Home
http://www.faz.net/-gqz-6xpfh
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nürnberger Ausstellung Dürers Selbstporträt wird nicht ausgeliehen

15.02.2012 ·  Das weltberühmte „Selbstbildnis im Pelzrock“ wird nicht in der Nürnberger Dürer-Ausstellung zu sehen sein. Es sei nicht transportabel, teilte die Alte Pinakothek mit.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Das weltberühmte „Selbstbildnis im Pelzrock“ von Albrecht Dürer wird nicht für eine Ausstellung von München nach
Nürnberg ausgeliehen. Grund ist der schlechte Zustand des Gemäldes. Das sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) am Mittwoch im Hochschulausschuss des Landtags. Die Chefrestauratoren der Staatsgemäldesammlungen in München und des Germanischen
Nationalmuseums Nürnberg hätten das Bild am vergangenen Freitag gemeinsam untersucht und seien zu dem Ergebnis gekommen, dass es nicht transportabel sei, sagte Heubisch.

Kurz zuvor hatte das Germanische Nationalmuseum Nürnberg auf sein Vorhaben einer Ausleihe verzichtet. Auch das Museum berichtete am Mittwoch vom Untersuchungsergebnis, wonach das Bild nicht reisetauglich sei und der Transport von München nach Nürnberg daher „ein aus fachlicher Sicht nicht tragbares Risiko für das herausragende Werk“ darstelle.

Die Alte Pinakothek in der bayerischen Landeshauptstadt hatte sich geweigert, das Dürer-Selbstbildnis für eine Ausstellung im Sommer nach Nürnberg auszuleihen. Das Nationalmuseum hatte um eine Ausleihe des um das Jahr 1500 entstandenen Werks für eine Sonderausstellung zum Thema „Der frühe Dürer“ gebeten.

Die gemeinsame Untersuchung durch die Restauratoren des
Nationalmuseums und Staatsgemäldesammlungen habe zudem festgestellt, dass Risse in dem Bild bereits aus den dreißiger Jahren stammen und nicht durch eine Ausstellung im Nationalmuseum 1971 verursacht wurden, teilte das Nationalmuseum mit. Die Restauratoren hätten festgestellt, dass „der Bildträger fragil und das Schadensbild der
Malschicht weit fortgeschritten ist“. Nachdem nun Klarheit über den Zustand des Gemäldes bestehe und das Nationalmuseum „der Erhaltung des kulturellen Erbes größtmögliches Gewicht einräumt, wird es, wenn auch mit großem Bedauern, die Leihanfrage nicht weiterverfolgen“.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Ab in die eTonne

Von Ursula Scheer

Der „eTown-Index“ rechnet aus, in welcher Stadt Deutschlands es die meisten wirtschaftlichen Internetseiten gibt. Googles System dahinter ist ebenso durchschaubar wie verworren. Mehr