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Künstliche Gefühle : Wenn der Roboter emotional wird

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Mein Freund, der Roboter: „Pepper“ soll nicht nur menschliche Emotionen erkennen, sondern auch eigene entwickeln. Bild: dpa

Von Computerprogrammen, die sich selbst Spiele beibringen, hat man schon gehört. Auch Gesichtserkennungssoftware gibt es schon. Aber kann ein Roboter auch eigene Emotionen entwickeln?

          An Roboter mit Emotionen haben wir uns schon lange gewöhnt. Wir haben uns von Samanthas Stimme in „Her“ verführen lassen, haben uns C3PO und R2D2 als Freunde gewünscht und hätten den dauerdeprimierten Marvin am liebsten getröstet. Doch das sind Roboter oder künstliche Intelligenzen aus Filmen. Könnte das tatsächlich möglich sein? Kann ein Roboter auch in der Wirklichkeit Emotionen haben? Das Unternehmen SoftBank hat jetzt mitgeteilt, dass sein humanoider Roboter „Pepper“ der erste ist, der auf menschliche Emotionen reagiert – und auch eigene Emotionen entwickelt.

          Um diese Form emotionaler Interaktion möglich zu machen, haben sich die Entwickler daran orientiert, wie der menschliche Körper auf äußere Stimulationen reagiert: Er schüttet Hormone aus, die wiederum unsere Emotionen beeinflussen. Wir sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken, nehmen unsere Umgebung also sinnlich wahr und reagieren auf der Grundlage dieser Sinnesdaten.

          „Pepper“ hat Angst im Dunkeln

          Auch wenn „Peppers“ Emotionen vergleichsweise rudimentär ausgeprägt sind, ähneln sie im Ansatz denen eines Menschen. Durch die eingebauten Hilfsmittel wie Kameras, Sensoren oder Beschleunigungsmesser nimmt der Roboter Informationen aus seiner Umgebung auf und passt sein Verhalten an die Situation an – je nachdem, in welche Stimmung ihn die aufgenommenen Daten versetzen. Mimisch kann „Pepper“ seine Emotionen zwar nicht ausdrücken, aber man soll sie an seinem veränderten Verhalten und an einem Monitor in seiner Brust ablesen können. Seinerseits kann „Pepper“ menschliche Emotionen auf der Grundlage von Gesichtsausdrücken und Worten erkennen und wiederum darauf reagieren. „'Pepper' fühlt sich wohl, wenn er mit Leuten zusammen ist, die er kennt, ist glücklich, wenn er gelobt wird und bekommt Angst, wenn das Licht gedimmt wird“, heißt es in der Mitteilung von SoftBank. Ein Roboter, der Angst im Dunkeln hat? Was soll das?

          Die Einsatzmöglichkeiten für diese Entwicklung sind vielfältig. In Japan hat „Pepper“ bereits 2014 Kundenmeinungen in Läden gesammelt, der SoftBank gehören. Außerdem hat er für Nestlé Kaffeemaschinen verkauft: Ein Roboter, der sein Gegenüber tatsächlich in ein Gespräch verwickelt, erregt größere Aufmerksamkeit als ein Bildschirm, der dasselbe Produkt anpreist. Jetzt soll „Pepper“ auch in der Kinder- und Seniorenbetreuung oder als Lehrer eingesetzt werden – in Bereichen also, in denen es auf zwischenmenschliche Interaktion ankommt. Dass es hier von Vorteil ist, wenn ein Roboter Emotionen interpretieren kann, liegt auf der Hand. Für eine richtige Interaktion braucht man aber ein Gegenüber. Der Roboter soll also nicht nur antworten können, sondern angemessen auf die Emotionen reagieren und eigene Gefühle zeigen. Was noch bis vor Kurzem als Science Fiction galt, ist also Realität geworden – und könnte für uns irgendwann selbstverständlich zum Alltag gehören.

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