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Ein Jahr mit Kramms Hits Wenn der Roboter traurig in die Saiten greift

Ein Jahr lang hat Bruno Kramm in seiner Kolumne gema-freie Popmusik vor- und zur Wahl gestellt. Zum Abschied versammeln wir die fünf beliebtesten Titel: Küren Sie das beste Werk dieser „Best of“.

© Pornophonique Kramms Hits: „Sad Robot“ von Pornophonique

1. „Sad Robot“ von Pornophonique (Mai 2012)

Das Geheimnis von Pornophoniques Zeitlosigkeit liegt in der Reduktion aufs Wesentliche. Statt riesiger Synthesizerburgen setzt das Duo auf die 8-Bit-Klangästhetik eines Nintendo Gameboys und klassische Folkpop Gitarrenriffs. Pornophoniques „Sad Robot“ stammt irgendwo aus einer fernen Welt zwischen Stanislaw Lems „Robotermärchen“, Isaac Asimovs Robotergesetzen und Steven Spielbergs verhunzter Adaption einer Idee von Stanley Kubrick zum Film „Artificial Intelligence“.

http://pornophonique.de/

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© Heisskalt Kramms Hits: „Bewegungsdrang” von Heisskalt

2. „Bewegungsdrang“ von Heisskalt (August 2012)

Vier junge Männer mit Vollbärten, die man in ihrem Hipster-Look so eigentlich in Berlin verorten möchte, sind rastlos, zumindest auf dem vorgestellten Song. Die Stuttgarter Hardcore-Band bespielt so exzessiv die Bühnen Baden-Württembergs, dass ihnen sogar schon Eins Plus ein Feature widmete und ihren harten, steinigen Rockmusikeralltag zu einer Nachwuchsdokumentation verdichtete. Ihr Konzerthit „Bewegungsdrang“ ist der Soundtrack ihres ruhelosen Strebens nach Anerkennung in einer verschwitzten Deutschrockszene, die längst auch dezente Pop- und Elektroeinflüsse zulässt. Die erste EP gibt es gratis auf der Bandseite zum Download.

www.heisskaltmusik.de

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© Dirk Dommermuth´s Blueside Kramms Hits: „Sinister Mister“ von Dirk Dommermuth´s Blueside

3.  „Sinister Mister“ von Dirk Dommermuth´s Blueside (Dezember 2012)

An der Crossroad seiner musikalischen Laufbahn hat Dirk Dommermuth vor einer gefühlten Ewigkeit seine Seele dem Teufel in die Waagschale geworfen und gegen ein Pfund Blues eingetauscht. Jetzt zu den Ursprüngen zurückgekehrt, will er den Deal rückgängig machen. Der sinistre Minister lässt sich auf den Sängerwettstreit ein.

www.blueside.info

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© The Dead Lovers Kramms Hits: „The Storm“ von The Dead Lovers

4. „The Storm“ von The Dead Lovers (Januar 2013)

Wer erinnert sich noch an die B-52s? Als wären die Sechziger gerade erst angebrochen, belebt das in Berlin ansässige englisch-deutsche Duo jedes Klischee mit unbändiger Spielfreude und klingt dabei wie eine Tarantino-Verfilmung der Gangsterromanze „Bonnie und Clyde“. Gerade mal ein halbes Jahr am Leben, kann man der Band bereits jetzt eine furiose Livekarriere prophezeien. Die Berliner Bühnen werden sie wohl schon diesen Winter im Sturm nehmen.

www.waynejackson.de

© Thoola Kramms Hits:„Che“ von Thoola

5. „Che“ von Thoola (Januar 2013)

Der tschechische Folk in puristischer Kammerbesetzung wirkt im Schnelldurchlauf hoffnungslos antiquiert, entfaltet seine Stärken in der Rückbesinnung auf Leonard Cohen und die Dekade der friedlich kiffenden Sonnenkinder Kaliforniens. Akustische Kontemplation im Zeitalter von Facebook, Twitter und der ständigen Erreichbarkeit ist anstrengend wie Yoga auf Ecstasy - hilft aber sicher als homöopathisches Placebo gegen Hörsturz und nervöse Stresssymptome.

http://www.thoolamusic.com

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Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 14.06.2013, 13:05 Uhr