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Obamas Nobelpreis Gar nicht nobel

10.10.2009 ·  Woher kommt eigentlich der Wunsch, Obama scheitern zu sehen, wie er sich nun nach der Vergabe des Friedensnobelpreises an den amerikanischen Präsidenten Bahn bricht? Als ob wir einen anderen Führer dieser Weltmacht in Reserve hätten!

Von Nils Minkmar
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Eine Zeichnung von F. K. Waechter zeigt, wie ein „Hammerverein“ einem kleinen Jungen mal „eine tüchtige Abreibung verpasste“: Man sieht das Kind munter einer Brezel hinterherlaufen, die an einer feinen Schnur hängt, und die endet in einer Gasse schadenfroh lächelnder Hammerschwinger.

Das dicke Ende kommt auch noch für den schönen Herrn Obama. Gerade die Profis der Politik, Journalisten und Mandatsträger scheinen nur darauf zu warten, dass der Mann ordentlich auf die Nase fällt, als hätten wir noch einen zweiten in Reserve. Eine Haltung die so beschränkt ist wie die desjenigen, der bei Feueralarm im Hotelzimmer bleibt, um die Feuerwehr zu ärgern.

Sarah Palin vielleicht?

Selbst der milde Hans-Dietrich Genscher hat sich nun öffentlich darüber empört, dass Europa die ganze Zeit einfach nur zusieht, wie Obama sich müht und abwartet, was wohl so dabei rauskommt. Das erinnerte ihn an die Skepsis gegenüber Gorbatschow, die verkannte, dass er umfassende Hilfe brauchte, wenn es etwas werden sollte mit der Perestrojka.

Als wären wir neutral. Als könnte außerdem nicht jeder Mensch erkennen, dass es in den Vereinigten Staaten gar keine zurechnungsfähige Alternative zu Obama gibt. Das zeigt allein die unpatriotische Reaktion führender Republikaner, die die Niederlage der Olympiabewerbung bejubeln, den Friedensnobelpreis aber bedauern, weil das Wohl ihrer Partei dann doch über dem ihres Vaterlandes steht. Nur Amerikahasser sind der Meinung, eine Sarah Palin würde dem Land gut stehen.

In Deutschland aber

In Deutschland resultiert die Reserviertheit, die im Temperament der Bundeskanzlerin so gut verkörpert ist, nicht aus Parteifragen, es ist mehr so eine Unlust am Neuen, ein Misstrauen gegen fortschrittliche Ambitionen, weil ja eh alles nix wird, immer, und man schon noch sehen werde, ob man nicht besser gleich nix gemacht hätte. Als wären Nahostfrieden, Klimaschutz, Haushaltssanierung und Abrüstung, als wären der Irak und Afghanistan der persönliche Spleen eines überambitionierten Grünschnabels.

Wie Depressive auf dem Sofa, so verfolgt ein Teil der politischen Klasse das Auf und Ab der Beliebtheitswerte Obamas; jede gute Nachricht, wie der Friedensnobelpreis, wird wohlig als Ahnung eines kommenden, noch tieferen Falls interpretiert, jede schlechte Nachricht wird als Bestätigung aufgefasst, dass auch die Bäume des Schönredners nicht in den Himmel wachsen. Ei, wie herrlich haben es wir Deutschen! Bei unserem politischen Personal stellen sich solche Fragen nämlich gar nicht.

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