In der säkularen Gesellschaft bleibt die christliche Konfession meist im Hintergrund: Sie bestraft nicht, sie zwingt niemanden - sie bietet sich bloß an. Solange man sich durch die Zugehörigkeit nicht in eine existentielle Notlage gedrängt fühlt, ist es leicht, sich mit der Entscheidung der Eltern zu arrangieren. Viel leichter wohl, als die Anstrengung auf sich zu nehmen, sich für eine Konversion oder den Austritt aus der Kirche zu entscheiden.
Gern betonen die christlichen Kirchen ihre Gemeinsamkeiten. Man lugt also gelassen zur benachbarten Konfession hinüber: Den Protestanten gefallen prachtvoll ausgestattete katholische Kirchen oder den Katholiken die Option, mehrmals kirchlich heiraten zu dürfen. Der Einzelne rückt sich sein christliches Bouquet recht zwanglos zurecht, woraus sich eine ganz zwanglose Frage ergibt: Ist man eigentlich, rein auf seiner persönlichen Einstellungen beruhend, eher katholisch oder eher evangelisch nuanciert?
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Christ lag in Todesbanden
Hans-Jörg Rechtsteiner (hhrr)
- 08.04.2012, 12:48 Uhr