http://www.faz.net/-gqz-7q8mv

Die Rolling Stones kommen : Im Bann der Letztmaligkeit

Mick Jagger am 26. Mai in Bærum südlich von Oslo Bild: AFP

Sieben Jahre lang haben die Rolling Stones nicht mehr in Deutschland gespielt. Nun kehren sie zurück auf die Berliner Waldbühne, die ihre Fans 1965 in Trümmern zurückließen.

          Erleben wir wirklich gerade den „letzten Sommer des Rock ´n´ Roll“? Das behauptet zumindest das Magazin „Cicero“ auf seinem Juni-Titelblatt über Konterfeis von Mick Jagger und Ozzy Osbourne. „Letzter Sommer“, das klingt irgendwie mehr nach Hermann Hesse als nach den Rolling Stones. Und wenn man sich die so anschaut, dann glaubt man noch lange nicht an Abschied, auch nicht nach sage und schreibe zweiundfünfzig Jahren Bandgeschichte.

          Jan Wiele

          Redakteur im Feuilleton.

          Im Gegenteil wirkte die Band bei jüngeren Auftritten, zum Beispiel im vergangenen Sommer im Londoner Hyde Park, sogar sehr frisch. Mit „14 on Fire“ setzt sie nun auch in diesem Jahr ihre Konzertreihe fort, die längst an Bob Dylans Konzept der „Never Ending Tour“ erinnert. Im März wurde sie durch den Suizid von Mick Jaggers Lebensgefährtin L’Wren Scott zwar jäh unterbrochen - doch nach einer Pause ist die Band nun wieder unterwegs. Neben den Gründungsmitgliedern Jagger und Keith Richards sind auch Schlagzeuger Charlie Watts, der 1963 zur Formation stieß, und Gitarrist Ron Wood wieder zu hören - ebenso wie der inzwischen wieder als Dauergast engagierte Mick Taylor, der nach dem Tod von Brian Jones 1969 diesen ersetzt hatte.

          Ungute Erinnerungen

          Sieben Jahre ist es her, dass die Stones zuletzt in Deutschland spielten. Nun kommen sie an diesem Dienstag zurück auf die Berliner Waldbühne. Dort dürfte man weniger gute Erinnerungen an sie haben als im Londoner Hyde Park. Denn nach einem kurzen Konzert ohne Zugaben im September 1965, das die Zuhörer unbefriedigt zurückließ, begannen diese, die Waldbühne zur zerlegen und machten sie auf Jahre unbespielbar. Mit Randale ist bei Stones-Konzerten nicht mehr zu rechnen, aber mit ziemlicher Sicherheit wird es einige inzwischen fast ritualisierte Zugaben geben. Bei einem Stück, dessen Titel zuvor nicht verraten werden darf, wird auch der Chor der Berliner Universität der Künste mitwirken.

          Bei der Frequenz von Deutschlandkonzerten der Stones liegt der Gedanke an Letzmaligkeit gewiss nahe. Aber solange es Marketing-Strategen gibt, die damit kokettieren, und solange Fans bereitwillig die exorbitanten Ticketpreise bezahlen, stehen die Chancen gut, dass der alte Rock ´n´ Roll noch manchen Sommer vor sich hat.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Trumps Einreiseverbot darf in Kraft treten Video-Seite öffnen

          Umstrittener Bann : Trumps Einreiseverbot darf in Kraft treten

          Der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat entschieden, dass Trumps Einreiseverbot von Bürgern 6 überwiegend muslimischer Länder vorerst in Kraft treten darf. Befürworter des Banns argumentieren mit der nationalen Sicherheit.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Senats-Nachwahl : Alabama sagt Nein zu Roy Moore – und zu Trump

          Dem Demokraten Doug Jones gelingt im konservativen Alabama die Sensation: Er gewinnt die Senats-Nachwahl gegen den Republikaner Roy Moore – und fügt Donald Trump eine schwere Niederlage zu. Unter dessen bisherigen Fürsprechern regt sich bereits Widerstand.
           Nur nicht durch die Decke gehen: Die Wintersport-Experten des ZDF für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang.

          ARD und ZDF haben Geld : Steigt der Rundfunkbeitrag doch nicht?

          Die Finanzkommission Kef hat die Finanzen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Jahre 2017 bis 2020 unter die Lupe genommen. Sie kommt zu dem Schluss: Da lässt sich einiges sparen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.