01.03.2012 · Parteienkungelei statt eines öffentlichen Verfahrens: Ist das der Weg zu einem neuen Transplantationsgesetz? Ein Blick in den aktuellen Entwurf.
Von Oliver TolmeinRichtlinien für Lesermeinungen
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Was soll bedeuten, der Anreiz fehlt?
Was, wenn man sich nicht als der Spender, sondern als den Empfänger
eines Organs sieht?
Statistisch gesehen, ist die Wahrscheinlichkeit, ein Organ zu
benötigen 3 mal höher, als eines zu spenden.
Also sehen Sie sich doch mal nicht als großzügiger Spender,
sondern als todkranker mit der einzigen Hoffnung auf Überleben
durch ein Organ.
DAS ist doch mal ein Anreiz, was?
Die Spanier sind diesbezüglich klasse, denn dort ist Organspende
etwas, dass man aus Nächstenliebe tut - ganz ohne Anreiz.
Webdefinition "Spende": Unter einer Spende versteht man eine
freiwillige und unentgeltliche Leistung in Form einer Geld-, Sach-,
Leistungs- oder Zeitspende (Ehrenamt) für religiöse,
wissenschaftliche, gemeinnützige, kulturelle oder politische Zwecke.
Mit dieser Lösung wird man nicht die nötige breite
Spendenbereitschaft wecken. Es bleibt ein Unbehagen. Warum gibt man dem
Bürger nicht eine Gegenleistung? Nicht Geld!. Aber die Zusicherung,
im Falle des eigenen Organbedarfs bevorzugt zu werden (natürlich
nach Gewebetypisierung). Dies wäre eine pragmatische Lösung,
die auch nichts Unmoralisches an sich hat. Sie würde eine deutlich
höhere Spendenbereitschaft generieren. Mir ist schleierhaft, warum
die Politik nicht selbst auf diese Lösung kommt.
Wesentlich: nach Spanien schauen
In Spanien werden Organe relativ doppelt so häufig gespendet wie in Deutschland.
Nicht wegen ausgeweiteter staatlicher Verfügungsgewalt oder
Breitenwerbung und Breitenverpflichtung.
Nein, viel einfacher, mitmenschlicher und damit wirksamer.
Bei jedem Kranken, dessen Diagnose und Behandlungsverlauf zum Schicksal
des dissoziierten Gehirntodes führen kann, wird als Konsequenz die
Organspende mit bedacht.
Und entsprechend frühzeitig, einfühlsam und konstruktiv in die
Gespräche mit den Angehörigen einbezogen.
Nicht die plötzliche Konfrontation im Moment größter
Trauer mit etwas irritierend Fremdem. Sondern Begleitung zur
Möglichkeit, dem schlimmen eigenen Schicksal durch Hilfe für
kranke Mitmenschen einen tröstlichen Sinn zu geben.
Die "DSO" begann als "Kuratorium für
Heimdialyse". Eine privat gegründete Hilfsorganisation zur
Finanzierung von Dialysegeräten. Krankenkassen zahlten nur die
Betriebskosten.
So wie erst der Tod von Björn Steiger Funkgeräte in die
Unfallrettung brachte, 1969.