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Ulrich Olshausen zum Achtzigsten : Eine Stimme für den Jazz

  • -Aktualisiert am

Enthusiast und Kenner: Ulrich Olshausen, der am 17. August 2013 achtzigsten Geburtstag feiert. Bild: HR/Urban Kirchberg

Seit den sechziger Jahren ist der inzwischen pensionierte HR-Musikredakteur Ulrich Olshausen eine Jazz-Instanz in Deutschland - zudem einer der Jazz-Kritiker dieser Zeitung. Jetzt ist er achtzig.

          Für den Rang Frankfurts als Hauptstadt des Jazz in Deutschland hat es gute Gründe und gute Musiker gegeben: die amerikanischen Streitkräfte mit ihrem Hauptquartier und den Soldatensender AFN, den Jazzkeller und die Brüder Mangelsdorff mit ihrem Kreis. Es gab gute Macher wie den Veranstalter Werner Wunderlich und die Konzertagentur Lippmann & Rau.

          Und dann gibt es noch immer den Journalisten und Rundfunkmann Ulrich Olshausen. Ulrich Olshausen ist seit den sechziger Jahren eine Instanz in Deutschland: als Leiter der Jazz-Redaktion des Hessischen Rundfunks seit seiner Gründung bis in die neunziger Jahre, als Mitverantwortlicher für das Programm des Deutschen Jazzfestivals - und als Jazzkritiker dieser Zeitung seit den frühen sechziger Jahren bis heute.

          Seine Stellung hat Olshausen vor allem seiner kritischen Unbestechlichkeit zu verdanken, seiner ästhetischen Offenheit, seinem verlässlichen Urteil und nicht zuletzt seinem unprätentiösen Stil, bei dem der Sachverhalt nie durch eine attraktiv-originelle Formulierung gebeugt wird. Was Olshausen im Radio äußert oder seinen Lesern als musikalischer Beobachter offeriert, hat Gewicht, weil nie der Verdacht aufkommt, ein großer Musiker habe bei ihm einen Prominentenbonus oder ein unbekannter Künstler müsse erst durchs Fegefeuer des öffentlichen Klinkenputzens, bevor er es wert ist, wahrgenommen zu werden.

          Bisweilen scheint es, als wolle Olshausen Musiker aus der skurrilsten stilistischen Ecke Gehör verschaffen. Es hat sicher auch damit zu tun, dass der ewig junge Enthusiast, der am Samstag, dem 17. August, seinen achtzigsten Geburtstag feiern kann, sich sein Gespür für Trends, für Aktualität und Innovatives bis heute bewahrt hat.

          Dafür steht die mittlerweile legendäre, von ihm zu Beginn seiner Rundfunktätigkeit eingeführte Sendung „Der neue Klang im Jazz“, in der auch der frechste Free Jazz zu Wort kam. Und dafür steht wohl jeder Artikel, der noch aus seiner Feder kommen wird und bei dem man wie bei keinem anderen Kritiker immer darauf gefasst sein muss, dass dabei der neue Miles Davis oder der neue John Coltrane entdeckt wird.

          Quelle: F.A.Z.

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