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Rezension: Sachbuch : Stets Schlimmeres verhütet

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Und so am Schlimmsten mitgewirkt: eine Biographie des Franz von Papen

          Joachim Petzold: Franz von Papen. Ein deutsches Verhängnis. Buchverlag Union, München und Berlin 1995. 335 Seiten, 58,- Mark.

          "Ich glaube ihn und seinen Charakter sehr genau zu kennen . . . Ich habe ihm immer mildernde Umstände in meinem Urteil über ihn zugebilligt wegen seiner abnormen Beschränktheit." So urteilte Adenauer nach dem Krieg über Franz von Papen, den Reichskanzler der zweiten Jahreshälfte 1932 und Vizekanzler unter Hitler 1933/34. Nur wenige sind Adenauer darin gefolgt, auf mildernde Umstände zu plädieren; die Nachkriegshistoriker haben vielmehr Papens Mitverantwortung an der "Machtergreifung" herausgearbeitet, gleichzeitig aber auch stets seinen Dilettantismus hervorgehoben.

          Papen (1879-1969), Sproß eines alten katholisch-westfälischen Adelsgeschlechts, hatte seine Karriere noch im Kaiserreich begonnen, und zwar am Hof Wilhelms II., wo er nach der Kadettenausbildung als Page diente. Durch seine Heiratsverbindung mit einer saarländischen Industriellenfamilie wurde er finanziell unabhängig und konnte seiner Leidenschaft, dem Reitsport, frönen, was ihm später als Politiker das abschätzige Beiwort "Herrenreiter" einbrachte. Der Erste Weltkrieg sah ihn anfangs als Militärattaché in Washington, von wo aus er recht dilettantische Sabotageakte inszenierte, um den transatlantischen Waffennachschub für die Alliierten zu behindern. Zur Persona non grata erklärt, fand er militärische Verwendung an der Westfront und später in der Türkei. Nach dem Zusammenbruch zog er sich auf seine Güter zurück, trat allerdings bald darauf in die Politik ein, und zwar ins Zentrum, wo er als preußischer Landtagsabgeordneter ziemlich isoliert am rechten Rand der Partei stand. Dies lag vornehmlich daran, daß er - wie viele seiner Standesgenossen - die Rückkehr zum untergegangenen Reich predigte, verbrämt in christlich-konservativ-monarchistische Mythen. Immerhin gelang es ihm in den zwanziger Jahren, durch den Aufkauf der Aktienmehrheit entscheidenden Einfluß auf die Zentrums-Zeitung "Germania" zu gewinnen.

          Seine große Stunde kam in der Endphase der Weimarer Republik im Juni 1932. Nach dem Sturz des Präsidialkabinetts Brüning suchte man im Kreis um Hindenburg und Schleicher, den starken Mann der Reichswehr, einen Mann, dem man den Zusammenschluß der "nationalen Rechten" zutraute, der wiederum den Umbau der Republik in eine autoritäre Staatsform ermöglichen sollte. Papen gelang es jedoch nicht, das Zentrum einzubinden; er mußte aus der Partei austreten, um dem Ausschluß zuvorzukommen. Sein "Kabinett der Barone" leistete dennoch entscheidende Vorarbeit für die weitere Demontage der Republik: Mit dem "Preußenschlag", der Absetzung der preußischen Regierung und deren Ersetzung durch Reichskommissare, wurde im Juli 1932 die letzte bedeutende demokratische Bastion des Reichs geschleift.

          Falsche Annahmen

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