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Oscar-Verleihung 2013 Hollywood wird fast außeramerikanisch

 ·  Die Oscars sind vergeben worden, und nie war mehr Vielfalt. Einen eindeutigen Sieger wie in manchem vergangenen Jahr gab es diesmal nicht, aber zahlreiche Preise für die richtigen Gewinner. Und trotzdem eine ziemliche Fehlentscheidung.

Artikel Bilder (19) Lesermeinungen (24)
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Ralf Callenberg

Dokus ja, aber keine Filme

Klar, Dokus werden gemacht. Haben Sie den Überblick inwiefern in USA Dokumentationen über die Kriege gemacht werden, die sich kritisch mit dem eigenen Land auseinandersetzen?
Davon mal abgesehen geht es hier ja um Filme. Und da ist absolutes Stillschweigen auf deutscher Seite. Mir fällt nicht ein einziger deutscher Film oder eine deutsche Serie ein, in der aus der nicht-deutschen Opfer-Position heraus die Greuel der deutschen Kriegs- und Vernichtungsmaschinerie dargestellt werden. Andere Kriege außer dem zweiten Weltkrieg, so wie etwa der Boxer-Aufstand oder die blutrünstigen Kolonial-Kriege in Afrika, bei der die Deutschen schon mal den Genozid geprobt haben, werden sogar überhaupt nicht zur Kenntnis genommen. Ne, ne, obwohl es ein beliebter Sport ist, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, und sei es eine Oscar-Verleihung, auf die Amis einzuschlagen, aber was die "selbstverliebte" Darstellung in Filmen anbelangt, sollte man als Deutscher sich erst mal an die eigene Nase fassen.

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Philip Maria Muennighoff

"Und auch bei den Original-Drehbüchern geht er [Lincoln] nun leer aus."

Mich persönlich hätte es hingegen mehr als überrascht, wenn Lincoln trotz Nominierung in der Kategorie adapted screenplay in der Kategorie original screenplay gewonnen hätte und nicht etwa Django. Aber Herr Platthaus scheint das anders zu sehen - oder wie habe ich die im Titel genannte Passage zu verstehen?

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Markus Teuber

Und was - Herr Kirsch-

hat denn nun Ihre persönliche-aber sowohl historisch als auch cineastisch (zB wäre als Gegenbeispiel "Apocalypse Now"zu nennen) falsche- Ansicht mit der diesjährigen Oscar-Verleihung zu tun ? Wurden denn bei den diesjährigen Oscars irgendwelche Kriegsfilme nominiert oder gar geehrt ?
.
Vielmehr werden bei den Oscars seit vielen,vielen Jahren viele,viele "nichtamerikanische Filme nominiert udn auch geehrt ! Das weiß man allerdings nur,wenn man sich für den Oscar interessiert und deswegen den Blick auf die vielen Kategorien wirft.
.
Von "Selbstverliebtheit" kann also gar keine Rede sein !
.
Und gibt und gab es denn einen Bambi , die Goldene Palme von Cannes , den Goldenen Bären in Berlin, oder den David di Donatello (Italienischer "Oscar") oder den "Pierro" (Bay'rische Filmpreis!) für nationale Filme über selbst geführte Kriege ?
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Helmut Smith (fmsus) - 25.02.2013 13:52 Uhr

Es gibt keine Verlierer bei diesem Spektakel

Aber einen ganz großen Gewinner: Ben Affleck. Nix mehr "Jennifer-Lopez"-Boytoy oder Schönling-Schnulzenschauspieler. Ganz seriöser Filmmensch mit gutem Gespür für seine Arbeit.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.02.2013 14:58 Uhr
Karl Altmann
Karl Altmann (Sahrib) - 25.02.2013 14:58 Uhr

sehr richtig:

aus dem nichts 3 geniale Filme gemacht, jeder in einem anderen Genre, intelligentes Auftreten,
für mich schon nach "Gone, Baby gone" jeder neue Film von ihm ein Muß!

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Stefan Walther

"Lewis (...) bestenfalls durchschnittsgroß"???

"Denn Day-Lewis, dessen Körper im Film so schlaksig-riesig wirkt, ist in Wahrheit, wie sein Auftritt bei der Übergabe der Trophäe bewies, bestenfalls durchschnittsgroß."

Seit wann ist ein 187cm-188cm großer Mann (übereinstimmende Berichte online und auch klar ersichtlich, wenn man sich mal Fotos von ihm ansieht) denn durchschnittsgroß??? Dass er keine 193cm ist - wie Lincoln - ist ja klar, aber bestenfalls durchschnittsgroß heißt für mich und die vergleichsweise "große", deutsche Gesellschaft 178-180. So groß ist die Bevölkerung nun auch wieder nicht...

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Julius Calvelage
Julius Calvelage (julca) - 25.02.2013 12:32 Uhr

Ricky Gervais

Die Pro7-Berichterstattung war gewohnt katastrophal, von der diffusen Regie über Steven "da vorne läuft gerade Bradley Cooper vorbei" Gätjen bis hin zu den beiden Berufsklatschtanten Warnkross und Gerke, bei denen man sich zwischenzeitlich fragen musste, ob sie überhaupt wissen, dass es bei den Oscars um eine Filmpreisverleihung geht und nicht um ein Fantreffen mit den heißesten Männern der Regenbogenpresse. Geschenkt.

Ich habe mir schon vorher gedacht, dass Seth MacFarlane einen -von einigen Grobheiten abgesehen- eher brave Moderationsstil an den Tag legen wird. Er ist einfach zu sehr Teil des Geschäfts, ihm fehlt die Narrenfreiheit. Anders war das bei Ricky Gervais, der dreimal in Folge die Golden Globes moderiert hat, um der selbstverliebten Filmwelt Hollywoods ohne Rücksicht auf Verluste den Spiegel vor zu halten. Ein Mann, der mit "The Office" und "BBC Extras" zwei bahnbrechende Formate erfunden hat und nun in "Derek" einen geistig behinderten Altenheim-Freiwilligen spielt.

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Jürgen Weissmann

Quo vadis deutscher Film.....

Warum gibt es in Deutschland keinen Haneke oder Seidl?
Warum musste Christoph Waltz die Roy Black Story oder jede Menge dämlicher Fernsehfilme oder Tatorts drehen, bis man ihn als schauspielerische Grösse wahrnahm?
Warum kommt, wenn ein deutscher Regisseur sich am Western ausprobiert, ein Film wie "Gold" statt "Django unchained" heraus?
Sicherlich kennt jemand die Antworten......

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.02.2013 12:33 Uhr
Jürgen Weissmann

...und die Belgier nicht vergessen

Auf der Berlinale lief ein wunderschöner Film aus Belgien, "The broken circle breakdown", soll sogar schon eine Kinostarttermin haben.

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Arribert Kotz

trösten Sie sich ...

in genügend dieser Filme dürfte deutsches Geld stecken.
Aber zu Ihrer Frage: Weil es dem deutschen Film an Mut mangelt. Es gäbe sicherlich auch Kreative, die etwas abgedrehtes wie Django auf die Reihe bekämen, aber wenn man dann bei den Sendern für Geld anfragt wird sowas als unsendbar abgewiesen. Außerdem kann die Ferres bei sowas nicht mitspielen, auch die Furtwängler wäre hier wohl nicht zu gebrauchen, wie auch sonst eigentlich. Als fast-Positiv-Beispiel sei hier mal Iron Sky genannt, der wenigstens Mut beweist, aber zum Teil im Nerd-Klamauk versinkt, außerdem ist der Regisseur ein Finne. Die Skandinavier, die können solche Filme drehen, die werden hier aber nicht wahrgenommen.

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Andreas Kirsch

Die Amis

sind ein äußerst selbstverliebtes Volk.

Kein einziger Kriegsfilm, der von Amis gedreht wurde, zeigt das Leid der unschuldigen Opfer dieser sinnlosen Kriege.

Mit einer solchen aggressiven Außenpolitik, wie die Amis diese seit 1945 betreiben, wird unvermeidlich der Tag kommen, ab dem die Amis dieses Leid selbst erfahren werden.

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Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.02.2013 17:04 Uhr
Markus Teuber

Entschuldigung ?

Warum müssen sich die USA denn bei Japan entschuldigen ?
.
Japan wurde zu jener Zeit ohne Grund von einer faschistisch-militaristisch orientierten Regierung gesteuert,welche sich in keinster Weise von der damaligen NAzi-Regierung in Berlin oder der faschistischen Duce-Regierung in Rom unterschied.

Diese stürtzte Japan ohne Grund in den asiatischen Teil des WWII. "Diese" Japaner jener Zeit hielten sich für das asiatische Pendant der deutschen Herrenmenschen und sich für ausersehen ,die asiatische Halbkugel zu beherrschen .
.
Am 7. Juli 1937 überfielen "die Japaner" China. Die Chinesen wurden von den die damalige japanische Politik bestimmenden faschistischen Gruppen in Japan als "Untermenschen" angesehen -ein weiteres auffälliges Pendant zu den deutschen Nationalsozialisten jener Zeit .
.
Es gibt diesbezüglich noch viele weitere Paralellen .

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joachim tarasenko

Doch das wurde in D sehr wohl gezeigt

Ich habe als Kind endlose Doku Serien über den Holocaust, die Gräuel der Nazis gesehen am TV.
Derweil sich die Amis trotz ihrer Kriege in aller Welt immer nur an Rin Tin Tin, Bonanza, Mickey Mouse und Ähnlichem ergötzten. Deutschland entschuldigt sich bis heute für das Leid. Die Amis verweigern den Japanern jegliche Entschuldigung bis Heute. Sorry, Sie haben sich noch nie bei einem Land entschuldigt.

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joachim tarasenko

Nicht umsonst steht die Traumfabrik in den USA

Was Wunder, die meisten Länder welche unter den US Bomben zerplatzten wurden von den Piloten ja nur aus der Vogelperspektive gesehen. Meist waren es riesige Pilzwolken oder Rauchsäulen die zu sehen waren. Damit war die kulturelle Neugier der Neu Engländer auch schon erschöpft. Den Rest verarbeitete die "internationale Gemeinschaft".

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Ralf Callenberg

Nur die Amis?

Nennen Sie doch mal aus dem Stegreif einen deutschen Kriegsfilm, der das Leid der unschuldigen Opfer der deutschen Kriege in den Vordergrund stellt, oder die Greueltaten in den deutschen Kolonien. Und welche Filme haben sich intensiver mit den Opfern des Holocausts beschäftigt? Es gibt Filme aus Frankreich, USA und Italien. Und aus Deutschland? Da macht man lieber Filme über den Führer und über Rommel.

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Jan Skalski
Jan Skalski (Skalski) - 25.02.2013 12:13 Uhr

@Kirsch

Die Amis drehen wenigstens Filme über eigene Kriege, die Deutschen keine.

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@ Kirsch

Also, ich mag die Amis. Alleine schon deshalb, weil sie uns vom "böhmischen Gefreiten" und dessen Entourage nachhaltig befreit haben.

Und wenn Sie in die Geschichtsbücher blicken, dann wird Ihnen sicherlich auch auffallen, dass die Amerikaner selbst auch unschuldige Opfer bringen mussten...

Im Übrigen sind die Amerikaner eben ein sehr patriotisches Volk - immerhin haben sie ja auch oftmals für andere die Köppe hingehalten. Kein Wunder, dass man dort sehr stolz ist.

Das mit dem Stolz und der bejubelten Vaterlandsliebe war "hier" übrigens auch mal so. Lesen Sie mal "Der Untertan" von Heinrich Mann - der Roman beschreibt sehr anschaulich die Zustände in Deutschland zur Kaiserzeit - vom später folgenden, oben genannten "böhmischen Gefreiten" und dem deutschen Selbstverständnis zu dieser Zeit mal ganz zu schweigen...

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Klaus Letis

Hollywood feiert sich selber

LA ist allenfalls der Mittelpunkt der Gesichts-Chirologie.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.02.2013 14:57 Uhr
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Reinhold Maier (Reinmai) - 25.02.2013 14:57 Uhr

@Matthias

Der ganze Hype um Hollywood, diese Geldmaschine auf Abruf ist einfach dekadent und Exhibitionismus in Reinkultur obendrein. Die Unsummen an Dollars, die in diese unsinnigen Produktionen gepumpt werden, sollten sinnvoller verwendet werden. Da werden billige storys in ein 2-Stunden-Format gepackt und die Hollywood-Enthusiasten geraten in Verzückung. Nicht nachvollziehbar...

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Jan Matthias

Wen sollten sie auch sonst feiern?

Die Oscars sind der Filmpreis schlechthin. Golden Globes, Palmen, Bären? Alles nichts wert, solange man nicht den Oscar holt. So zumindest für das Prestige am Endverbrauchermarkt.
Ob ein Produkt, welches bei Erscheinen schon Mainstream ist, Kunst sein kann, darüber kann man trefflich streiten, aber Hollywood liefert die Filme, die die Welt sehen will; zumindest sieht.
Alles Fake und Schminke? Sicher, aber das finden Sie auch in den No-Budget-Produkten unserer TV-Nachmittagsunterhaltung.
Wer es lieber alternativ mag, der kann zu den entsprechenden Verleihungen gehen, aber deshalb die Oscars in Frage stellen? Auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit stellt sich nicht. Das Produkt verkauft sich exzellent - Zweck erfüllt. Daran Kritik zu üben wäre doch zu "typisch Deutsch".

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Peter Ammelmeyer
Peter Ammelmeyer (pammel) - 25.02.2013 08:25 Uhr

Das hat nichts damit zu tun, das der Film gegen den Iran ist

weil Argo anfürsich geil ist

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.02.2013 23:34 Uhr
Peter Ammelmeyer
Peter Ammelmeyer (pammel) - 25.02.2013 23:34 Uhr

zugegeben, das war sehr plaktiv von mir ausgedrückt

eher als ein Versuch im FAZ Forum gedacht und meine Anmaßung wurde verstanden - bzw. erfolgreich ignoriert. Im Ernst, es ist Ihnen doch nicht entgangen, das die USA und Israel in jenem Teil der Welt und besonders im Iran zunehmend paramilitärisch unterwegs sind.

Argo rechtfertigt Operationen im Iran, entweder indirekt oder durch das Drehbuch intendiert -

zwar werden in Anführungsstrichen nur Geiseln befreit - und nicht schlimmere Sachen aufgezeigt, das kriminalisiert jedoch Iran als Staat unterschwellig. In der Realität werden ja dort Atomwissenschaftler durch US/Israelische Killteams beseitig um "die Bombe" zu verhindern/aufzuschieben.

Ich gehe davon aus, das der Durchschnittsami nach Genuss dieses von Michelle Obama empfohlenen Films etwas weniger gegen die Drohnen und ohne Gerichtsverfahren Murksstrategie auszusetzen hat. Da ich nicht feststellen kann, ob das bezweckt worden ist, sondern meiner Meinung nach nur bewirkt wird - nenne ich es auch nicht Propaganda.

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klaus keller (klkeller) - 25.02.2013 18:48 Uhr

Bester Film laut Obamas

Gattin. Ein Film über einen CIA Agenten -lassen sie mich raten- Er deckt machenschaften auf die er nicht mittragen will und wechselt die Seite. Der iranische Geheimdienst muß ihn schützen bis alles aufgeklät ist. Am Ende schenkr der US-Präsident dem Iran Atomwaffen aus Beständen die in den USA nicht mehr beötigt werden.

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Thomas Goldstein

Wo da genau?

Habe den Film am Wochenende gesehen und war angenehm überrascht (für einen amerikanischen Film mit Bezug auf den Iran).
Wo genau war der Film gegen das Land und nicht gegen die Zustände gerichtet?

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25.02.2013, 06:00 Uhr

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