01.03.2009 · Die Krise tobt und stürzt die Gesellschaft in Orientierungslosigkeit. Wie geht es weiter? An wen soll man sich halten? Funktionieren die alten Denkmodelle noch? In seinem Blog „Chaos as usual“ wird Thomas Strobl diesen Fragen von Montag an aus gesellschaftstheoretischer Sicht auf den Grund gehen.
Für die Beantwortung der großen Zeitfragen fehlen uns zunehmend die Anhaltspunkte: Wie geht es weiter? Kommt es zum großen Paradigmenwechsel? Funktionieren die alten Denkmodelle noch in der Krise? Warum ist jetzt die Zeit der Apokalyptiker? Wiederholt sich die Geschichte?
Und wen soll man lesen? Marx oder Sloterdijk? Honoré de Balzac oder Nassim Nicholas Taleb. Wer erklärt uns, was Europa über das Geld hinaus zusammenhält? Ob die EU auseinander bricht? Oder schafft die Finanzkrise das Paradoxe und beschleunigt gar die europäische Integration?
Thomas Strobl, Internet-Insidern bekannt unter seinem nom de plume „weissgarnix“, schreibt von Montag an auf FAZ.NET. „Chaos as usual“, so der Titel des neuen Blogs, thematisiert die allgemeine Orientierungslosigkeit, die mit fortschreitender Wirtschaftskrise um sich greift und sich anschickt, diese nahtlos in eine gesellschaftspolitische übergehen zu lassen.
Im Kristallpalast gehen die Lichter aus
Strobl nähert sich dieser Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven: Anthropologie, Politik, Philosophie, Kunst und Ökonomie kommen zur Sprache; die Klassiker des Genres dürfen ebenso das Wort ergreifen wie hoffnungsvolle Neu- und Quereinsteiger, die Protagonisten der Mainstream-Wissenschaft treffen auf ihre Offstream-Herausforderer: Von Keynes und Marx mögen Sie gehört haben, aber kennen Sie Lerner und Kalecki?
Kommt die Zeit der großen Kulturpessimisten wieder, von Oswald Spengler über Martin Heidegger bis zu Arnold Gehlen? Stehen wir bereits an der Schwelle zur Zerstörung des Gesellschaftlichen, wie es Karl Polanyi in „The Great Transformation“ so düster prophezeite? Oder glitzert und funkelt der sloterdijksche Kristallpalast auch weiterhin, obwohl die großen, schweren Lüster gerade reihenweise von den Decken fallen und im Parterre zerschellen? Und überhaupt: Bleibt der „Weltinnenraum“ weiterhin ein solcher des Kapitals? Oder war seine „zweite Baustelle“ nur temporär stillgelegt und der Sozialismus feiert demnächst ein pompöses Richtfest?
Blaupausen für eine bessere Welt
Auf die Systemfrage, so sie sich denn stellt, gibt es unzählige Antworten: „Chaos as usual“ will die markantesten präsentieren, analysieren und kritisieren. Thomas Strobl ist begeisterter Österreicher, aufmerksamer Beobachter und kritischer Kommentator; er studierte Wirtschaft in Wien und das pralle Leben in den Metropolen Europas; im Jahr 2000 übersiedelte er von Frankreich nach Deutschland; seine beruflichen Interessen liegen zwar im Finanzwesen, an dieser Stelle pflegt er jedoch seine privaten Leidenschaften, die seit Studententagen in der Politischen Ökonomie, der Geschichte und der Philosophie liegen.
Im FAZ.NET-Blog „Chaos as usual“ schreibt er von Montag an über aktuelle und vergangene Krisen, Denken im Off- und im Mainstream, Schicksalsepochen und ihre herausragenden Akteure sowie diverse Blaupausen für eine bessere Welt.