http://www.faz.net/-gsd-7sc7e

Album der Woche „Beatsteaks“ : Spiel’s noch einmal, Arnim Teutoburg-Weiß

  • -Aktualisiert am

Hörprobe: „DNA“ von Beatsteaks Bild: Warner Music

Die Beatsteaks machen Fortschritte beim Boogie und legen ein erfrischend abwechslungsreiches neues Album vor.

          Ist das noch Punk-Rock? Diese hochphilosophische, oft essentielle Frage stellten sich nicht nur „Die Ärzte“ vor gut zwei Jahren auf ihrem Album „auch“. Nach „Boombox“, dem letzten Studioalbum der Beatsteaks, mussten sich auch deren Anhänger langsam damit auseinandersetzen, wohin die musikalische Reise der Gruppe um den Chefcharismatiker Arnim Teutoburg-Weiß denn nun gehen könnte. „We’re stealing it from different planets and we put it on a boombox“ - so hieß und klang es damals gleichermaßen. Um die Schwere der Lage etwas zu relativieren: Punk ist man selbstverständlich im Kopf; innerlich waren die fünf Berliner eigentlich immer anarchische Quatschköpfe.

          Album der Woche : „Beatsteaks“ von Beatsteaks

          Drei Jahre hat es gedauert, zwei Singles haben die Wartezeit verkürzt oder, je nach Empfinden, ins scheinbar Unendliche gestreckt. Nun liegt der selbstbetitelte Nachfolger vor. Und siehe da, „DNA“ und „Gentleman of the Year“, der sommerlich-kurze Gute-Laune-Rocker und die entspannte Paul-Kalkbrenner-Verarbeitung, könnten jetzt beinahe exemplarisch für die Beatsteaks stehen.

          Reggae und Ska lassen grüßen

          Auf der einen Seite gibt es die Garagenrock-Nummer „A Real Paradise“, wenige Akkorde, ein süffisantes „Good Morning“, in knappen zwei Minuten ist alles gesagt. Oder „Be Smart And Breathe“, eine lässig angedeutete Verbeugung vor The Clash. Die poppigeren und freieren Beatsteaks klingen hingegen in Songs wie „Pass The Message“ und „Make A Wish“ an. Die Einflüsse aus Reggae und Ska, auf „Boombox“ noch allgegenwärtig, sind auch wieder da. „So long, so long, so long“, zitiert man fröhlich die Donots und Frank Turner.

          Vor dem inneren Auge holt sich Teutoburg-Weiß wieder einen weiblichen Festivalgast zum Tanzen auf die Bühne, während die rote Sonne hinter dem Bungee-Turm am Horizont versinkt. Natürlich haben die Beatsteaks sich verändert. Sie sind größer und bekannter geworden und klingen heute anders als 1995. Da sie aber eine erfrischend unbeschwerte Band sind, der man den Spaß an ihrer Musik anhört und -sieht, findet sich bis heute kein Totalausfall in ihrer Diskographie.

          Die neuen Songs klingen sogar frischer und vielfältiger als zuletzt, an den richtigen Stellen werden die richtigen Ideen eingeworfen. Da wären zum Beispiel das grandiose Sample und die „Jack and Diane“- Gedächtnisgitarre in „Creep Magnet“ oder der Horrorpunk-Einschub in „Everything Went Black“. Sogar an die Queens of the Stone Age fühlt man sich dank pumpendem Bass und Falsettgesang in „Up on the Roof“ erinnert. Auch die obligatorische obskure Nostalgiekeule ist mit „Wicked Witch“ wieder dabei. Als müssten sie uns noch irgendetwas beweisen.

          Nach kurzweiligen dreißig Minuten heißt es „Good Night“ von Arnim und dem Rest der Bande. Aber länger war das Ramones-Debüt damals ja auch nicht. Ihre wahre Macht stellen die Beatsteaks ohnehin live unter Beweis - und da selten unter eineinhalb Stunden. Bis dahin bleibt nur der Replay-Button: „Good Morning . . .“.

          Beatsteaks: Beatsteaks. Warner 5281523

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Soldaten-Witwe empört über Trumps Verhalten Video-Seite öffnen

          Kondolenzanruf : Soldaten-Witwe empört über Trumps Verhalten

          Die Witwe des in Niger gefallenen amerikanischen Soldaten La David Johnson ist verärgert über den Kondolenzanruf von Donald Trump. Er habe sich nicht einmal richtig an den Namen ihres verstorbenen Mannes erinnern können, sagte sie in der amerikanischen Fernsehsendung „Good Morning America“.

          Kelly Clarkson – Heat Video-Seite öffnen

          Musik : Kelly Clarkson – Heat

          „Heat“ ist der dritte Song auf dem Album „Meaning of Life“ von Kelly Clarkson, das am 27. Oktober erschienen ist.

          Topmeldungen

          Suche nach U-Boot : Flugzeug entdeckt Objekt auf Meeresgrund

          Bei der Suche nach dem vermissten argentinischen U-Boot sind die Retter laut Medienberichten auf eine Wärmequelle in 70 Metern Tiefe gestoßen. Wegen des Sauerstoffmangels spricht die Marine von einer „kritischen Phase“.

          F.A.Z. exklusiv : Lindner: Wir fühlten uns gedemütigt

          Im Interview mit der F.A.Z. spricht der FDP-Vorsitzende über die Gründe für den Ausstieg aus den Jamaika-Sondierungen. Vor allem einer Partei wirft Christian Lindner fehlende Kompromissbereitschaft vor.
          Der Jeep des Überläufers bleibt stecken.

          Korea-Konflikt : Video zeigt Jagd auf nordkoreanischen Soldaten

          Das Kommando der Vereinten Nationen in Südkorea wirft dem Norden vor, bei der Jagd auf einen Überläufer den Waffenstillstand gebrochen zu haben. Zum Beweis veröffentlicht es Videoaufnahmen, die an einen Actionfilm erinnern.
          Die Runde von Sandra Maischberger

          Talk-Kritiken : Im Beichtstuhl des Bundespräsidenten

          Nach dem vorläufigen Scheitern von Jamaika ist der Bundespräsident Herr des Verfahrens. Die Debatten in Talkshows zeigen: Auf das Staatsoberhaupt wartet keine leichte Aufgabe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.