02.04.2006 · Die Kunst, in der Umgebung zu verschwinden: Früher waren Männer um die Vierzig die gesellschaftstragende Gruppe, heute machen sich Eigensinn und Gelassenheit bemerkbar. Die soziale Kompetenz bleibt dabei auf der Strecke.
Von Nils MinkmarRichtlinien für Lesermeinungen
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Der Autor behauptet in seinem Beitrag:
"Männer, die ab der zweiten Hälfte der sechziger Jahre in der Bundesrepublik geboren wurden, gehören zu einer der privilegiertesten sozialen Gruppen, die je auf diesem Planeten gelebt haben. "
Lange nicht mehr habe ich über ein Statement in einem sachlichen Beitrag mehr gelacht als darüber. Wenn man die mit riesigem Abstand priviligierteste Gruppe ausfindig machen will, die je auf diesem Planeten gelebt hat, dann sind es die Frauen der Bundesrepubilk, die nach Mitte der 60er geboren wurden: Im Gegensatz zu den Männern haben sie keine Diskriminierungen zu erleiden und per Förderung wird ihnen auch noch der Zucker vorn und hinten eingeblasen. Die Konsequenz: Sie jammern umso mehr, wollen Männer mit Managergehalt, aber genug Zeit für die Familie, wollen einfühlsame, romantische Männer, die wild und durchsätzungsfähig sind, wollen Karriere machen, aber ohne 60 Stunden Woche und der Möglichkeit der individuellen Entfaltung, wollen das sich Männer um die Kinder kümmern, aber im Fall der Scheidung bleiben sie natürlich bei ihnen - und sei es nur als Druckmittel. Wenn man sich als Mann hierzulande auf Ehe und Familie einlässt, dürfte man (relativ zu anderen Lebensentwürfen der jeweils gleichen Zeit) das größte Armutsrisiko haben, das es je auf diesem Planeten gegeben hat.
Welche rationalen Gründe, frage ich sie, sprechen dafür, dass sich ein Mann darauf einlässt? Da ist es allemal besser, sich zurück zu ziehen und sein Leben zu genießen.
was Frauen daraus gemacht haben, Mütter, Schwester, Ehegattin, Oma. Alle haben sie geholfen kastrieren, jetzt auf einmal ist es wieder In ein Mann zu sein, seine Frau zu Beschützen, zu flirten oh, la, la.
Miss Twiggy mit ihren ewigen Jeans sieht so aus wie die besten Freunde.
In den 50 Jahren da waren die Frauen noch so schön rundlich, trugen Rock mit Spitzenjupon drunter, man konnte alles nur erraten, man durfte die Festung anbaggern, jetzt will Keiner mehr.
Und dann soll doch mal klar sein dass der ewige Mix in der Schule usw keine Fragen offenlässt.
Die Männer von Heute sind ein Produkt von Scheidungen. Wir müssen uns neu erfinden. Ich kehrte zu Altbewährtem zurück: Romantik und doch Stark.
Was mir an den Jugendlichen auffält, sie wissen alles und auch nichts, zuviel Informationen sind schlechte Informationen.
Kommentar "Was ist nur mit den Männern los?"
Es ist verständliche Entwicklung. Wird der Druck zu groß, zieht man sich zurück. Je größer der Druck, desto stärker der Rückzug, solange der Lebensunterhalt gesichert ist. Bei der Menschendichte und dem Leistungsdruck in Japan ist Hikikomori verständlich. Bei uns ist der Druck nicht so groß. Da genügt es, sich gelassen auszuklinken und nur zu handeln, wenn es für einen selbst notwendig scheint. Verzichten auf Dinge, die es nicht lohnen sowie verzichten auf Beziehung, die es nicht lohnt, ist einfacher.
Körperlich Kämpfen ist bei der Information und Technik dumm. Die gesellschaftsfähigen Männer haben eher Erfolg mit Tricks und Gelassenheit. Fort sein, wenn Druck kommt ist besser. Positionen möglichst unangreifbar für sich nutzen, das ist klug.
Neue Wege gerade gehen, Risiken eingehen im deutschen Behinderungswald der antiquierten Formulardenker, warum? Kämpfen gegen die Behinderer? Nein.
Die Welt ist kaum besser zu machen. Da kann man nur seine Nische nutzen. Der Überblick, den die Informationsgesellschaft hat, zeigt, die Menschheit wird nicht besser, wurde es 2000 Jahre nicht, obwohl beste Lehren weitverbreitet sind.
Also bleibt man im Alltag möglichst unsichtbar tätig, vielleicht auch als Heuschrecke. Es sei denn man braucht die Öffentlichkeit. Dann empfiehlt sich Daueraktion für ein Volk das schnell vergißt und Inhalte schon mal übel nimmt.
Lösungen gibts, aber das kostet.
Ihr
Wilhelm Maier
Wenns dieser Generation so gut gehen würde. Aber das trifft wohl nur auf einen kleinen Teil zu. Der Rest ist dauerarbeitslos oder plagt sich in miesen Jobs herum. Auch deshalb ist nichts mit gesellschaftstragend.
Die Schule hat nicht Gutes bewirkt.
Schauen Sie mal genau hin: Die Männer sind immer mehr verweiblicht und die Frauen immer mehr vermännlicht.
Die Konsequenzen sind die, die Sie beschrieben haben.
Wir reden hier über die Masse - Ausnahmen gibt es noch.
Aber wie wirkt sich das auf die Gesellschaft insgesamt aus.
In der Schule wurde den Jungen beigebracht Macho sein ist schlecht. Aber richtige Frauen bevorzugen Macho's - eben richtige Männer und keine Waschlappen. Nur richtige Frauen und richtige Männer bewegen etwas. Was fordert unsere Gesellschaft: Frauen müssen Gebärmaschinen sein und die Männer müssen Hausarbeit machen. Die richtigen Kompromisse haben Männer und Frauen in vielen Generationen selbst herausgefunden und Schwierigkeiten sind dazu da überwunden zu werden.
Rolf-Dirk Maehler
El Puerto de Sta Ma (Cádiz) Spanien
Was ist nur mit den Maennern los?
Es ist unerfreuliche festzustellen, dass die Herren sich zu wenig fuer die Gesellschaft interessieren.Aber es soll sich aendern um eine "Untergang" der Bundesrepublik Deutschland zu vermeiden.
Malecka aus Strasbourg
Wenn der gesellschaftliche Einfluss, Renten und Geld bei 50+ liegt...
Bislang habe ich in der Generation der jungen akademischen Berufstätigen ( +/- 30) wenig von der Gelassenheit gespürt, die der Autor zu erkennen meint. Nur Frustration mit der Jobsituation, lange Arbeitszeiten und den Zwang zur äusseren Anpassung an die Vorstellung der Alten. Die Fähigkeit hierzu ist durchaus ein Zeichen sozialer Kompetenz.
Und das Gründen von Familien ist angesichts der objektiven Kosten nunmal den Schönen, Attraktiven und Erfolgreichen überlassen. Vielleicht sollte der Autor ein Beispiel geben und eine solche Grossfamilie gründen- er selbst ist ja wohl hoffentlich noch nicht zu alt für die lieben Kleinen, etabliert genug scheint er selbst ja zu sein. ;-)
Den anderen rate ich, bei den (Computer-) Simulationen zu bleiben.