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„The Police“ Helden in Turnhosen

 ·  Wer wissen will, wie sich „The Police“ derzeit auf der Bühne geben, braucht nicht mehr weit zu reisen. Wer wissen will, was das Trio vor zwanzig, dreißig Jahren anstellte, dem hilft ein Bildband mit Begleit-CDs: „Message in a Box“.

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Dass sich Stewart Copeland, Andy Summers und Sting als „The Police“ dreißig Jahre nach ihrer Gründung und über zwanzig Jahre nach ihrer Trennung wieder gemeinsam auf die Bühne gestellt haben, muss man als popmusikalische Wiedervereinigung des Jahres werten.

Dass die drei älteren Herren dies nicht nur einmal, Mitte Februar zur großen Grammy-Show, getan haben (siehe auch: The Police gehen wieder auf Tournee), sondern Ende Mai ein zweites und seitdem bald fünfzig Mal (siehe auch: „The Police“: Triumphales Comeback), freut alle, die es mit den Jahren leid waren, Sting allein „Roxanne“ singen zu hören.

Jetzt führt die Welttournee der Band aus Newcastle nach Deutschland, an diesem Dienstagabend nach Hamburg. Der Plattenkonzern Universal Music brachte Anfang Juni eine „Anthology“ genannte Werkschau heraus, und weil das Trio in seinen Konzerten die bekannte Spielfreude und Virtuosität mit einer musikalischen Reife paart, die alte Stücke in neuem Schimmern strahlen lässt, hoffen wir zumindest auf ein Live-Album, eigentlich aber auf eine DVD, damit es etwas zum Hören und zum Sehen gibt.

Starschnitt neben Stilbruch

Etwas zum Hören und Sehen vertreibt auch die Hamburger Firma Edel Music: einen Bildband mit vier in den Deckel eingearbeiteten CDs. Die werden etwas volltönend „Complete Recordings“ genannt und bringen stattdessen die Aufnahmen der in knapp zehn Jahren veröffentlichten Singles. Der Bildband zeigt Fotos, die für einen Bravo-Starschnitt entstanden sein könnten, neben grobkörnigen Schnappschüssen, Ansehnliches neben Kuriosem, und die Begleittexte sind sich mitunter uneins, wer welchen Song („The Bed's Too Big Without You“ zum Beispiel) denn nun geschrieben hat.

Aber es ist schon schön, die Helden von einst in diesen schimmernden Turnhosen über die Bühne stolzieren zu sehen, für die man sich schon in der dritten Klasse dumme Sprüche in der Sportumkleidekabine abhören musste. Es ist noch schöner, an den alten Studiofotos der späten Siebziger und frühen Achtziger zu sehen, wie „The Police“ zwischen den ikonografischen Anforderungen der Popindustrie und den Verweigerungsgesten des Punk stehen. Und es ist - auch diesmal - ein Vergnügen, die erstaunlich frisch gebliebenen Stücke aus alten Zeiten zu hören.

Die Konzerte im deutschsprachigen Raum:

Dienstag, 11. September: AOL-Arena, Hamburg

Mittwoch, 19. September: Stadthalle, Wien
Samstag, 22. September: Olympiastadion, München

Mittwoch, 10. Oktober: SAP-Arena, Mannheim
Samstag, 13. Oktober: LTU-Arena, Düsseldorf

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Jahrgang 1972, Redakteur im Feuilleton.

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