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CD der Woche: Cave Singers Ein Trio, heute noch so gut wie hausgemacht

14.08.2009 ·  Traditionalisten ohne Räucherstäbchen: Die Cave Singers aus Seattle sind dem Independent-Rock von der Schippe gesprungen. Auf „Welcome Joy“ überzeugen sie mit kitschfreiem Folkrock über psychedelischen Untertönen.

Von Eric Pfeil
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Hier ist Nomen noch Omen: Schimpft man sich „Höhlensänger“, dann ist davon auszugehen, dass man die dem Gesang gewidmete Bude nicht eben bis unters Dach mit technischem Gerät vollgestopft hat. Die Cave Singers, ein junges Trio aus Seattle, sind natürlich genau die Traditionalistenvereinigung, die man sich unter einem solchen Namen auch vorstellen darf, wobei der Ausschlag auf der Freak-Skala eher milde ausfällt. Die Band ist mehr oder weniger dem Punk oder besser: dem Independent-Rock von der Schippe gesprungen, was man vielleicht noch ein bisschen an der Dringlichkeit des Vortrags hören mag.

Im Grunde jedoch passen die drei Männer mit dem reduzierten Instrumentarium (Gitarre, sparsames Getrommel, Mundharmonika, Schüttel-Perkussion) sehr gut zwischen andere progressive Rückwärtsorientierte wie die Fleet Foxes, The Bar-Keys oder die Felice Brothers, denn auch wenn Klang, Instrumentierung und Arrangement in die Vergangenheit verweisen, so ist der Ausdruck all dieser Bands doch ureigen.

Folk mit Punkbeatmung

„Welcome Joy“ (Matador/Indigo), das zweite Album der Cave Singers nach dem letztjährigen, ähnlich freundlich betitelten Debüt „Invitation Songs“, eröffnet noch mit recht luftigem Folk, doch schon bei „Leap“ macht es Spaß, sich vorzustellen, dass der Song, wären die Gitarre verzerrt und das Schlagwerk wuchtiger, stark nach AC/DC-Kopfschüttelware klingen könnte. Überhaupt diese Gitarre: Hier werden oft wundervoll stoische Riffs und Licks dahergeklampft, und zwar so, dass der Punk-beatmete Folk oft fast nach akustischem Metal klingt; zum Glück sieht Sänger Pete Quirk das anders und spart sich alle Folkrock-Kitschereien. Spätestens bei „At the Cut“ fährt den drei Burschen dann der Blues in die Knochen - mit dem Ergebnis, dass sich nun alles anhört, als spielten die Violent Femmes eine Creedence-Clearwater-Revival-B-Seite, zu der selbst Jack White gütig mit dem Fuß wippen könnte.

CD der Woche: „Welcome Joy“ von den Cave Singers

Oft, etwa in „Beach House“, werden die dringlichen Drei sogar so ruhig, dass sich eine milde Landhütten-Variante von Psychedelia einzustellen scheint; und selbst diese Lieder sind zu Ende, noch bevor man „Räucherstäbchenmissbrauch“ sagen kann - sehr tugendhaft. Auch in Fragen der Albumlänge orientiert sich die Band an vermeintlich besseren Zeiten: Ganze zehn Songs sind auf der Platte, das macht sie natürlich noch dichter, und auch die der Band eigene Gutmütigkeit und Sonnigkeit geraten so nie in den Bereich der Überstrapazierung.

Wenn Sie sich also in diesem Jahr nur eine bärtige Folk-Blues-Psychedelic-Metal-Punk-Platte in karger Triobesetzung und mit Waschbretteinsatz kaufen sollten, dann unbedingt diese hier!

The Cave Singers, Welcome Joy, Matador Records

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