24.11.2004 · Andreas Maier, der zum ersten Stadtschreiber Potsdams werden sollte, nimmt das Stipendium nicht an. Man hatte von ihm verlangt, ein Loblied des Plattenbaus zu singen, der ihn beherbergen sollte.
Wer hätte gedacht, daß der Bitterfelder Weg, eine Sackgasse des sozialistischen Realismus, nach Potsdam führt? Die Querelen um die adäquate Unterbringung des ersten Potsdamer Stadtschreibers Andreas Maier gehen weiter.
Die zunächst als Notlösung in letzter Minute anvisierte Wohnung in einer Plattenbausiedlung wird nun nachträglich als zentraler Bestandteil des Stadtschreiberprojektes definiert. Jetzt soll sich Maier vertraglich verpflichten, die „Visionen eines würdigen, humanen und kulturvollen Lebens“ der Potsdamer Plattenbaubewohner „künstlerisch aufzugreifen“.
Da Maier die Querelen leid ist und das bestellte Lob der Platte nicht singen will, tritt er von dem Stipendium zurück. Jetzt fürchtet Potsdam negative Folgen für die Bewerbung als Kulturhauptstadt des Jahres 2010.