwer einzugestehen, dass die neuen, national-revolutionären Neonazis kein Import aus dem ,faschistoiden' Westen waren, sondern direktes Produkt eines totalitären Systems, dem man gerade noch viel Sympathie entgegengebracht hatte", kritisierte Anetta Kahane in der "tageszeitung" vor wenigen Tagen "westdeutsche Antifaschisten", die "uns im Osten rasch (erklärten), was es mit den Neonazis auf sich hätte".

Man dachte, es seien nur Spinner

Ja, es gab in Jena rechtsradikale Übergriffe auf "Fremde", das konnten Ausländer oder Punks sein. Im Tagebuch notierte ich schon im April 1991 den Bericht der Schneiderin Annette, die überfallen worden war, 1998 erschien in der Lokalpresse der Bericht über einen Überfall am Winzerlaer Jugendklub "Hugo" auf die Tochter von Freunden. Im Jahr 2000 wurde ich Zeuge, wie ein junger "Bild am Sonntag"-Verkäufer einen Dunkelhäutigen so beschimpfte und bedrängte, dass dieser auf ein Firmengelände flüchtete, meinen Kinderwagen schiebend, ging ich dazwischen. Es gab schamloses Zurschaustellen der Gewaltbereitschaft, es gab ein Machtvakuum durch Personalüberprüfungen und -auswechselungen, teilweise einen Stillstand der Rechtsprechung. Erst 1992 wurden 148 Richter und Staatsanwälte, auf Probe, berufen. Entsprechend seiner Größe hätte Thüringen im Vergleich zu den Altländern aber über 800 verfügen müssen. Jede siebte Sparkasse im Osten wurde innerhalb eines Jahres überfallen. Die heutige Pressesprecherin der Stadt Jena berichtete als Journalistin über die Jenaer Kriminalpolizei ("K") Anfang der Neunziger: "Gesetzestexte werden von Bekannten aus Koblenz geholt und mal hier, mal dort vervielfältigt. Viele ,K'-Mitarbeiter haben nicht mal ein Ortsnetztelefon an ihrem Arbeitsplatz, sollen aber Zeugen anrufen." Es gab gewiss ein Übersehen rechter Umtriebe, vielleicht auch in der Hoffnung, der Spuk sei als Auseinandersetzung rivalisierender Jugendszenen bald vorüber, aber es gab nicht das jetzt mitunter behauptete Wegsehen des Staates. Als ich 1998 Jugendliche anzeigte, die einen Badesee mit blutrünstig-rassistischer, volksverhetzender Musik ungeniert aus Autolautsprechern, damit leicht identifizierbar, beschallten, wurde der Vorfall von der Kriminalpolizeiinspektion Jena "ausermittelt", und die Clique kam vor den Kadi.

Aber im Rückblick muss auch ich eingestehen, dass mein Blick auf die Szene getrübt war. In der "Thüringischen Landeszeitung", die seinerzeit von dem Trio Briefbombenattrappen geschickt bekam, schrieb ich zwei Artikel über Mundlos und seine Kumpane. Zwar schrieb ich nach Hinweisen aus dem Thüringer Verfassungsschutz, dass der Tod eines Jugendlichen im Neubaugebiet, der mit Sprengstoff experimentiert hatte, einen rechtsextremen Hintergrund haben könnte. Es gab daraufhin eine Landtagsanfrage, bei deren Beantwortung das Innenministerium abwiegelte (jetzt kam der möglicherweise erste Todesfall der Jenaer Szene nochmals in die Presse). Aber mir erschien schließlich alles doch nicht so gefährlich. Sollte der Tote nicht innerhalb der rechten Szene als Spinner gegolten haben? Und all die nicht funktionierenden Bomben des Trios, waren die nur Wichtigtuerei, Drohungen und Einschüchterungsversuche?

Über die Herkunft des Namens „NSU“

Mein Maßstab waren nicht die gerade untergegangenen DDR-Verhältnisse, mit denen verglichen solches Bombenbasteln etwas Ungeheuerliches darstellte. Ich verglich mit dem westdeutschen Terrorismus der Roten-Armee-Fraktion, der Revolutionären Zellen auf der Linken oder der Hepp-Kexel-Gruppe auf der Rechten, wo fast alles verhängnisvoll klappte und in großspurigen Bekennerschreiben erläutert wurde. Noch in dem mit "H.G." gezeichneten Terroraufruf der neonazistischen Zeitschrift "Umbruch" von April 1995 hieß es: "Nicht irgendwelche unbekannten Ausländer sollten das Ziel von phantasievollen Aktionen sein, sondern diejenigen, die in Wort und Tat verantwortlich sind für die derzeitige Lage." Im Monat darauf sagte ein Neonazi der "taz": "Es gibt keinen Untergrund, in den die Rechten gehen könnten." Seitdem dies sich als Irrtum herausstellte, ist nichts mehr undenkbar.

Wir entdecken atemberaubende Zusammenhänge. Nun spekuliere ich, ob der erstmals auf dem Bekenner-Video aufgetauchte Name "NSU" kreiert wurde, nachdem die Bande aus Zwickau, der Stadt, wo der Trabi gebaut wurde, in Heilbronn eine Polizistin erschossen und sich womöglich im nur zehn Minuten vom Tatort entfernten NSU-Museum in Neckarsulm Wehrmachtskrafträder angeschaut hatte? Warum hat David F., der fast gleichzeitig mit Mundlos die Polytechnische Oberschule "Magnus Poser" in Jena besuchte, vor einem halben Jahrzehnt im Heimatort der ermordeten Polizistin gelebt und dort eine Kneipe betrieben? Und hat es mit dem Besuch dieser Schule zu tun, dass eine der ersten Aktionen des späteren Mördertrios, ein abgestellter Hakenkreuz-Koffer, der Jenaer Gedenkstätte für den in Buchenwald umgekommenen Kommunisten Magnus Poser galt? Und wo ist David F., inzwischen verschwägert mit Ralf W., einem Vertrauten des Trios, jetzt? Seine Rufnummer steht im gerade dieser Tage erschienenen neuen Telefonbuch, aber gemeldet wird: "Kein Anschluss unter dieser Nummer."

Udo L. und Uwe M. in Jena

Der zynisch "Döner-Morde" genannten Verbrechen eingedenk, erscheint auch der Aufkleber der Neonazitruppe um Mundlos "Thüringer Heimatschutz" von 1994, der "Bratwurst statt Döner" propagierte, nicht mehr harmlos. In Winzerla wurde wiederholt ein Döner-Imbisswagen abgefackelt. Irritiert nahm man zur Kenntnis, dass er bei Wiedereröffnung schließlich mit schwarz-rot-goldenen Fähnchenaufklebern verziert war. Dann war Ruhe. Seit einem "Tangentenfest" für ein "weltoffenes Winzerla" gelang es engagierten Bürgern, ihren Stadtteil von der rechten Szene zurückzuerobern. Nach den neunziger Jahren, in denen viele von ihnen einen Platz in der neuen Gesellschaft finden mussten, war nun Zeit, sich für diese Gesellschaft zu engagieren.

Wir wissen von Uwe Mundlos, dass er gern Udo Lindenberg hörte. Ich erlebte Lindenberg 1979 am "Tag der Deutschen Einheit" in Frankfurt bei "Rock gegen Rechts". Nun werde ich mit meinem Ortsteilrat Winzerla und vielen Winzerlaern dabei sein, wenn nächsten Freitag Udo L. wegen Uwe M. nach Jena kommt.

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