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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Per Mausklick in den Urlaub Wie das Internet unsere Reiselust verdirbt

 ·  Ein Ferienhaus mit Pool in Umbrien? Oder lieber doch in der Provence? Sind nicht die Malediven im Moment besonders günstig? Wer sich in die Ferne googelt, bringt seine Reiselust zur Strecke. Ein Selbstversuch.

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Georg Fromm

Wenn frau nicht so genau weiss...

...wo sie eigentlich hin will, dann ist die Domizil-Suche per Internet natürlich noch schwieriger. Ansonsten gibt's auf jedem Portal ja X Kriterien, um die Suche einzuschränken. Und - wenn nicht grad nicht der Hauptsaison an begehrtesten Orten - allein oder zu zweit die Möglichkeit, einfach loszufahren und unterwegs spontan zu nächtigen. Was ja Familien zum Beispiel nicht können.

Ich weiss jedenfalls noch, wie's früher war mit Katalogen und ohne Google: kleines Angebot, Informationen unsicher, mühsames Geblättere, 1 schlechtes Bild pro Objekt. Seit 15 Jahren buch ich nun Häuser im Internet, nie eine schlechte Erfahrung gemacht. Das möcht ich wirklich nicht mehr missen. Die Erfahrung lehrt aber auch: wenn mal zwei, drei taugliche Häuser in der Auswahl sind, sollte man sich entscheiden. Weiter schauen hilft nicht.

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Christian Meyleran

Das Internet desillusioniert...

... vor allem dann, wenn man hofft, in der Ferne etwas zu entdecken. Alles, was im Internet beschrieben ist, ist offensichtlich bereits entdeckt und so detailliert veröffentlicht, dass eine eigene Entdeckung eben oft keinen Sinn mehr macht.
Ich glaube, das Reisen funktioniert leider heute einfach nicht mehr so wie zu Homo Fabers Zeiten, wegen dem Internet und aus vielen anderen Gründen. Deshalb reise ich nicht mehr, sondern mache nur noch Urlaub. Dazu kann man das Internet wiederum prima gebrauchen.

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Henk Wilbert

Bekannte Ferne, unbekannte Nähe

Diesen Sommer möchte ich meine Nachbarschaft kennenlernen.
Hier gibt es so viele Gestalten, von denen ich nichts weiß.
Eine Familie kommt aus der Türkei, einer ist Alkoholiker, ein Pärchen erwartet ein Kind.
Der da schräg gegenüber wohnt, hat jüngst seinen Vater verloren, glaube ich jedenfalls.
Und die schräg unter mir sind gerade weggezogen. Wir waren drei Jahre lang Nachbarn, ohne dass wir auch nur ein Wort gewechselt hätten. Ich weiß nicht mal die Namen.
Als ich mich neulich bei jemandem aufhielt, der zwei Häuser weiter wohnte, fühlte ich mich so, als ob ich eine andere Welt betrat. Die Normalwahrnehmung wurde durch seine Worte durchbrochen. Die ganze Straße bekam dadurch irgendwie eine andere Färbung.
In der Ferne suchte ich oft das unbekannte Bekannte und ein Ideal, das es nirgendwo gab.
Doch das eigentlich Fremde, musste ich feststellen, liegt schon in dem Gebiet, in dem ich lebe. Tausend Menschen, tausend Rätsel, tausend Geschichten und tausend Reisen.

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Karin Gossmann-Walter

Keinen Plan ? überfordert ?

wer zwischen einem Ferienhaus in Umbrien schwankt, oder doch lieber Provence, sich die Frage stellt ob Maledevien nicht günstiger sei, hat keinen Plan und ist unentschlossen. Das es dann
der Vielfalt der Internetangebote zugeschoben wird, lässt mich doch eher schmunzeln.
Ja, was manche Zeitgenossen für Probleme haben ;-)

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Hans-Werner Kienitz

Prima, wenn mal wieder das Internet schuld sein kann ...

Wenn die Redakteurin sich ins Auto setzt und losfährt, ohne es gelernt zu haben, dabei ihren eigenen Wagen demoliert und eine Spur der Verwüstung hinterlässt - wundert das Jemanden?
Aber natürlich ist "das Internet" schuld, wenn bei seiner Nutzung "unsere Reiselust" verdorben wird!
Was kann das Internet dafür, wenn die Redakteurin bei seiner Nutzung überfordert ist?
Wieso wird uns "UNSERE Reiselust" verdorben, wenn die Redakteurin von IHRER Erfahrung schreibt?
Ich suche und organisiere meine Reisen seit vielen Jahren übers Internet, mache beste Erfahrungen und erlebe wundervolle und spannende Reisen, erholsame und anregende Urlaube.
Reiselust eben.

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Julian Budke

Seltsam, ich kenne das nicht so...

Ich verbringe nicht selten Tage damit den perfekten Flug (bzw. die perfekte Anreise zu organisieren), Unterkünfte und Hotels zu finden, ohne das meine Vorfreude auch nur einen Augenblick sinken würde. Im Gegenteil... Ich freue mich nur um so mehr.
Dies führte dazu, dass ich schon zu sehr günstigen Preisen in excellenten Hotels gewohnt habe oder auch zu nicht so guten Preisen in nicht so guten Hotels. Ich habe es immer hingenommen. Denn ich besuche eigentlich einen Ort. Und nicht ein Hotelzimmer oder eine Ferienwohnung.

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Wolfgang Ebel

Reiselust und Reiselust

sind sehr oft scheinbar untrennbar miteinander verbunden. Kataloge - welche den Anbieter ja auch kosten - wälzen und im Internet " surfen " bringt nicht immer Vorteile . . . eher das Gegenteil. Die " Anbieter " wollen ja etwas verkaufen und auch daran satt verdienen. Die Wahrheit bezüglich der Angebote bleibt da oft auf der Strecke. Wer ein Urlaubsziel ins Auge fasst, sollte sich mit Freunden oder Bekannten besprechen, welche bereits dort waren und ihre guten oder schlechten Erfahrungen selbst gemacht haben. Folgende Methode funktioniert fast immer. Reiseziel festlegen - günstige Verbindung dorthin suchen und einfach " anreisen " . Irgendwo findet man schon eine Unterkunft für einige Tage - dann vor Ort Informationen sammeln und dort bleiben, womit man sich am besten arrangieren kann. Dann braucht man sich wenigstens nicht über leere Versprechungen ärgen und preisgünstiger ist es allemal, da andere nicht " mitverdienen " bei dieser Methode.

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 12.08.2012 11:53 Uhr

"Paradox of Choice"...

...heißt der Buchtitel von Schwartz auf englisch, und unter dieser Bezeichnung hat er auch einen sehr sehenswerten TED-Talk gehalten...

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Jahrgang 1976, Redakteurin im Feuilleton.

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