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Oscar Irgendwo in Europa: Caroline Links Oscar-Triumph

24.03.2003 ·  Der Oscar für den besten ausländischen Film geht an eine deutsche Produktion: Caroline Links Film „Nirgendwo in Afrika“.

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Zum ersten Mal seit 23 Jahren wurde wieder ein deutscher Spielfilm mit einem Oscar gewürdigt: „Nirgendwo in Afrika“ von der in München lebenden Regisseurin Caroline Link erhielt den Oscar als beste nicht-englischsprachige Produktion. 1980 hatte zuletzt Volker Schlöndorff für seine Literaturverfilmung „Die Blechtrommel“ den Auslands-Oscar erhalten.

Caroline Link konnte ihren Oscar wegen einer Erkrankung ihrer sieben Monate alten Tocher nicht persönlich entgegen nehmen. „Ich freue mich riesig“, sagte sie in einer ersten Stellungnahme. „Ich habe die Preisverleihung vorm Fernsehen verfolgt und natürlich auf den Erfolg angestoßen.“ Die anderen deutschen Nominierten, der Kameramann Michael Ballhaus sowie die Trick-Kurzfilmer Chris Stenner und Heidi Wittlinger, gingen leer aus.

Caroline Link hat Glück mit dem Oscar: Gleich für ihren ersten Spielfilm „Jenseits der Stille“ heimste die damals 33- Jährige ihre erste Nominierung ein. Und nur fünf Jahre später hat es mit der dritten großen Produktion dann geklappt. Mit dem Auslands- Oscar für „Nirgendwo in Afrika“ hat die in München lebende Filmemacherin den höchsten Gipfel der Branche erklommen.

Ihr Erfolgsrezept scheint denkbar einfach: Sie lasse sich nicht unter Druck setzen, sagt sie. „Es freut mich einfach, wenn ich eine Geschichte erzählen kann, die nicht nur unterhält, sondern das Gefühl, die Seele anspricht.“ Und dies hat wohl auch Hollywood so gesehen - denn „Nirgendwo in Afrika“ ist im Gegensatz zu den deutschen TV-Movies ein richtiger, opulent gefilmter und sensibel erzählter Kinofilm, der nach Kritikermeinung mit seinen Sinnen auf ein Land reagiert und auf seine Geschichte. Das Afrika-Epos um eine jüdische Familie, die vor den Nazis nach Kenia flieht und sich dort eine neue Existenz aufbauen muss, hat auch schon fünf „Lolas“ beim Deutschen Filmpreis abgeräumt.

Schon seit ihrem Kino-Debüt „Jenseits der Stille“ gilt Caroline Link zumindest im Ausland als Hoffnungsträgerin des jungen deutschen Films. Doch auch im Oscar-Rummel bleibt sie Realistin. „Ich hatte einige Gespräche mit sicherlich wichtigen Hollywood-Leuten, aber ich habe keine Lust, dort Nummer Zweihunderttausend zu sein“.

Aber es gibt auch einen weiteren wichtigen Grund, der nichts mit dem Filmen zu tun hat: Die Regisseurin ist seit sieben Monaten Mutter einer Tochter - und hat wegen einer Erkrankung des Babys auch auf die Reise nach Hollywood verzichtet. „Ich möchte erst einmal Zeit für meine Tochter haben“, so setzt die unkomplizierte Perfektionistin Prioritäten.

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