26.08.2004 · Der Humorist Vicco von Bülow alias Loriot, Ehrenmitglied im Rat für deutsche Rechtschreibung, sieht durch die Reform die Grundlagen der Gesellschaft gefährdet: Man dürfe die Sprache nicht zu sehr vereinfachen.
Die Rechtschreibreform gefährdet nach Ansicht des Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot die Grundlagen der Gesellschaft. „Wir sind auf dem Wege, unser wichtigstes Kommunikationsmittel so zu vereinfachen, daß es in einigen Generationen genügen wird, sich grunzend zu verständigen“, schrieb Loriot in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung (Donnerstag).
Keine Regierung dürfe es sich erlauben, „eine Kulturnation zu einer Klasse von Schülern zu degradieren, denen nicht die geringste Anstrengung zumutbar ist“. Die Behauptung, es gebe wichtigere Probleme als die Schreibregeln, nannte er „empörend“: „Das hat man vor einigen Jahren auch gesagt, als es um den Umweltschutz ging. Heute wissen wir, daß unsere Welt nur zu retten ist, wenn wir die Grundlagen unserer menschlichen Existenz nicht fahrlässig aufs Spiel setzen. Dazu gehört in erster Linie die Verständigung unter den Menschen durch Schrift und Sprache, die uns seit Jahrhunderten begleitet.“
Loriot ist Ehrenmitglied eines kürzlich in München gegründeten „Rates für deutsche Rechtschreibung“, in dem sich Gegner der neuen Schreibweisen um den als „Rechtschreib-Rebell“ bekannt gewordenen Deutschlehrer Friedrich Denk zusammengeschlossen haben. Weitere Ehrenmitglieder sind Günter Grass, Siegfried Lenz, Hans Magnus Enzensberger und Marcel Reich-Ranicki.