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CD der Woche: „2“ von Darker My Love Nimm zwei

07.08.2009 ·  Darker My Love erfreuen nicht nur Kiffer mit Stoner-Rock. Nur das Songwriting ist noch nicht allererste Sahne - wie so oft, wenn es psychedelisch wird.

Von Eric Pfeil
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Das Haus der Popmusik verliert nichts; jedes verloren geglaubte Genre taucht irgendwann wieder auf. Im vorliegenden Fall ist es die so stoische wie krachende, von Noise-Schlieren durchzogene Düster-Psychedelia, wie sie dereinst von britischen Bands wie Jesus&Mary Chain, Spacemen 3, My Bloody Valentine oder Ride gespielt wurde. Es ist Musik, die scheinbar mit jener Sorte Rock'n'Roll-Fertigkeit kokettiert, die man am besten in schwarzen Lederjacken und hinter Velvet Underground-Sonnenbrillen auslebt.

Umso irritierender, dass Darker My Love-Sänger Tim Presley aussieht wie einer jener sensiblen bärtigen Schrate, die der Jugend seit Jahren knisternde Hippie-Folksongs als musikalische Neuerung verkaufen. Aber immerhin: ein erster Bruch.

Sensible Höhenflüge

Zu Beginn klingt „2“, das, genau, zweite Album des Quartetts aus Los Angeles vor allem noch nach Stroboskop-Krach, Schuhspitzenbetrachtung und psychedelischer Schwarte. Doch bald schälen sich Sanftheiten heraus. Am besten sind Darker My Love, wenn sie ihre richtig sensiblen fünf Minuten kriegen, wie etwa bei „Pale Sun“, wo sie dank mehrstimmiger Gesänge und deutlichem Melodiewillen fast klingen wie die Byrds in Drone-Stimmung. Ein Stück weiter, bei „White Composition“ hat man mit etwas gutem Willen gar den Eindruck, ein fokussierter Syd Barrett befände sich in Jazz-Laune.

CD der Woche: „2“ von Darker My Love

Bei „Even In Your Lightest Day“ wiederum kann es Freude bereiten, sich der Vorstellung hinzugeben, Crosby, Stills&Nash hätten sich mit Oasis auf eine süß riechende Zigarette verabredet. Es sind solche innergenerischen Spreizungen, welche die eigentlich komplett rückwärts gewandte Musik von Darker My Love dennoch interessant machen, auch wenn das Songwriting, wie so oft bei (neo)psychedelischer Musik, nicht immer allererste Sahne ist.
Wirklich herausragend ist die Single „Two Ways Out“, ein sanfter Psychopopsong mit tollen Uh-hu-hu-Chören und der im Kontext dieser Musik recht lustigen Zeile „If something looks familiar then something is wrong“.

Im November ist die Band als Vorgruppe der ausgesprochen hohlen Wave-Aufkocher White Lies live in deutschen Hallen zu bewundern. Das könnte dann wahlweise dem Ganzen eine weitere Ladung Dringlichkeit verpassen oder extrem langweilig werden; ein paar Live-Schnispel auf YouTube deuten auf ersteres hin, die Band kann offenbar wirklich spielen und hat dafür, dass sie Haschbrüder sind, einen ausgeprägten Sinn für Dynamik. „2“ ist eine ziemlich gute Stoner-Platte, allerdings ohne große Aha-Effekte. Das beste Album einer schwachen Woche.

Darker My Love, 2. Dangerbird/Pias/RTD

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