19.07.2004 · Der Dirigent Carlos Kleiber ist am 13. Juli im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Der Musiker galt als schwierig und perfektionistisch, aber auch als Meister der Werktreue und Präzision.
Der Dirigent Carlos Kleiber ist tot. Der Musiker starb bereits am 13. Juli im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit, wie die slowenische Nachrichtenagentur STA am Montag unter Berufung auf Verwandte des Dirigenten der dpa in Wien bestätigte. Er sei bereits am Samstag in Konjsica im Osten Sloweniens begraben worden. Kleibers Mutter stammte aus Slowenien.
Kleiber wurde am 3. Juli 1930 in Berlin als Sohn des österreichisch-argentinischen Dirigenten Erich Kleiber geboren. Er wuchs in Argentinien auf und erhielt dort seine erste musikalische Ausbildung. Seine Dirigentenlaufbahn begann er 1952 im Theater in La Plata. 1953 war er im Münchner Gärtnerplatztheater erstmals in Europa zu hören.
Meister der Präzision
Kleiber etablierte sich rasch und stand am Pult angesehener Opernhäuser wie Zürich und Stuttgart. Kurze Engagements in Potsdam, Düsseldorf, Zürich und Stuttgart blieben die Ausnahme in seiner Karriere. Der Musiker galt als schwierig und perfektionistisch, aber auch als Meister der Werktreue und Präzision. Die Musikkritik feierte ihn als „vulkanisches Element am Opernpult“.
Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, etwa dem Goldenen Taktstock der Mailänder Scala und dem Deutschen Schallplattenpreis. Zuletzt lebte der Musiker zurückgezogen in der Nähe von München.