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Preiskampf im Buchhandel Weltbild verkauft für einen Euro

28.04.2010 ·  Die Weltbild-Verlagsgruppe ist in den letzten Jahren in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Nun geht sie in die Offensive: Seit Anfang dieser Woche verkauft der Buchversender eine Million Bücher für jeweils einen Euro.

Von Anne Christin Klotz
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„Ein Buch zu lesen, ist mit das preiswerteste Freizeitvergnügen, aber das Geld sitzt heutzutage angesichts der wirtschaftlich angespannten Lage bei vielen nicht mehr so locker“, verkündet Carel Halff, Geschäftsführer von Weltbild. Die Bücher, die bei der zu Wochenbeginn gestarteten Aktion zum Verkauf stehen, stammen aus der Überproduktion von bekannten Verlagen wie Ravensburger, Bastei Lübbe oder demS. Fischer-Verlag. Nun verkauft der Medienhändler sie für einen Euro - und rechnet mit einem schnellen Ausverkauf der Angebote: „Wir glauben, dass es einen großen Bedarf an günstigem Lesestoff gibt“, so Halff in einer Presseerklärung.

Die Bandbreite der zum Verkauf stehenden Bücher ist groß. Neben Romanen werden unter anderem auch Biografien, Kinder- und Sachbücher angeboten. So verkauft Weltbild Wolf von Lojewskis Buch „Der schöne Schein der Wahrheit“ (Bastei Lübbe) für einen Euro, welches zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung im Jahr 2006 noch das Zwanzigfache gekostet hatte, ebenso das Hörbuch „Sturz in den Mahlstrom“ (Lübbe Audio) von Edgar Allen Poe, das 2005 noch 8,95 Euro kostete. Auch Kinderbücher der Reihe „Geheimnis“ (Klopp, 2000) von Enid Blyton können Leser nun für einen Euro anstatt der 8,50 Euro kaufen. Neben den Weltbild-Filialen und dem Internetportal des Buchversenders in Deutschland findet die Ein-Euro-Aktion auch in Österreich und in der Schweiz statt.

Gelassene Konkurrenz

Weltbild gehört als Verlagsgruppe zur einen Hälfte zu zwölf katholischen Diözesen, dem Verband der Diözesen Deutschlands sowie der Soldatenseelsorge Berlins. Die andere Hälfte gehört der Finanzholding der DBH, hinter der sich die zweitgrößte deutsche Buchhandelskette verbirgt. Marktführer ist die zum Hagener Douglas-Konzern gehörende Thalia-Kette. Im Jahr 2008 stand der Augsburger Buchversand, der auch Bücher in Österreich, Polen, den Niederlanden und der Schweiz vertreibt, zum Verkauf. Der Verkaufsprozess geriet ins Stocken, als der Buchmarkt in den Vereinigten Staaten eingebrochen war und man mit Auswirkungen auf das deutsche Buchwesen rechnete.

Im vergangenen Jahr hatte der Medienhändler mit Schließungen von einzelnen Filialen zu kämpfen, zudem richtete man die einzelnen Geschäfte vorrangig auf das Konzept der Selbstbedienung aus. Angesichts des „Welttag des Buches“ wollte der Buchversender „Weltbild als Buchmarke, die für gute Preise steht“ mit dieser Werbeaktion neu positionieren. Die Konkurrenz aus Hagen sieht die Aktion wohl eher mit Gelassenheit, will aber nicht zitiert werden. Auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, qua Amt Hüter der Preisbindung, hält sich vornehm zurück. Da die Bücher dieser Aktion nicht mehr dem Preisbindungsgesetz unterlägen, sei die Vermarktung von Überkapazitäten keine Ausnahme, befindet Pressesprecherin Claudia Paul. - Zumindest ein Hinweis auf das Ausmaß der Überkapazitäten ist die Aktion aber doch.

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