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Pew Research Center Wie Strom durchdringt das Netz die Welt

Das „World Wide Web“ gibt es seit 25 Jahren, jetzt legt das amerikanische Pew Research Center eine Studie vor, die sagt, wie es im Jahr 2025 aussehen wird. Wenn man es dann überhaupt noch bewusst erkennen wird.

© F.A.S Big Data kann helfen, Leben zu retten. Aber nur, wenn man die Informationsflut bewältigt.

Das Internet hat Geburtstag. Am 12.3.1989 stellte Tim Berners-Lee ein Informations-Management-System vor, das die Grundlage für das „world wide web“ werden sollte. 25 Jahre später ist unser Leben vom Internet durchdrungen.

Das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center hat zu diesem Jubiläum rund 2.500 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Trendbüros gefragt: Wie wird unsere digitale Welt im Jahr 2025 aussehen? Was wird von unserer Vorstellung vom Begriff „Privatsphäre“ noch übrig sein? Wie sicher werden unsere Daten sein? Und was ist von der großen Idee der Netzneutralität noch da?

In der Vorstellung der Experten wird die Welt im Jahre 2025 umfassend vernetzt und das Internet so alltäglich sein, dass es sich im täglichen Leben wie Elektrizität verhalten wird: unsichtbar, aber allgegenwärtig und für fast jeden zugänglich. Die Verbreitung von Sensoren, Kameras, mobilen und tragbaren Geräten wird nach Meinung der Experten weiter anwachsen, bis wir in einer total globalen und vernetzten Umgebung leben.

Das Ende des bewussten Surfens

Schon jetzt finden sich solche Szenarien ansatzweise in der Realität: Googles Datenbrille oder Nikes Fitnessarmband „Fuel“ sind dicht an den Körper herangewachsene Instrumente, die uns permanent Informationen über uns und unsere Umwelt produzieren. Smartphone-Apps messen unsere Schlafzyklen, hören unsere Umgebung nach Songs ab oder trainieren verschiedene Gehirnareale. Und doch sind wir uns der Nutzung dieser Technologien noch bewusst. Noch, so die These des Pew Research Centers.

Google Glass © AP Vergrößern Google Datenbrille: „Wir werden nicht mehr darüber nachdenken, „online zu gehen“ (...) – wir werden einfach online sein und schauen.“

Denn Joe Touch, Direktor am Informationswissenschafts-Institut der Universität Southern California, prophezeit das Ende einer bewussten Wahrnehmung: „Das Internet wird eine im Hintergrund laufende Ressource sein, die einen großen Teil unseres täglichen Lebens beeinflussen wird. Wir werden nicht mehr darüber nachdenken, ‚online zu gehen‘ oder ‚etwas im Internet nachzuschauen‘ – wir werden einfach online sein und schauen.“

Die Experten sind sich sicher, dass schon bald „Augmented Reality“, also eine computertechnisch erweiterte Realität in unser Leben integriert sein wird. Hochtechnologisierte Geräte werden unser Leben und unseren Lebensstil beobachten und schnell Feedback geben. Über Sensoren am Körper könnte es so schon bald möglich sein, vor Gesundheitsrisiken zu warnen oder Krankheitssymptome frühzeitig zu erkennen.

Algorithmen entscheiden, was wichtig ist

Die weltweite Vernetzung und Informationszugänglichkeit wird laut Studie auch die Politik verändern – und das nur zum Besten. Friedliche Bewegungen werden sich formieren. Das Bewusstsein für Missstände wird sich verbreiten, Menschen auf der ganzen Welt werden für politische Aufklärung sorgen, Initiativen unterstützen, verbreiten und Forderungen publik machen. Da sich potentiell jeder Mensch mit jedem anderen auf der Welt vernetzen kann, werden Staaten zunehmend Probleme haben, die Menschen innerhalb ihrer Landesgrenzen zu kontrollieren, so die Studie.

Die negativen Eigenschaften des Menschen werden trotzdem nicht ganz verschwinden. Es wird nach wie vor Gewalt, Pornografie, Kriminalität und Dummheit geben: „Cyber-Terrorismus wird alltäglich sein. Privatsphäre und Vertraulichkeit werden der Vergangenheit angehören. Online-„Krankheiten“ mentaler, physischer und sozialer Natur werden Familien und Gemeinschaften beeinflussen und sich rasant verbreiten“, prognostiziert Llewellyn Kriel, Chefredakteur von Top Editor International Media Services.

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Schon heute machen es uns die Algorithmen von Google oder Amazon sehr leicht, relevante Informationen zu finden oder sogar schon auf ein Thema aufmerksam zu machen, was unseren Interessen entspricht. Diese Personalisierung wird sich noch um ein Vielfaches steigern, so die These der Studie. Das wird aber auch dazu führen, dass wir aufhören, neue Gebiete zu erforschen und somit unseren Horizont begrenzen – auf das, was die Algorithmen für wichtig halten.

Quelle: FAZ.NET

 
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