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Konzertabbruch in Washington Zu kritisch oder zu langweilig?

Der Rapper Lupe Fiasco muss bei einem Konzert vor Obamas Amtseinführung die Bühne räumen, als er einen Protestsong spielt. Aus Sicht der Veranstalter war das Lied einfach zu repetitiv.

© AFP Vergrößern Rap gegen das Establishment: Lupe Fiasco

Die Sicherheitsleute geleiten den Mann sehr freundlich von der Bühne, und auch er verhält sich friedlich, verbeugt sich ein letztes Mal vor seinem Publikum. Noch kurz zuvor hatte Lupe Fiasco die Zeilen „Limbaugh is a racist, Glenn Beck is a racist / Gaza strip was getting bombed, Obama didn’t say shit“ ins Mikrofon gerapt, wie auf einem im Internet verbreiteten Video zu sehen ist.

Jan Wiele Folgen:  

Nach Ansicht eines Zuschauers musste der Künstler deswegen sein Konzert abbrechen. „Lupe Fiasco wurde gerade von der Bühne geschmissen, nachdem er dreißig Minuten lang einen Antikriegs- und Anti-Obama-Song gespielt und gesagt hatte, dass er Obama nicht gewählt hat“, twitterte ein Reporter des „Foreign Policy Magazine“, der bei dem Auftritt in einem Washingtoner Club am Vorabend von Präsident Obamas zweiter Amtseinführungszeremonie anwesend war.

„Bizarre Performance“

Im Netz verbreitete sich daraufhin die Nachricht, dem Rapper sei wegen seiner kritischen Äußerungen der Mund verboten worden. Die Konzertveranstalter dementierten diese Nachricht mit dem Statement, sie seien nicht gegen die freie Meinungsäußerung und Fiasco sei zudem nicht „von der Bühne geschmissen“ worden. Der Grund für das Beenden seines Auftritts sei vielmehr dessen „bizarr repetitive, holprige Performance“ gewesen, welche dem Publikum auf die Nerven gegangen sei. Da an dem Abend noch andere Künstler auftreten sollten, habe man sich entschieden, mit dem Programm fortzufahren.

Lupe Fiasco hat den amtierenden Präsidenten schon häufiger kritisiert und ihn unter anderem als Kindermörder bezeichnet, wobei er sich auf  von Obama angeordnete Drohnenangriffe bezog. Der Rapper, der bürgerlich Wasalu Muhammad Jaco heißt und in Chicago aufwuchs, ist bekennender Muslim, möchte allerdings nicht als „Poster Boy des Islam“ gelten. Er ist Vertreter des sogenannten „conscious Hiphop“, der sich unter anderem gegen den genretypischen Frauenhass richtet, singt auch in einer Rockband und ist zudem Modedesigner.

Wie der britische „Guardian“ einmal berichtete, habe Fiasco zudem eine lange Auseinandersetzung mit seiner Plattenfirma Atlantic Records um künstlerische Freiheiten gehabt. Fiasco wird an anderer Stelle mit der Aussage zitiert, die amerikanische Außenpolitik rege Menschen in anderen Ländern dazu an, zu Terroristen zu werden.

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Quelle: FAZ.NET

 
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