Oscars 2017: Meryl Streep lehnt Chanel-Kleid von Lagerfeld ab
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Chanelkleid für Meryl Streep : „Eine geniale Schauspielerin – aber billig“

  • -Aktualisiert am

Nicht in Chanel: Meryl Streep bei einer Award-Verleihung in Beverly Hills Bild: AFP

Karl Lagerfeld hat ein Kleid für Meryl Streeps Oscar-Auftritt entworfen. Aber die Schauspielerin wollte angeblich auch Geld sehen, wenn sie als Werbeträgerin für Chanel unterwegs sei. Ein Red-Carpet-Drama zwischen Paris und Los Angeles.

          Eigentlich wollte Meryl Streep bei der Oscar-Gala am Sonntag in einem Kleid aus dem Hause Chanel über den roten Teppich des Dolby Theatre laufen. Nach Jahren in Kleidern von Donna Karan, Kristian Leigh oder Valentino sollte es bei der 89. Preisverleihung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) zur Abwechslung ein Entwurf von Karl Lagerfeld sein, dem Chefdesigner des französischen Modehauses. Aber so weit kam es nicht. Jetzt könnte Meryl Streep doch wieder das Haus Lanvin bemühen, das die 67 Jahre alte Schauspielerin schon in den vergangenen drei Jahren für den berühmtesten roten Teppich der Welt einkleidete.

          Denn in den vergangenen Wochen hat sich zwischen Los Angeles und Paris ein Red-Carpet-Drama entwickelt, das einen seltenen Blick eröffnet in das geheime Verhältnis zwischen Stars und ihren Modeausstattern. Wie das Branchenblatt „Women’s Wear Daily“ (WWD) in der Nacht zu Freitag meldete, bleibt Lagerfelds besticktes graues Seidenkleid, das Streep bestellte und für sich ändern ließ, am Sonntag am Kleiderhaken hängen. Die dreifache Oscar-Preisträgerin soll in letzter Minute die Spielregeln geändert haben: Angeblich wollte Streep sich den Gang über den roten Teppich im Chanel-Kleid bezahlen lassen. „Eine geniale Schauspielerin“, sagte Karl Lagerfeld nun als Reaktion in WWD. „Aber auch billig, oder?“

          „Wir haben jemanden gefunden, der zahlt“

          Meryl Streep hatte sich das Kleid eigens für die Oscar-Nacht ausgesucht. Lagerfeld hatte eigens eine Zeichnung angefertigt. Und in den Chanel-Ateliers hatte man begonnen, an dem Couture-Kleid mit einem verkürzten Dekolleté zu arbeiten. Dann klingelte das Telefon, am anderen Ende Mitarbeiter der Schauspielerin. „Stellt die Arbeiten ein“, so zitiert Lagerfeld aus dem kurzen Gespräch. „Wir haben jemanden gefunden, der zahlt.“

          Der Modeschöpfer hat in seinen 35 Jahren bei Chanel und seinen 52 Jahren bei Fendi schon unzählige Stars ausgestattet. Aber so etwas ist ihm wohl auch noch nicht untergekommen. Prominente, so stellte er in WWD klar, würden grundsätzlich nicht für Auftritte in Chanel-Kreationen bezahlt. „Wir schenken ihnen Kleider, wir stellen die Kleider her, aber wir zahlen nicht“, sagte er. Das Kleid aus der Couture-Kollektion koste immerhin etwa 100.000 Euro. Der Anruf aus Los Angeles zeigt aber, dass andere Marken sehr wohl bereit zu sein scheinen, berühmte Schauspieler wegen des Werbeeffekts nicht nur unentgeltlich auszustatten, sondern sie darüber hinaus auch noch zu bezahlen.

          Rund 100.000 Euro hätte das maßgeschneiderte Kleid für Meryl Streep gekostet. Bilderstrecke

          Meryl Streep ist in diesem Jahr als unmusikalische Opernsängerin in der Filmbiographie „Florence Foster Jenkins“ zum 20. Mal für einen Oscar nominiert worden. Falls sie nach den bösen Worten Lagerfelds nicht beleidigt ist, darf sie das Seidenkleid behalten. „Es ist Couture. Es passt ihr perfekt“, sagte Lagerfeld.

          Streep bezog nun Stellung zu Lagerfelds Aussagen und wies diese zurück. Wie ein Sprecher der Schauspielerin gegenüber dem Branchenblatt „The Hollywood Reporter“ sagte, sei das Statement absolut unwahr. Es sei gegen die persönlichen Ethikgrundsätze von Meryl Streep für das Tragen eines Kleides auf dem roten Teppich bezahlt zu werden.

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