Home
http://www.faz.net/-gqz-777fd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Oscars 2013 „Argo“ ist bester Film – Oscars für Waltz und Haneke

Der Oscar für den besten Film geht in diesem Jahr an „Argo“. Mit Christoph Waltz und Michael Haneke gehen in diesem Jahr auch zwei Oscars nach Österreich. Steven Spielberg, der mit „Lincoln“ für zwölf Oscars nominiert war, ist der große Verlierer.

© dpa Oscar 2013: Die schönsten Momente

Der CIA-Thriller „Argo“ hat den Oscar als bester Film des Jahres gewonnen. Das Werk von Regisseur Ben Affleck setzte sich bei den 85. Academy Awards in der Nacht zu Montag in der Königskategorie durch. Außerdem holte der Film zwei weitere Trophäen in den weniger wichtigen Kategorien adaptiertes Drehbuch und Schnitt. Die Geschichte um eine CIA-Rettungsaktion von amerikanischen Geiseln in Teheran beruht auf wahren Tatsachen.

Ang Lee gewann mit seiner bildgewaltigen Literaturverfilmung „Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger“ den Oscar für die beste Regie, der zweite Regie-Oscar für den 58 Jahre alten Regisseur aus Taiwan. Seine Geschichte über eine ungewöhnliche Schiffskatastrophe holte zudem die Trophäen für die Filmmusik, die Kameraführung sowie die Spezialeffekte - der Film räumte damit die meisten Gold-Statuen dieses Jahres ab.

Der Auslands-Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film ging an den Österreicher Michael Haneke für sein Werk „Liebe“. Es ist der erste Oscar-Triumph für den 70 Jahre alten Regisseur. Der irisch-britische Schauspieler Daniel Day-Lewis triumphierte mit einer ur-amerikanischen Rolle im Film „Lincoln“: Für seine Darstellung des amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln bekam er den Oscar als bester Hauptdarsteller und gewann damit als erster Schauspieler zum dritten Mal in dieser Kategorie. Beste Hauptdarstellerin wurde Jennifer Lawrence für ihre Rolle in dem Film „Silver Linings“.

Zweiter Oscar für Waltz, Regie-Oscar für Tarantino

Als beste Nebendarsteller wurden Anne Hathaway und Christoph Waltz geehrt. Hathaway bekam die Auszeichnung für ihre Rolle in dem Musical „Les Misérables“. Der deutsch-österreichische Schauspieler Waltz erhielt für seinen Part in dem Quentin-Tarantino-Western „Django Unchained“ seinen zweiten Oscar. Tarantino selbst wurde für den Film mit dem Drehbuch-Preis ausgezeichnet.

Neben den Größen Hollywoods avancierte die britische Sängerin Adele zu einem der gefeierten Stars des Abends: Sie beeindruckte auf der Bühne und holte mit ihrem James-Bond-Song „Skyfall“ auch den Oscar für das beste Filmlied. Das Musical „Les Misérables“ bekam insgesamt drei Auszeichnungen: Außer dem Nebendarsteller-Oscar gab es noch Trophäen für Make-up/Frisuren sowie Tonmischung. „Merida - Legende der Highlands“ wurde als bester Animationsfilm ausgezeichnet; weitere Trophäen gab es für „Anna Karenina“ (Kostümdesign), „Lincoln“ (Produktionsdesign) sowie „James Bond 007 - Skyfall“ und „Zero Dark Thirty“ (geteilter Oscar für Tonschnitt).

Die Oscar-Gewinner im Überblick

Die amerikanische Filmkunst-Akademie hat in Hollywood zum 85. Mal ihre Preise vergeben. Die Gewinner:

Bester Film: „Argo“ (Regie: Ben Affleck, Produzent: Grant Heslov, Ben Affleck, George Clooney)

Regie: Ang Lee („Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger“)

Hauptdarsteller: Daniel Day-Lewis („Lincoln“)

Hauptdarstellerin: Jennifer Lawrence („Silver Linings“)

Nebendarstellerin: Anne Hathaway („Les Misérables“)

Nebendarsteller: Christoph Waltz („Django Unchained“)

Nicht-englischsprachiger Film: „Liebe“ (Österreich, Regie: Michael Haneke)

Kamera: Claudio Miranda („Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger“)

Original-Drehbuch: Quentin Tarantino („Django Unchained“)

Adaptiertes Drehbuch: Chris Terrio („Argo“)

Schnitt: William Goldenberg („Argo“)

Filmmusik: Mychael Danna („Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger“)

Filmsong: Adele Adkins und Paul Epworth („James Bond 007 - Skyfall“)

Produktionsdesign: Rick Carter und Jim Erickson („Lincoln“)

Tonschnitt: Paul N.J. Ottosson („Zero Dark Thirty“) und Per Hallberg, Karen M. Baker („James Bond 007 - Skyfall“)

Tonmischung: Andy Nelson, Mark Paterson, Simon Hayes („Les Misérables“)

Spezialeffekte: Bill Westenhofer, Guillaume Rocheron, Erik De Boer und Donald Elliott („Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger“)

Animationsfilm: „Merida - Legende der Highlands“ (Regie: Mark Andrews und Brenda Chapman)

Animations-Kurzfilm: „Paperman“ (Regie: John Kahrs)

Dokumentarfilm: „Searching for Sugar Man“ (Regie: Malik Bendjelloul)

Dokumentar-Kurzfilm: „Inocente“ (Regie: Sean Fine und Andrea Nix)

Make-up/Frisur: Lisa Westcott und Julie Dartnell („Les Misérables“)

Kostümdesign: Jacqueline Durran („Anna Karenina“)

Kurzfilm: „Curfew“ (Regie: Shawn Christensen)

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Video-Filmkritik Der Promenadenhitchcock

Underdog ist ein Film über ein Mädchen und seinen Hund, ein Horrordrama, eine Sozialsatire und eine Symphonie der Instinkte – vor allem aber: ein Meisterwerk des ungarischen Kinos. Mehr Von Dietmar Dath

24.06.2015, 18:07 Uhr | Feuilleton
Los Angeles Oscars für JK Simmons und Patricia Arquette

JK Simmons und Patricia Arquette wurden als bester Nebendarsteller und beste Nebendarstellerin geehrt. Bester ausländischer Film wurde das polnische Schwarz-Weiß-Drama Ida. Mehr

23.02.2015, 07:26 Uhr | Feuilleton
Horrorfilm Ich seh Ich seh Ist die Mama noch die Mama?

Was, wenn die alltäglichsten Abläufe beginnen rätselhaft zu werden? Der österreichische Film Ich seh Ich seh von Severin Fiala und Veronika Franz seziert auf hervorragende Weise die Mechanismen eines Vertrauensverlusts. Mehr Von Bert Rebhandl

03.07.2015, 22:58 Uhr | Feuilleton
Golden Globes Boyhood als bester Film ausgezeichnet

Der Film Boyhood hat bei den Golden Globes den Preis für den besten Film in der Kategorie Drama gewonnen. Zudem erhielt er zwei Auszeichnungen für die beste Regie und die beste Nebenrolle. Mehr

12.01.2015, 09:41 Uhr | Feuilleton
Münchner Filmfest Hier gibt’s Regisseure zum Anfassen

Ist aus dem Filmfest in München eigentlich was los? Kino-Stars sieht man nicht, dafür jede Menge Fernsehgesichter. Und man kann sein Programm sogar selbst machen. Mehr Von Jörg Michael Seewald

28.06.2015, 17:18 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 25.02.2013, 05:57 Uhr

Glosse

Konzertgeruch

Von Gerhard Stadelmaier

Sensationell sind bei Konzerten an ungewöhnlichen Orten mehr als die musikalischen Einlagen oft die Ausdünstungsexzesse der Mithörenden. Eine kleine Geruchskunde. Mehr 1 0