27.10.2011 · Seit vier Wochen twittert der CDU-Politiker Peter Altmaier. Die Netzwelt jubelt. Doch auf der Netzpolitik-Diskussion UDL Digital in Berlin wird er ganz analog in die Zange genommen.
Von Jan Ludwig und Melanie MühlRichtlinien für Lesermeinungen
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...ist also erfüllt. Genau so wie der Absturz von SecondLife
eingeläutet war, nachdem jede Volksbank-Filiale ihre eigene
"Virtuelle Bank" aufgemacht hatte, scheint es jetzt anderen
Plattformen an den Kragen zu gehen.
Dass es Herrn Altmaier mehr um Aussenwirkung als um
"Anwendungsbezug" geht ist deutlich und hinterlässt den
faden Geschmack des Fremdschämens. Erinnert an den
"Mittfünfziger-Onkel" mit Bierbauch "voll beim
Abrocken" in der Teenie-Disko. Hier schlägt einem echte
Verzweiflung entgegen.
Ein Tipp: Nicht den PR-Berater mit der schrillsten iPhone-Hülle
beauftragen sondern nach Stimmigkeit der Konzepte schauen.
Ansonsten Herr Altmaier: wenn es Ihnen "ums Netz" geht,
sollten Sie nicht in Berlin Flachheiten unters Volk bringen sonder nach
Bayern fahren und dort Fragen stellen.
Worum es Herrn Altmeier mit dem Getöse um sein triviales Erweckungserlebnis wohl geht, weiß wohl nur er selbst. Möglicherweise geht es nur um ihn persönlich. Hastig noch nach einem Zipfelchen Zukunft greifend, die sich so verlockend auf der anderen Seite der Brücke mit der Leichtigkeit des (Web-)Seins in faszinierender Lebendigkeit und Dynamik entwickelt. Twittern ist für viele so banal wie telefonieren, Auto fahren oder essen. Vielleicht sollte er langsam achtgeben, nicht peinlich rüberzukommen. So wie etliche Leute in fortgeschrittenem Alter, die sich der Sprache der jungen Generation bemächtigen, um sich jung zu fühlen. Die finden dann vernehmbar alles geil oder cool. Es besteht eben ein signifikanter Unterschied zwischen Identität und geliehener Identität.