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Philip Mirowski im Gespräch Die Linke hat auch keine Antwort

 ·  Die entfesselte Maschine: Es gibt keine Möglichkeit, das Computersystem der Finanzmärkte zu beherrschen. Den Wirtschaftswissenschaftlern brechen die Fundamente ihrer Theorien weg.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (30)
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Rudolf Scheutz
Rudolf Scheutz (rs178) - 19.02.2013 07:51 Uhr

Super

1. Wie wahr: die Unis vertreiben Kritiker in Scharen.
2. Computer/netzwerke sind vom Menschen nicht beherrschbar.

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Tyler Durden Volland

@ Erik Staack Danke....

Wo wäre dieses Land ohne seine Oberlehrer die allen den rechten Weg zu weisen wissen...

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Thomas Gaugen

Platonischer Schwach sinn oder Philosophenkönige (Mont Pelerin) als Wegweiser aus der Krise (II)

Darüber hinaus verwechselt Mirowski bstraktionen wie die ökonomischen Rationalität mit perfekten und vollkommenen Wirklichkeiten.[.....] Allerdings was ist unter ökonomischen Rationalität zu verstehen? Versucht nicht der Homo oeconomicus glücklich zu werden? Ich glaube doch. Beim Homo oeconomicus, geht es nur darum, dass er (halbwegs) weißt/ahnt welche seine Präferenzen sind und danach handelt. Und ich denke, wir sind alle einverstanden, dass (es sei denn sie leiden unter Bipolarität oder ähnliches) genauso tief egoistische Menschen wie tief altruistische Menschen nach ihre Präferenzen (seien diese altruistische oder egoistische) handeln.

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Thomas Gaugen

Platonischer Schwach sinn oder Philosophenkönige (Mont Pelerin) als Wegweiser aus der Krise

Darüber hinaus verwechselt Mirowski Abstraktionen wie die ökonomischen Rationalität mit perfekten und vollkommenen Wirklichkeiten. Aber die meisten von ihm kritisierten Ökonomen (oder mindestens der größten Teil derer, die nicht ihr Studium auswendig gelernt haben) wissen doch, dass die Wirtschaftsmodelle bloß Abstraktionen sind. Annäherung an eine viel komplexere Wirklichkeit (es fängt schon an, dass jeder Mensch eine Welt für sich ist). Und genauso wie es das perfekte Dreieck als materielles Ding nicht gibt, dann gibt es umso weniger perfekte Märkte in der Wirklichkeit. Allerdings was ist unter ökonomischen Rationalität zu verstehen? Versucht nicht der Homo oeconomicus glücklich zu werden? Ich glaube doch. Beim Homo oeconomicus, geht es nur darum, dass er (halbwegs) weißt/ahnt welche seine Präferenzen sind und danach handelt. Und ich denke, wir sind alle einverstanden, dass (es sei denn sie leiden unter Bipolarität oder ähnliches) genauso tief egoistische Menschen wie tief altruistis

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Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 17.02.2013 19:59 Uhr

Fundamente der Theorie und die schwache Ausrede dass die "Linke" auch keine Antwort hat.

Ich komme Ursprünglich aus einem Ingenieurberuf und habe als Zusatzqualifikation Wirtschaftsingenieurwesen draufgesattelt. Ja Wirtschaftswissenschaften sind schwammig. Das zu leugnen macht keinen Sinn egal wieviele mathematische Modelle entwickelt werden und wie viel falsche Sicherheit damit vorgegaukelt wird. Was aber Offensichtlich wird ist das der Versuch mit kleinen Zentralbankzinsen die Wirtschaft aufzufrischen um mehr Wachstum zu generieren und damit auch Arbeitsplätze zu schaffen nur dazu führt, dass ein übermass an Liquidität zur verfügung steht die nur für Spekulationen genutzt wird.
.
Realwirtschaftliches Wachstum braucht Kunden die für ihre Leistungen bezahlen. und je nachdem wer diese Kunden sind werden eben andere Leistungen erbracht. Wenn Bill Gates Malariaforschung Finanziert werden Malariamittel entwickelt. Wenn die Menschen Geld für Essen haben wird nachhaltig in Nahrungsmittelproduktion Investiert. Und dieser Mechanismus ist gut weil er Funktioniert.

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Oswin Haas
Oswin Haas (osos1009) - 17.02.2013 10:55 Uhr

Gordischer Knoten

Ja, das weltweite Wirtschafts- und Finanzsystem ist eine "entfesselte Maschine", d.h. eine menschengemachte Struktur, die sich verselbständigt hat. Sie hat sich aus der in uralten Zeiten vollkommen nebensächlichen Warenwirtschaft, des gelegentlichen "Über's-Ohr-Hauen", zum alles beherrschenden kulturellen Prinzip erhoben. Doch die Funktion von Kultur ist, dass die Menschen sich ein adäquates Bild ihrer Realität als natur- und mitmenschabhängige Wesen erarbeiten und er-leben, damit sie auf ihre Weise und zu ihrem Glück dauerhaft in der Gesamtnatur richtig agieren können. Die "entfesselten Maschine" ist daher eine Un-Kultur. Sie ist ein krankes Wahnbild und kann daher weder ein Objekt für wissenschaftliches Forschen noch Grundlage für eine menschliche Kultur sein. Sie gehört zerschlagen wie einst der gordische Knoten. Alles Gerede von Spieltheorie, Neoliberalismus, Märkte, Wirtschaftsgeschichte, etc. sind nur pharisäische Scheinfechtereien. Sie lenken ab und führen zu nichts.

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Paul Banaschak

Wer behauptet, dass es kein Marktversagen gibt?

Die Frage ist doch wohl: Kann es der Staat besser?
Und genau deshalb hat Böhm-Bawerk zwei Bedingungen für staatliches Eingreifen genannt:
1. Es muss sich um eine existentielle Entscheidung handeln, die irreversibel ist und
2. Es muss zumindest die Chance bestehen, dass durch ein staatliches Eingreifen eine bessere Lösung erzielt wird.
Und wenn wir bei der Umweltpolitik mal schauen, was Rot/Grün mit dem Biosprit angerichtet hat, sehen wir wohl eindeutig, dass wir mit staatlichem Eingriff kein besseres Ergebnis sondern sogar ein viel viel schlechteres Ergebnis erzielt haben. Oder wie wollen sie das nennen, wenn in Brasilien Regenwald abgebrannt wurde, um auf ihm Sojabohnen anzupflanzen und wir ca. 87 Jahre benötigen, um mit diesem Biosprit die Emmisionen einsparen, die beim Abbrennen sofort in die Umwelt gelangt sind?
Im Übrigen hat uns dieser Mann nicht eine Zeile geliefert, in der er die Verhaltenswissenschaftler auf der falschen Fährte überführt hat. Lediglich eine Behauptung in de

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Tyler Durden Volland

@Johannes Eckstein Sie machen es sich ein wenig zu einfach....

Ihre Feststellung ist natürlich richtig: "Die sógenannte Weltfinanzkrise ist eine simple Schuldenkrise, deren Lösung - Bankrotterklärung der betroffenen Akteure, Schuldenschnitt und Neuanfang - aus politischen Gründen um jeden Preis vermieden bzw. verzögert wird."

Da sich diese Tatsachen aber bereits rumgesprochen haben, sollte ihnen doch zu denken geben, dass es anscheinend nirgends jemanden gibt, der in der Lage ist diese banale Lösung umzusetzen.
Ich weiss noch genau was ich an shitstorm erntete als ich damals am Anfang gleich den banalen Vorschlag machte, die HRE einfach Pleite gehen zu lassen.
All die typischen FAZ Krämerseelen waren entrüstet! Heute, wo es viel zu spät ist, weiss es man es besser.

Das Dilemma ist das ALLE mit drinstecken, einschliesslich der Wähler in den Demokratien, die sich allen Parteien verweigern, die eine Lösung umsetzen wollen.

Dummheit und Habgier regieren alles.
Naja, dann bezahlt halt, wenn euch das lieber ist.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.02.2013 19:41 Uhr
Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 17.02.2013 19:41 Uhr

Ich hoffe niemand nimmt ihren indirekten Aufruf ernst

Tyler Durden auch bekann als Hauptfigur aus dem Film "Fight Club".
.
Ich habe den Film gesehen und fand ihn als Film ansprechend aber aus der Geschichte eines Menschen der an Schizofrenie litt, die durch ein Übermass an Stress ausgelöst wurde, der aus der Arbeitszeit herrührte.
.
Unter diesem Pseudonym den Ausspruch: "Naja, dann bezahlt halt, wenn euch das lieber ist." zu veröffentlichen kann in einem Kranken Geist sicher den Falschen Film ablaufen lassen.
.
Ich habe mir überlegt diesen Kommentar einfach als Verstoßmeldung abzugeben aber damit würden die Kranken Geister die es vieleicht schon gelesen haben, der Möglichkeit beraubt darüber nachzudenken.

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Ralf Wagner

Neoliberaler Mainstream?

Da sind dem Autor doch wohl ein paar ganz entscheidende Erinnerungen abhandengekommen.
Spätestens seitdem Alan Greenspan mit einer extremen expansiven Geldpolitik (Keynes) die Folgen der Dotcom-Krise bekämpfen und die Administration mit einem „Jeder Amerikaner muss sich ein Haus bauen können“-Programm (expansive Fiskalpolitik, ebenfalls Keynes) die Konjunktur retten wollten, sollte wohl jedem der Paradigmenwechsel aufgefallen sein. Und der war auch ursächlich für die Blasenbildung am Finanzmarkt und er ist es bis heute. Krugman, Stiglitz, Summers & Co., also diejenigen, welche heute das ökonomische Denken in den USA bestimmen, sind vieles aber keine Neoliberalen. Mit ihren hemmungslosen Forderungen nach noch mehr Schulden und noch Gelddrucken befeuern sie auf der einen Seite die nächste Blase und auf der anderen Seite das Wuchern des Finanzsektors, den sie als „gute Linke“ gerne kritisieren.
„Man kann die Wahrheit ignorieren aber nicht ihre Folgen.“ (Ayn Rand) Wie wahr.

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Herold Binsack
Herold Binsack (Devin08) - 16.02.2013 18:22 Uhr

Doch wir wissen es!

Ich als Linker frage jetzt mal ganz naiv: was ist denn ein Linker? Ein linker Ökonom gar? Sie sagen doch selber: „Es gibt nur noch wenige von uns, die sich ernsthaft mit der Geschichte des ökonomischen Denkens beschäftigen…“ Diese und Marx studiert zu haben, gründlich studiert zu haben, ihn anwenden können, ja weiter entwickeln, das wäre für mich die Mindestanforderung an einen „linken Ökonomen“. Doch Keynes statt Friedman, soll ich lachen? Wenn nicht gar Hayek mit drin. In einem haben Sie unbedingt recht: Die Ökonomen sind Teil des Finanzsektors. Keine Frage. Doch wo Sie annehmen, dass „da draußen keiner Bescheid wüsste“, da irren Sie sich. Jeder weiß Bescheid. Nur diese Ökonomen sind derart ignorant, dass Sie das nicht interessiert. Sie fühlen sich wohl als Eingebettete im Finanzkapital. Doch das macht sie so überflüssig wie das Finanzkapital schwach. Denn auch da haben Sie recht: Die Finanzkrise ist eine intellektuelle Krise. Und glauben Sie mir, auch das wissen die Leute.

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Peter Blickensdörfer

"Wenn wir bezahlt werden," dann muss das Gelieferte für den Bezahlenden "richtig sein".

„Die gängigen makroökonomischen Modelle sind zu einem großen Teil verantwortlich für die Krise.“ „In unserem analytischen Rahmenwerk sind viele Dinge falsch.“ (Stiglitz - August 2011). Keine Selbstkritik zur Besserung deshalb, weil auch Nobelpreisträger nicht auf den Gedanken kommen (können) - "Sie sind Teil dieser Kultur" - es könnte an dieser Kultur des Denkens liegen, Beschreibungen von Erscheinungen und Schilderung erscheinender Abläufe, oder Erzählungen kämen wissenschaftliche Erkenntnisse zum Ausdruck. Sie sollten zunächst ihr Sprach-Werkzeug überprüfen, dass vor allem aus scheinbaren Begriffen besteht, die aber ermöglichen, dass "jeder die Freiheit hat, das zu glauben, was er will. Das geht über Lügen weit hinaus." Mit diesem wird verschleiert und soll das richtige Verstehen(Denken) verschleiert werden. Auch, dass damit den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Menschheit widersprochen wird. Der Erkenntnis-Widerspruch muss überwunden werden.

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Johannes Eckstein
Johannes Eckstein (dc-3) - 16.02.2013 16:52 Uhr

Aufgeblasenes Theoretikergeschwurbel

Die sógenannte Weltfinanzkrise ist eine simple Schuldenkrise, deren Lösung - Bankrotterklärung der betroffenen Akteure, Schuldenschnitt und Neuanfang - aus politischen Gründen um jeden Preis vermieden bzw. verzögert wird. Dazu braucht es keine großartigen Theorien, das ist kaufmännisches Einmaleins, und es ist völlig wurscht, ob die Märkte vollkommen, halb transparent oder unwissend sind....

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Michael Arndt

Würde da nicht etwas gesunder Menschenverstand helfen?

Marktwirtschaft ist immer das bessere System, wenn
a) die Akteure auf eigenes Risiko handeln und man sie
b) konsequent Pleite gehen lässt, wenn sie ihre Risiken nicht im Griff haben.
Banken können gerne nicht verdiente Boni ausschütten, wenn man sie danach abschmieren lässt. Die Finanzmärkte können entfesselt sein wie sie wollen, nur müssen die Teilnehmer dafür ihren Kopf hinhalten.
Das Gute liegt so nah und die Lösung ist so einfach...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.02.2013 20:11 Uhr
Wolfgang Kaeflein
Wolfgang Kaeflein (Wokae) - 16.02.2013 20:11 Uhr

@ M. Arndt

natürlich würde gesunder Menschenverstand helfen.

Doch wie Mirowski beschreibt, geht es den Neoliberalen nicht um gesunden Menschenverstand, sondern darum das (ihr) Süppchen zum eigenen Vorteil zu kochen. Siehe Beispiel mit den Emissionsrechten.

Oder nehmen Sie die Eurokrise. Alle maßgeblichen Akteure beteuern, ja das ist schrecklich, es muss sich unbedingt was ändern, so was darft nie mehr passieren. Und? es ändert sich nichts, zumindest nicht in der Richtung wie auch Sie argumentieren.

Die Neoliberalen wollen die Freiheit der Märkte aber genau in der Art und Weise, dass sie ihren Vorteil daraus ziehen unnd keine Märkte, bei denen sie als Teilnehmer am Ende haften oder ihren Kopf hinhalten müssen.



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Martin Wehlan
Martin Wehlan (wehlan) - 16.02.2013 15:48 Uhr

Einfach mal die richtigen Bücher lesen

und schon versteht man, was Geld und Zins ist. Das entscheidende Buch dazu "Eigentum, Zins & Geld" wurde bereits 1996 von Heinsohn & Steiger geschrieben, aber kaum von Wirtschaftswissenschaftlern zitiert. Denn es räumt mit den neoklassischen Vorstellungen radikal auf. Märkte sind weder heilig, noch allwissend, sondern sind dem Kredit nachgeordnet. Erst kommt der Kredit mit Zins, dann versucht der Unternehmer, diesen Kredit samt Zins dadurch zu tilgen, dass er marktfähige Produkte anbietet. Um aber überhaupt Kredit zu bekommen, braucht man Eigentum, dass der Unternehmer der Bank verpfänden kann. Fehlt dieses Eigentum (z.B. Patente), gibt es keinen Kredit und keine Wirtschaft, siehe Griechenland. Politik kann die Märkte verzerren, z.B. die Zentralbank durch Billigzins oder Regierungen durch Subventionen. Dann tanzen die Märkte zur Politik, die bestellt wird. Wenn ein Staat wirklich etwas sinnvolles tun will, dann sollte er sich bemühen, die Kreditfähigkeit seiner Bürger zu stärken.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.02.2013 17:22 Uhr
Hanns Hartz
Hanns Hartz (HanHar) - 18.02.2013 17:22 Uhr

ist jedenfalls

eine überzeugendere Theorie des Geldes als der Mythos des Tausches ...

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Andreas Gehrmann

Puh!

Vielen Dank für den Artikel!
Ich hatte eigentlich schon Hoffnung geschöpft, dass sich die kritischen Ökonomen endlich langsam Gehör verschaffen! Tja, wohl doch nicht!
Es ist schlimmer als ich bisher angenommen habe ...

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Erwin Stahlberg

Mich wundert…

…daß mit keinem Wort die ungeheure und ungeheuerliche
SCHÄDLICHKEIT der EU mit ihrer

KAPITAL-VERKEHRS-FREIHEIT

erwähnt worden ist.

Hier liegt ein schauriges Musterbeispiel vor,

wie und womit man Völkern schaden kann.

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Jörg-Ulrich Wölfel

Oh, ihr heiligen Märkte!

- Der Märkte Wille geschehe
- Ökonomen, der Märkte Hohepriester
- Ratingagentur, die heilige Inquisition
- Bankenhochäuser, die neuen Dome
- Finanzadel, von der Märkte Gnaden
- Oh, ihr heiligen Märkte, was sollen wir euch opfern? Demokratie, Gerechtigkeit, Nächstenliebe.
- 1789

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.02.2013 10:23 Uhr
Oswin Haas
Oswin Haas (osos1009) - 17.02.2013 10:23 Uhr

Sie haben es fast auf den Punkt gebracht!

"Die Märkte" sind nicht der zentrale alles lenkende Gott. Sie sind nur die heilige Kuh, die vorgeschoben wird, damit man diesen Gott, der eigentlich der Teufel ist, nicht so klar sieht. Dieser Ungott (von "ungut") heißt Profit- und Machtgier. Er hat sich über Jahrhunderte ein System geschaffen, die Warenwirtschaft, welches ihm selbst die alleinige und totale Gewalt über die Menschen sichert. Demokratie, Gerechtigkeit und Nächstenliebe sind darin nur leere Worthülsen, Ideale, die den Gott aber erträglicher erscheinen lassen. 1789 hat der Ungott den Egoismus zu seiner offiziellen Staatreligion erhoben.

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Werner Eickhoff

Theorie

Eine fundierte Kritik der Hayekschen Heilslehre liefert der Soziologe Günter Dux in „Warum denn Gerechtigkeit“. Es ist die Aufgabe der Politik das Problem zu lösen, nur weigert diese sich.

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Sebastian Jülich

Wissenschaftshistoriker schauen eben nach hinten

"Die Theorie aber, die uns gegenwärtig zur Verfügung steht, erlaubt uns nicht zu begreifen, wie sich ein normal operierendes System so entwickeln kann, dass es sich selbst untergräbt. Keines der existierenden Modelle kann das nachzeichnen."
Das stimmt nicht. Denke Spieltheorie (speziell wiederholte Spiele) vernetzt mit Chaos- und Graphentheorie und das Nachzeichnen funktioniert. Dynamiken und Selbstzerstörung können damit abgeschätzt werden. Das hat auch schon begonnen. Allerdings konnten auf diesem Gebiet erst seit der Jahrtausendwende erste Fortschritte gemacht werden, da bis dahin die nötige Rechenleistung nicht vorhanden war und wesentliche Ergebnisse der Graphentheorie für diese Verschmelzung erst Mitte des letzten Jahrzehnts entstanden sind.
John von Neumann hat diese Stoßrichtung übrigens schon in den 50ern vorgeschlagen. Ein Wissenschaftshistoriker sollte wenigstens das wissen, wenn er auch die Augen vor neuesten (noch nicht historischen) Entwicklung zu verschließen scheint.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.02.2013 01:38 Uhr
Sebastian Jülich

Funktionieren von Modellen und friedliche Zeiten

"Damit ihre Modelle funktionieren" - "damit Ihre Behauptung funktioniert" würde ich entgegnen.
Verdammen Sie Kepler und Galilei, weil ihre Berechnungen nicht exakt passen?!
Die Spieltheorie betrat 1944 ebenso mathematisches Neuland. Auf unbekanntem Terrain gilt es, zunächst mit einfachen Mitteln Lösungen zu finden, ehe kompliziertes oder komplexes Gerät zum Einsatz kommt. Der h.oe. dient der Ökonomie seit jeher als einfaches Versuchskaninchen. Erweist sich das Land als tragfähig, kommen nicht-rationale Agenten zum Einsatz, unvollständige Information, Chaos, ... eben und gerade in der Spieltheorie.
Intention war übrigens die rationale Konfliktlösung z.B. in Verhandlungen, ergo: Verwende einen rationalen Agenten. Von einem solchen Verhandlungsergebnis weicht niemand Rationales ab. Er verschlechterte sich selbst. Es ist eine Empfehlung, normativ: Seid im Konflikt rational, dann nimmt keiner einseitig Schaden.
"keine friedliche Zeiten" Vgl. Kants vernünftige Teufel in "Zum ewigen Frieden".

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Sebastian Jülich

War diese Antwort als vorgetäuschter intelektueller Totalschaden gemeint oder glauben Sie das?

Der Homo oeconomicus wurde etwa um 1850 "geboren". Nach seiner Geburt führte er ein reges und bereits durchgesetztes Leben als Simulation(!) des durchschnittlichen(!) Verhaltens einer Menge(!) von Individuen im ökonomischen Kontext und nicht als Gebrauchsanweisung individuellen menschlichen Handelns. Diese Anweisungen geben Psychologie, Ethik und Theologie. John von Neumann deutete die Spieltheorie 1927 an und baute sie mit Oskar Morgenstern 1944 aus.
Der h.oe. ist des Weiteren kein Egoist. Egoist ist, wer wiederholt(!) nur zum eigenen Vorteil und gleichzeitig zum Nachteil anderer handelt. Dagegen beschreibt der h.oe. in einer einzigen(!) ökonomischen Situation einen rational handelnden Agenten. Er handelt im eigenen Interesse bei gleichzeitiger Antizipation der Konsequenzen. Sein Interesse hängt von der Situation und seiner Nutzenfunktion ab und hat keinerlei Absicht, anderen zu schaden. Seine Handlung kann selbstredend zum Besten der anderen sein.

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Wolfgang Kaeflein
Wolfgang Kaeflein (Wokae) - 16.02.2013 20:46 Uhr

Besser nach hinten schauen als der Spieltheorie aufsitzen

Ist es nicht die Spieltheorie, die den Begriff des Homo Oeconomicus durchgesetzt hat, des rationalen Egoisten (damit ihre Modelle funktionieren). Unterm Strich zähle nur ich, wohin hat und wird uns diese immer weiter verbreitete Grundhaltung noch führen? Sicher nicht zu Wohlstand für alle (oder doch zumindest für die meisten) und damit auch sicher nicht in friedliche Zeiten.

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Ulrich Dissars
Ulrich Dissars (Dissars) - 16.02.2013 14:19 Uhr

Auch in Zukunft werden die Ökonomen versagen, denn sie sind "bezahlt".....

"...In Harvard gibt es berühmte Leute, die sagen: Wenn wir bezahlt werden, müssen unsere Ergebnisse auch richtig sein. Das ist kein Witz, Leute sagen heute solche Sachen!...."

Es leider ist es auch in Deutschland der Fall. Hier werden uns so genannt "Experten", die jedoch nur Lobbyisten der Banken und Versicherungen sind, seitens der Medien als "klügster Professor Deutschlands" und ähnlich vermittelt.
Schuld haben ganz entscheidet die Medien, die in ihrer Funktion versagen und die Ursache dieser Systemkrise in der "Maßlosigkeit" der Anleger und Verbraucher sehen.

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16.02.2013, 13:04 Uhr

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