1. Woodpecker Wooliams - Gull
Wem die John Peel Sessions nichts sagen, der hat die Achtziger verpasst. Macht nichts - nicht minder spannend ist das digitale, bidirektionale Toadcast. Den Namen aus Kenneth Grahames berühmtem Buch „Der Wind in den Weiden“ entliehen, stellt Toadcast unbekanntere Bands vor, die so wie damals bei John Peel ihre Tracks live performen, um sich heute dann im Blog mit den Hörern darüber austzuauschen. Nummer 260 der Serie widmet sich den herrlich björkesquen Woodpecker Wooliams, die mit „Gull“ einen Trip aus der Perspektive einer Möwe wagen. Die kalte, digitale Gischt der Wellenberge schmeckt salzig.
http://www.woodpeckerwooliams.com/
2. Josh Woodward - Let It In
Zehn Alben in acht Jahren mit über 3,5 Millionen Downloads und Kickstarter-Kampagnen, deren Hürden er in spielerischer Leichtigkeit mit 250% Überfinanzierung nimmt : Josh Woodward ist der lebende Beweis für die Kraft der Creative-Commons-Szene und ihr Menschenbild, das auf Vertrauen baut. Vertrauen darauf, dass jene Menschen, denen die Musik von Josh gefällt, auch etwas dafür zurückgeben werden. Und seine Songs? Verspielter, freier Alternative-Pop mit weisen Texten. Josh hat übrigens keine Band - er spielte alle Instrumente selbst.
3. Grant Siedle - One Way Road
Der in Südafrika geborene Pianist hat seine Wahlheimat in der Musikermetropole Melbourne gefunden und dort seine Band um sich geschart. Seinen Songs Songs wohnt ein fast schon aristokratischer Flair von Understatement inne. Selten den schrillen und lauten Tönen zugeneigt, schafft er es aber mittels seiner charismatisch samtigen Stimme, die Aufmerksamkeit zu bannen - besonders in den balladesken Momenten, wie hier bei dem melancholischen, traumhaften Kleinod „One Way Road“.
http://grantsiedle.com.au/about/
4. Paul Klason - Back in the day
Wer schon mal ein Wochenende in der Musikszene der spanischen
Küstenmetropole Barcelona zugebracht hat, kennt die Magie der vielen kleinen Kellerclubs in der verwinkelten Innenstadt. Ohne Klimaanlage
kondensieren Temperament und Musikalität in hitzigen Sommernächten zu einzigartigen Jamsessions, deren Protagonisten aus allen Ecken der Welt stammen. Paul Klason groovt sich mal funky, mal chillig durch ein Repertoire zwischen Soul und Jazz. „Back in the Day“ klingt dabei wie eine Hommage an Jamiroquai.
http://www.facebook.com/officialpaulklason
5. Binko Swink - Separation
Introvertiert, verletzlich und bisweilen schrullig klingen Binko Swink.
„Separation“ macht da keine Ausnahme, auch wenn es zu den flotteren
Nummern des avantgardistischen Duos zählt. So ist die Band bereits zu höheren Weihen gekommen: Tom Robinson und seine kultige Show auf BBCs Radio 6 widmete der Band einen Platz auf dem „Music’s Free Weekly Mixtape“, das es auf den Seiten der BBC gratis zum Downloaden gibt. So etwas wäre in Deutschland schier unvorstellbar. Warum? GEMA.