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David Bowie in unseren Ohren : Die Lieblingslieder der Redaktion

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Wer an diesem Morgen vom Tod David Bowies hörte, hatte sofort Bilder im Kopf – und dieses eine Lied, das ihm besonders viel bedeutet: Acht Redakteure erzählen von ihrem liebsten Bowie-Song.

          Ich würde gern behaupten, „Heroes“ sei der erste Song, den ich von David Bowie je gehört habe. (War er bestimmt nicht.) Und ich würde gern behaupten, er lief ausgerechnet gerade dann im Radio, als ich mit Freunden zu irgendeiner Party nach Berlin fuhr. (Wirklich sehr unwahrscheinlich, denn unter meinen Freunden waren keine Bowie-Fans.) Aber sobald „Heroes“ irgendwo läuft, ergreift mich das Gefühl, das genau zu dieser Szenerie passt. „Heroes“, das klingt für mich nach Freiheit und Sehnsucht und tiefer Melancholie: Die schluchzende Gitarre von Robert Fripp, der dunkle Beat und Bowies Stimme, die gegen Ende immer brüchiger zu werden scheint. Und dann natürlich die Zeile „We can be heroes“ mit dem nachgeschobenen „ just for one day“. Mehr adoleszentes Lebensgefühl kann man nicht in eine Textzeile stecken.

          Genau so fühlt sich Pubertät an – besonders, wenn man in der Nachwendezeit auf dem Brandenburger Land aufwächst. Dass da auch noch irgendwie eine Liebesgeschichte drin steckte und die Mauer Thema war, verstand ich erst viel später. (Angeblich soll die Affäre seines Produzenten, Tony Visconti, mit einem Mädchen aus Ostberlin David Bowie zu dem Text inspiriert haben.) Das alles machte den Song dann nur noch besser. Heute Morgen war es dann natürlich dieses Lied, das ich auf dem Weg in die Redaktion einlegte. Große Sehnsucht, große Melancholie! Maria Wiesner

          David Bowie „Helden“

          Wer Ende der siebziger Jahre Teil einer noch frischen  Jugendbewegung namens Punk und New Wave war, hatte zwei Songs von Iggy Pop und David Bowie auf seiner damals noch Vinyl-lastigen Playlist: „The Passenger“ und „Heroes“ – aber in der von Bowie selbst mit britischem Akzent eingesungenen coolen deutschen Version „Helden“. In einer geheimnisvoll verrätselten Übersetzung, in der West-Berlin in der dritten Strophe als dunkel morbider Sehnsuchtsort nicht nur für die Kinder vom Bahnhof Zoo aufleuchtet. „Ich, ich glaub' das zu träumen. Die Mauer im Rücken war kalt. Schüsse reißen die Luft. Doch wir küssen als ob nichts geschieht. Und die Scham fiel auf ihre Seite. Oh, wir können sie schlagen. Für alle Zeiten. Dann sind wir Helden. Nur diesen Tag. Dann sind wir Helden. Dann sind wir Helden. Dann sind wir Helden. Nur diesen Tag.“

          Wenn man wie ich zwischen 1979 und 1981 als „Waver“ in einer Provinzstadt wie Bremen abhing und nur zwei Clubs mit entsprechender Musik zur Auswahl hatte, war allein schon dieser Song ein Grund, dem Freundespaar Pop/Bowie erst für ein oder zwei Wochenenden und dann dauerhaft hinterherzureisen. Zwei jüngere weibliche Bowie-Fans im Freundeskreis lungerten gar tagelang vor der riesigen Altbauwohnung in der Schöneberger Hauptstraße 155. Eine Kultadresse, die sich auch in der analogen Steinzeit vor Facebook und Twitter herumgesprochen hatte. In der Hoffnung, noch Spuren ihres Helden zu entdecken, der dort von 1976 bis 1978 zusammen mit Iggy Pop eine von Paparazzi unbehelligte Bohème- und Drogen-Existenz zelebrierte. Und 1977 eben jene ikonische Platte „Heroes“ als Teil seiner Berlin-Trilogie („Low“ und „Lodger“)  in den legendären „Hansa-Tonstudios“ in Kreuzberg aufnahm. Thomas Holl

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