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Besuch bei den Fab Four : Beatles-Werk und Liverpools Beitrag

Auch in der Liverpooler Fußgängerzone entkommt man den Fab Four nicht Bild: Kaufhold, Marcus

Über die berühmteste Popgruppe der Welt sind selbst in deren Heimatstadt jede Menge Irrtümer im Umlauf. Ein Streifzug durch viele Vergangenheiten und eine ziemlich lebendige Gegenwart.

          Hier war früher das Liverpool Institute for Boys, das Gymnasium, auf das Paul McCartney gegangen ist“, sagt die ältere Dame, als wir vor dem schweren klassizistischen Gebäude mit dem Säulenportal stehen, „links daneben die Arts School, die hat John Lennon besucht - bis er rausgeflogen ist.“ Dann wird ihre Stimme strenger: „John und Paul waren nicht auf derselben Schule, das ist auch einer der vielen Fehler, die über die beiden im Umlauf sind. Heute ist hier der Sitz des LIPA, des Liverpool Institute of Performing Arts, das Paul, um das leerstehende Gebäude zu retten, mit einer Spende über eine Million Pfund auf den Weg gebracht und die Queen 1996 eröffnet hat.“ - Ob er hier auch unterrichte? - „Nein, aber einmal im Jahr kommt er vorbei, dann steht er dort an der Tür und verteilt Stipendien. Yoko Ono war auch gerade da.“

          Die Beatles und Liverpool - das ist eins

          Andreas Rossmann

          Feuilletonkorrespondent in Köln.

          Schon wieder die Beatles. An jeder zweiten Ecke in Liverpool begegnen sie einem, auch im „Philharmonic Pub“, Hardman Ecke Hope Street, einem überladenen Schmuckkasten im Liberty-Stil mit Bleiglas-Fenstern, Wandverkleidungen und Tiffany-Lampen, wo man sich auf der schönsten, mit rosa Marmor ausgekleideten Herrentoilette des Vereinigten Königreichs erleichtern kann, sind sie uns über den Weg gelaufen. „Der große Nachteil des Berühmtseins ist, dass ich im ,Phil’ kein Bier mehr trinken kann“, hat John Lennon in seiner New Yorker Zeit der Gaststätte, in der Räume nach Brahms und Liszt benannt sind, nachgetrauert.

          Die Beatles sind Liverpool, und Liverpool ist die Beatles: Niemand aus der einst reichsten Hafenstadt der Welt hat es zu annähernd so großem Ruhm gebracht. Ein Museum erzählt die „Beatles Story“, ein Hotel trägt den Namen „Hard Day’s Night“, das kuriose Amphibienfahrzeug, das Beatles-Schauplätze, von Penny Lane über das ehemalige Kinderheim Strawberry Fields bis zu den Geburtshäusern, abklappert, heißt „Yellow Duck Marine“, die Busse der Konkurrenz laden zur „Magical Mistery Tour“, der Airport ist nach John Lennon benannt, die neue Echo Arena hat die Form eines Gitarrenkörpers, und nicht einmal die vier Apostel in der Metropolitan Cathedral sind davor sicher, als „fabulous four“ angepflaumt zu werden.

          Popbunte Kirchenfenster und Art Déco

          Dabei haben wir uns der freundlichen Führerin, auf deren Regenjacke RIBA (Royal Institute of British Architecture) steht, anvertraut, um diesen Teil von „Liverpool 8“, einem georgianischen Viertel, das der „Blitz“ weitgehend verschont hat, anzusehen und die Hope Street, eine der schönsten, geschichts- und kunstträchtigsten Straßen der Stadt, abzulaufen: von der Metropolitan Cathedral, dem größten katholischen Gotteshaus des Königsreichs, bis zur Liverpool Cathedral, dem größten anglikanischen Gotteshaus des Königreichs. Allzu mächtig geratene Wahrzeichen beide, steinerne Kontrahenten im Wettbewerb um die religiöse Vorherrschaft. Gerade mal eine halbe Meile liegt zwischen ihnen.

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