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Zum Tod von Elie Wiesel : „Ein Lichtstrahl in der Dunkelheit des Holocaust“

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Ein nachdenklicher Elie Wiesel - aufgenommen während einer Holocaust-Konferenz in der europäischen UN-Zentrale in Genf im April 2009 Bild: Reuters

Der Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Mit ihm geht nicht nur ein unermüdlicher Kämpfer gegen das Holocaust-Vergessen, sondern auch ein großer Autor und Philanthrop.

          Sein Leben war ein steter Kampf gegen das Vergessen: „Wer sich verschwört, die Erinnerung an die Opfer auszulöschen, der tötet sie ein zweites Mal“, sagte Elie Wiesel 2000 vor dem Deutschen Bundestag. Der Holocaust-Überlebende und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel starb jetzt im Alter von 87 Jahren bei sich zu Hause in Manhattan, wie die „New York Times“ berichtete. Zuvor hatten israelische Medien und die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem am Samstagabend Wiesels Tod gemeldet.

          Sein Vater Schlomo, seine Mutter Sarah und die kleinste seiner drei Schwestern starben in der Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten. Der 1928 in Rumänien geborene Wiesel überlebte das Grauen der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Seitdem engagiert sich der in New York lebende Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger für das Wachhalten der Erinnerung an die sechs Millionen Opfer des Holocaust - als Lehre für alle Zukunft.

          Mit 87 Jahren : Holocaust-Überlebender und Friedensnobelpreisträger Wiesel ist tot

          Autobiographisches Werk „Die Nacht“ macht ihn bekannt

          Sein 1958 veröffentlichtes und in 30 Sprachen übersetztes Werk „Die Nacht“, in dem er prägnant und eindringlich seine Erlebnisse im Konzentrationslager Auschwitz schildert, ist bis heute eines der meistgelesenen Bücher zum Holocaust. Vor allem in den Vereinigten Staaten wurde Wiesel damit zur Kultfigur und galt als einer der führenden Köpfe des amerikanischen Judentums.

          1928 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Siebenbürgen geboren, hatte Wiesel eigentlich Rabbi werden sollen. Doch seine behütete religiöse Erziehung in dem kleinen Karpatenstädtchen Sighet bricht 1944 jäh ab, als die Familie nach Auschwitz deportiert wird. „Uns sagte der Name gar nichts“, sagte Wiesel später in einem Interview. „Es dauerte nur wenige Minuten, und schon waren alle Familien auseinandergerissen, Männer und Frauen wurden getrennt.“

          Erinnerungen an Buchenwald

          Seine Mutter sollte Wiesel nie wiedersehen. Mit seinem Vater kam er als Häftling Nummer A-7713 zunächst ins Stammlager, später nach Buchenwald, wo der Vater kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers starb. „An dem Tag, an dem er starb, war das einer der dunkelsten Tage meines Lebens“, berichtete Wiesel 2009 bei einem Besuch mit dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Buchenwald. „Er rief nach mir und ich hatte zu viel Angst, um mich zu bewegen. Wir alle hatten zu viel Angst, um uns zu bewegen. Und dann starb er. Ich war da, als er starb, aber ich war eben nicht da.“

          Für Amerikas Präsidenten ist es sein erster Besuch eines ehemaligen Konzentrationslagers: Barack Obama, Elie Wiesel und Bundeskanzlerin Merkel Anfang Juni 2009 in Buchenwald Bilderstrecke
          Für Amerikas Präsidenten ist es sein erster Besuch eines ehemaligen Konzentrationslagers: Barack Obama, Elie Wiesel und Bundeskanzlerin Merkel Anfang Juni 2009 in Buchenwald :

          Die Erlebnisse prägen Wiesel zeitlebens. Die Schuldgefühle der Überlebenden, die Zweifel an der Existenz Gottes in einem solchen Grauen und die Fragen jüdischer Identitätsfindung - all diese Themen blieben bestimmend für sein Denken und Schreiben.

          Nach dem Krieg kam Wiesel in ein Waisenhaus in Frankreich. Später studierte er in Paris Philosophie und Literatur und arbeitete dann als Journalist und Auslandskorrespondent, bis ihn der französische Literaturnobelpreisträger Francois Mauriac (1885-1970) ermunterte, „an das Unsagbare zu erinnern“. Wiesel schrieb fast 50 Bücher, Essays, Romane und Theaterstücke, in denen er sich für verfolgte Minderheiten in aller Welt stark macht. 1986 bekam er für seinen Einsatz den Friedensnobelpreis.

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