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Ray Bradbury : „Michael Moore ist ein Drecksack“

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Ray Bradbury, 22. August 1920 - 6. Juni 2012 Bild: AP

Der amerikanische Schriftsteller Ray Bradbury hat den Dokumentarfilmer Michael Moore scharf kritisiert: Dieser habe für seinen Film „Fahrenheit 9/11“ unerlaubt seinen Romantitel „Fahrenheit 451“ benutzt.

          Der amerikanische Schriftsteller Ray Bradbury hat den Dokumentarfilmer Michael Moore scharf kritisiert, weil dieser seinen Romantitel „Fahrenheit 451“ unerlaubt benutzt habe.

          In einem am Mittwoch veröffentlichten Telefoninterview mit der Stockholmer Zeitung „Dagens Nyheter“ sagte Bradbury in Los Angeles zum Titel von Moores in Cannes preisgekröntem Dokumentarfilm „Fahrenheit 9/11“: „Michael Moore ist ein dämlicher Drecksack. So denke ich über ihn. Er hat meinen Titel geklaut und die Zahlen ausgewechselt, ohne mich jemals um Erlaubnis zu fragen.“

          In seinem 1953 erschienen und 1966 von François Truffaut verfilmten Science-Fiction-Roman „Fahrenheit 451“ hatte Bradbury eine Gesellschaft geschildert, in der Bücher verboten sind. Der Titel bezog sich auf die Temperatur, bei der Papier brennt. Moore ersetzte die Zahl durch das Datum der New Yorker Terroranschläge am 11. September 2001. Er kritisiert in seinem Film die angebliche Ausnutzung der Anschläge zur Einschränkung von Freiheitsrechten durch Präsident George W. Bush.

          Bradbury erläuterte, seine Einschätzung Moores als „eines fürchterlichen Menschen“ habe nichts mit seiner eigenen politischen Überzeugung zu tun. Er habe den Dokumentarfilmer wegen des Titels angerufen, den von dessen Büro versprochenen Rückruf aber nie erhalten. Der Schriftsteller sagte weiter: „Ich könnte mich morgen hinsetzen und einen Roman schreiben, den ich dann 'Vom Winde verweht' betitele, nicht wahr? Aber ich tue das nicht, weil es unanständig wäre.“

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