08.04.2005 · Mehr als ein halbes Jahr nach dem Raub der weltberühmten Munch-Bilder „Der Schrei“ und „Madonna“ hat die Polizei am Freitag einen Durchbruch erzielt und einen Tatverdächtigen festgenommen.
Mehr als ein halbes Jahr nach dem Raub der weltberühmten Bilder „Der Schrei“ und „Madonna“ von Edvard Munch (1893-1944) hat die norwegische Polizei am Freitag einen Durchbruch erzielt und einen Tatverdächtigen festgenommen.
Wie es in einer offiziellen Mitteilung in Oslo hieß, seien weitere Festnahmen „nicht auszuschließen“. Es gebe Grund zu Optimismus, daß die Fahndungsarbeit mit der Rückgabe der Gemälde an das Osloer Munch-Museum zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht werden könnten.
„Der Schrei“ und „Madonna“ waren im letzten August am hellichten Tage vor den Augen zahlreicher Besucher von drei bewaffneten und vermummten Männern aus dem Munch-Museum in Norwegens Hauptstadt entwendet worden. Ihr Gesamtwert wird auf über 450 Millionen Kronen (55 Millionen Euro) geschätzt. Sie blieben seit dem Raub verschwunden.
Keine Einzelheiten zur Festnahme
Die Polizei wollte keine Einzelheiten zur Festnahme des Mannes im Alter zwischen 30 und 40 Jahren mitteilen. Mitte der Woche äußerte die Polizei erstmals öffentlich den Verdacht, daß der Kunstraub möglicherweise nur als Ablenkungsmanöver zur Verschleierung eines vorher in Stavanger verübten Raubüberfalls durchgeführt wurde.
Dabei hatte eine Gangsterbande 58 Millionen Kronen aus einer Geldwechselzentrale erbeutet und bei der Flucht einen Polizisten getötet. Der als mutmaßlicher Bandenchef geltende Norweger David Aleksandser Toska war in der letzten Woche im südspanischen Malaga festgenommen worden.