1. Singleton – „If I Am Falling“
Es soll Menschen geben, die würden Cranberries mögen, wenn da nicht dieser unterschwellige Alarmfaktor in der Stimme wäre. Singleton aus der Ukraine könnten hier die Rettung sein. Seit 2004 ist das Quintett aus Kiew dabei, seinen Status als Geheimtip in den Nachbarländern auszubauen, hat dabei Tourneen in Weissrussland und in Russland absolviert und hofft mit der aktuellen Jamendokampagne auf Beachtung in unseren Breiten. Das abwechslungsreiche Songwriting mit vielen überraschenden Auswegen und Wendungen überzeugt dabei mindestens genauso wie die strahlende Produktion.
2. Abya Yala – „Open Close“
Reggae, Weltmusik, Jazz und Südamerika – Abya Yala aus Santiago de Chile sind der lebendige Beweis für den Siegeszug dieser lebendigen Szene. Es braucht keinen Joint, um bei Open Close die Sonne aufgehen zu hören. Der Bandname stammt von den Ureinwohnern Panamas, bedeutet „die Reife des Landes“ und bezeichnet das andere, eigenständige und ursprüngliche Amerika der Indianer. Der Videoclip zum Song versprüht unbändige Spielfreude, während die Texte zu Teilhabe und Öffnung aufrufen. Der perfekte Soundtrack für eine nächste, entspannte Occupy Runde.
3. Laura Dee – „Melodies in My Head”
Joseph Vilsmaier erfand Ende der neunziger die Pianofrau für seinen Klassiker Comedian Harmonists. Dieses Jahrzehnt war der Titel bisher vakant und sollte unbedingt der sympathischen Aachenerin anerkannt werden. Unermüdlich tourt sie, mit ihrem Piano im Gepäck, über die deutschen Jazz- und Kleinkunstbühnen und verzaubert dabei eine wachsende Fanschar mit ihrem Destillat aus Pop-, Soul- und Chansoneinflüssen.
4. Uniform Motion – „Gently Moving“
Das französische Folkpop-Projekt zelebriert die Entschleunigung in der Musikwelt. Das Trio kombiniert seine minimalistischen Titel mit Illustrationen und Installationen zu multimedialen Events, die ihnen bereits Auftritte im Rahmenprogramm der angesehenen Apple Expo bescherten. Der Albumtitel „One Frame Per Second“ ist Programm und taucht den Hörer in meditative Momente und das Erwachen im Traum, denn plötzlich, mit der verlangsamten Taktrate synchronisiert, erwachen die Illustrationen zu Leben.
5. Mylyn – „Glass Shoe“
Aus dem Duo der vietnamesische Sängerin Mylyn und des Multiinstrumentalisten Düsenberg entstand während einer Session mit dem Hamburger Strange Kingdom Produzententeam die Idee zu einem neuen Genre – Intelligent Urban Pop.
Die Produzenten fungieren als digitale Gebrüder Grimm und bereiten der multikulturellen Schönheit ein watteweiches Klangbett zwischen Cinderella-Romantik und Elektropop. Der gläserne Schuh ist der Auftakt einer neu erzählten Märchenwelt in der Informationsgesellschaft von heute.
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