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FAZ Plus Artikel Prousts dritter Fragebogen : Liebe und Zweifel

„Welches Los scheint Ihnen das schlimmste? Dumm zu sein.“ Die Mittelseite des neu entdeckten Heftchens mit vorgegebenen Fragen, die Proust auf der rechten Seite beantwortete Bild: Librairie Laurent Coulet

Plötzlich sind es drei Fragebogen, die Marcel Proust ausgefüllt hat: Ein neu entdecktes Exemplar beleuchtet die Jugend des Schriftstellers.

          Jeder F.A.Z.-Leser weiß, wovon die Rede ist, wenn es um den Fragebogen geht, „den der Schriftsteller Marcel Proust in seinem Leben gleich zweimal ausfüllte“. Jahrzehntelang war dieser Fragenkatalog (und diese Formulierung) fester Bestandteil des wöchentlichen „Frankfurter Allgemeine Magazins“, und seit 2016 lässt ihn „Frankfurter Allgemeine Quarterly“ beantworten. Nun aber erfahren wir, dass Proust den Fragebogen sogar dreimal ausgefüllt hat: Auf der morgen beginnenden Antiquariatsmessse im Pariser Grand Palais wird ein achtseitiges querformatiges Heftchen namens „Mes confidences“ (Meine Geständnisse) angeboten, in dem eine Liste von dreißig persönlichen Fragen vorgedruckt ist, die Proust am 25.Juni 1887 handschriftlich ausfüllte, fünfzehn Tage vor seinem sechzehnten Geburtstag.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Es ist das Jahr, in dem er auf dem Gymnasium eine Wiederholungsklasse abschließt und sich erstmals ernsthaft verliebt: in ein drei Jahre jüngeres Mädchen, das er beim Spielen auf den Champs-Élysées kennengelernt hatte, Marie de Benardaky. Sie beide gehörten zu einem Freundeskreis, der auch Antoinette Faure umfasste, für die Proust ein paar Monate später, am 4.September 1887, den bislang frühesten bekannten Fragebogen ausfüllte, der Bestandteil eines großformatigen englischsprachigen Poesiealbums war, das den Titel „Confessions“ (Bekenntnisse) trug. Die Mode intimer Geständnisse als romantischer Zuneigungsbeweis war aus England nach Frankreich gelangt und blühte dort in den letzten beiden Jahrzehnten des neunzehnten Jahrhunderts. Proust füllte einen weiteren solchen Fragebogen, diesmal auf Französisch formuliert, während oder kurz nach seiner Militärzeit (1889/90) aus, dann allerdings schon mit deutlich homosexuellem Einschlag („Die Eigenschaft, die ich mir bei einem Mann wünsche – Femininer Charme“). Wem solch offenherzige Antworten zugedacht waren, ist unbekannt, aber man darf einen der von Proust angebeteten Freunde darunter vermuten wie Robert de Billy, Daniel Halévy oder Jacques Bizet.

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          Das Titelblatt, unterschrieben und datiert auf den 25. Juni 1887 : Bild: Librairie Laurent Coulet

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