Home
http://www.faz.net/-gqz-43aq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Oscars 2003 13 Nominierungen für „Chicago“

11.02.2003 ·  Heißester Oscar-Kandidat in diesem Jahr ist das Musical „Chicago“. Der Film erhielt 13 Nominierungen. „Gangs of New York“ folgt mit zehn und „The Hours“ mit neun Nominierungen. Julianne Moore wurde gleich zweimal nominiert: als beste Haupt- und als beste Nebendarstellerin.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Heißester Oscar-Kandidat in diesem Jahr ist das Musical „Chicago“. Wie soeben in Los Angeles bekanntgegeben wurde, erhielt der Film 13 Nominierungen, unter anderem als bester Film und für die beste Regie. „Gangs of New York“ folgt mit zehn und „The Hours“ mit neun Nominierungen.

Bei der Berlinale lief „Chicago“ als Eröffnungsfilm und erhielt durchwachsene Kritiken. Schon bei der „Golden Globe“-Verleihung hatte das Musical die meisten Auszeichnungen gewonnen und galt seitdem als Favorit für die Oscars. Nominiert sind unter anderem Regisseur Rob Marshall, Renée Zellweger als beste Hauptdarstellerin, Catherine Zeta-Jones, John C. Reilly und Queen Latifah für ihre Nebenrollen. Richard Gere, der in „Chicago“ ebenfalls eine tragende Rolle spielt, ging leer aus.

Lust auf Leichtes

„Chicago“ kommt nach Ansicht von US-Filmkritikern entgegen, dass dem Kino-Publikum ebenso wie vielen Academy-Mitgliedern in einer Zeit der angeheizten Kriegsrethorik eher nach leichteren Unterhaltungsstoffen zu Mute ist als nach inhaltsschweren Dramen. Wie das Fachblatt „Daily Variety“ kurz vor den Nominierungen berichtete, werden in Hollywoods Chefetagen bereits Pläne für den Fall diskutiert, dass Hiobsbotschaften von der Golfkriegsfront eine Verschiebung oder zumindest Unterbrechung der Oscar-Gala erforderlich machen.

Als beste Filme wurden neben „Chicago“ nominiert „The Hours“ von Stephen Daldry, Peter Jacksons „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“, Roman Polanskis „Pianist“ sowie Martin Scorseses „The Gangs of New York“, der ebenfalls auf der Berlinale läuft. Um den Regie-Oscar kämpft Rob Marshall gegen Scorsese, Daldry, Polanski sowie Pedro Almodóvar, dessen „Sprich mit ihr“ als bester fremdsprachiger Film nominiert wurde.

Zweimal Julianne Moore

Als beste Schauspielerinnen (Hauptrolle) nominiert sind außer Renée Zellweger Salma Hayek („Frida“), Nicole Kidman („The Hours“), Diane Liane („Unfaithful“) und Julianne Moore. Letztere bekam sogar gleich zwei Nominierunge: für ihre Hauptrolle in „Far from Heaven“ sowie für ihre Nebenrolle in „The Hours“. Bei den Männern wurden nominiert Nicolas Cage für seine Doppelrolle in „Adaptation“, Adrien Brody als „Pianist“, Michael Caine („The Quiet American“), Daniel Day-Lewis („Gangs of New York“) und Jack Nicholson („About Schmidt“).

Der ganz große Erfolg winkt Nicholson. Als Witwer, der vor den Scherben seines bisherigen Lebens steht, glänzte er in „About Schmidt“. Sollte er für seine Leistung in der Tragikomödie gewinnen, so wäre es sein vierter Oscar. So viele Academy Awards hat bisher nur Katharine Hepburn gewonnen.

Rekord für Meryl Streep

Nominiert für den Oscar für die beste Nebenrolle sind außer Julianne Moore und den „Chicago“-Stars Catherine Zeta-Jones, John C. Reilly und Queen Latifah noch die Damen Kathy Bates („About Schmidt“) und Meryl Streep („Adaptation“) sowie die Herren Chris Cooper („Adaptation“), Ed Harris („The Hours“), Paul Newman („Road to Perdition“) und Christopher Walken für seinen denkwürdigen Auftritt in Spielbergs „Catch Me if you can“.

Meryl Streep stellt damit einen neuen Rekord auf: Sie wurde zum 13. Mal für einen Oscar nominiert. Damit schlägt Streep die bisherige Rekordhalterin Katharine Hepburn.

Unter den Kandidaten für den Titel des besten fremdsprachigen Films ist auch ein deutsches Werk: Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“. Verliehen werden die wichtigsten Statuen des internationalen Kinos am 23. März in Los Angeles.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Tom Tablet

Von Marcus Jauer

Was hört man da aus Berlin? Das traditionelle Klassenbuch soll vom Tabletcomputer ersetzt werden? Die Eltern erhalten bei jedem Tadel sofort eine SMS. Der Erfahrungsraum von Kindern ist in Gefahr. Mehr 1 6