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Oscar-Panne : Genau so, wie es kommen sollte

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„Alles passiert aus einem bestimmten Grund“: Ashton Sanders (r.) mit Alex R. Hibbert und Trevante Rhodes auf dem Weg zur Oscar-Gala Bild: AP

Der amerikanische Präsident verkündet, er sei auch schon mal bei der Oscar-Gala gewesen. Diesmal habe „etwas ganz Besonderes“ gefehlt. Ein Hauptdarsteller aus dem besten Film findet, dass es so viel aufregender war.

          Ashton Sanders fand die Oscar-Panne bei der Ehrung des Films „Moonlight“, in dem er eine Hauptrolle spielt, nicht schlimm. „Ehrlich gesagt: So war es noch viel aufregender“, sagte der 21 Jahre alte Schauspieler dem Magazin „TMZ“. „Alles passiert aus einem bestimmten Grund. Ich denke, es ist genau so gekommen, wie es kommen sollte“, sagte Sanders auf die Frage, ob die Panne die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vom Siegerfilm „Moonlight“ ablenke.

          Bei der Oscar-Verleihung hatten die Schauspieler Warren Beatty und Faye Dunaway zunächst fälschlicherweise den Film „La La Land“ als Gewinner der Kategorie bester Film verkündet. Wenig später korrigierte die Academy den Patzer und gab bekannt, dass „Moonlight“ den wichtigsten Preis des Abends gewonnen habe. Das Wirtschaftsprüfunternehmen PricewaterhouseCoopers, das die Abstimmung über die Preise überwacht, entschuldigte sich für die Panne und sprach von menschlichem Versagen.

          Eine präsidiale Einschätzung

          Sanders spielt in „Moonlight“ die Hauptfigur, den homosexuellen Sohn einer Crack-Süchtigen, als Teenager. „Moonlight“ war der erste ausschließlich mit Schwarzen besetzte Film, der den Oscar in der Hauptkategorie gewonnen hat.

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          Academy Awards : Die Oscar-Gewinner auf einen Blick Bild: dpa

          Nach Meinung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat zu viel Politik zu der peinlichen Panne bei der Oscar-Show geführt. „Ich denke, sie waren so stark auf die Politik fokussiert, dass sie am Ende nicht mehr die Kurve gekriegt haben. Es war ein bisschen traurig“, sagte Trump am Montag dem rechten Portal Breitbart News. Die Verkündung des falschen Siegers in der Kategorie für den besten Film am Ende der Verleihung habe den Glanz der Oscars geschmälert, fügte Trump hinzu. Er sei selbst mal bei der Verleihung des wichtigsten Filmpreises dabei gewesen. Die Gala am Sonntag habe sich aber nicht glamourös angefühlt: „Etwas ganz Besonderes hat gefehlt, und dann so zu enden, war traurig.“

          Eine umfassende Entschuldigung

          Anders als erwartet war bei der Show heftige und explizite Kritik an Trump und dessen Politik ausgeblieben. Der vielleicht politischste Moment war die Verleihung des Auslands-Oscars an den Film „The Salesman“ des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi, der aus Protest gegen Trumps Einreisestopp nicht nach Hollywood gekommen war. „Wer die Welt in Kategorien von 'Wir' und 'unsere Feinde' einteilt, schafft Angst“, hieß es in einer Erklärung, die Farhadi verlesen ließ.

          Filmkritik „The Salesman“ : Selbstjustiz nach Vergewaltigung

          Unterdessen hat sich die Oscar-Academy offiziell für die Panne bei der Verleihung des wichtigsten Filmpreises entschuldigt. „Wir bedauern zutiefst die Fehler, die während der Oscar-Verleihung in der Kategorie Bester Film gestern Abend gemacht wurden“, teilte die Academy in einer Stellungnahme am Montagabend mit. „Wir bitten die gesamten Besetzungen und Crews von 'La La Land' und 'Moonlight' um Verzeihung.“ Die Entschuldigung gelte auch den Schauspielern Warren Beatty und Faye Dunaway, die den falschen Preisträger verkündet hatten, den Filmemachern und den Fernsehzuschauern weltweit.

          Eine enttäuschende Zahl

          Das Wirtschaftsprüfunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC), das die Abstimmung über die Preise überwacht, übernahm die komplette Verantwortung für die Panne und sprach von menschlichem Versagen.

          Die Academy vertraue PwC seit 83 Jahren die Auszählung der Wahl und die Übermittlung der Ergebnisse an, heißt es in der Stellungnahme der Academy. Man habe die Vorfälle untersucht und werde nun über angemessene Konsequenzen beraten. Die Integrität der Oscars müsse erhalten bleiben.

          Im amerikanischen Fernsehen haben so wenige Menschen wie seit fast zehn Jahren nicht mehr die diesjährige Oscar-Gala live verfolgt. Rund 32,9 Millionen Menschen sahen sich die vom Sender ABC übertragene Veranstaltung an, berichteten amerikanische Medien am Montag unter Berufung auf die Datenerhebungsfirma Nielsen. Weniger Zuschauer habe es zuletzt 2008 gegeben, als 32 Millionen die Gala verfolgten – die niedrigste Zuschauerzahl seit Beginn der Erhebungen 1974. 2016 hatten 34,2 Millionen Menschen zugeschaut.

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