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Neuer Militärorden Medaille ohne Tapferkeit

Einst zählte im Krieg der Einsatz auf dem Schlachtfeld. Nun sollen auch Soldaten geehrt werden, die „außergewöhnliche Leistungen“ von der Heimatfront aus erbringen - etwa, indem sie Drohnen steuern.

Früher galten Krieger als Helden. Bevor ein Feind überwältigt werden konnte, musste von ihnen erst einmal die Technik bewältigt werden. Die Flugzeuge hatten noch Propeller, man flog sie nach Gehör und auf Sicht. Als Helden der Lüfte ehrte das amerikanische Militär seine Piloten. „Heldentum oder außergewöhnliche Leistungen während eines Flugs“ lautet seit 87 Jahren die Begründung, mit der die Waghalsigen unter ihnen das „Distinguished Flying Cross“ erhalten.

Diese (ohnehin verklärte) Geschichte ging mit dem Düsentriebzeitalter, das den Heldengeschichten noch einmal besondere Triebkraft verlieh, vorüber. Die Piloten wurden abgeschafft, die Propeller wieder angebaut, die Flugzeuge nennt man heute Drohnen. Dass dem Strukturwandel eine neue Kriegskultur folgte, wurde dabei übersehen.

Tapferkeit spielt keine Rolle mehr

Doch jetzt zeigt sich: Den amerikanischen Militärs fehlen Helden. Drohnen-Kommandeure, die ihr Handwerk in wenigen Monaten erlernen und nach Feierabend nach Hause gehen – das passt nicht ins Top-Gun-Schema. Oder doch?

Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta ist der Meinung, auch unter seinen Kollegen an der Heimatfront „großartige Arbeit“ und „außergewöhnliche Leistung“ im Gefecht zu erkennen. Auch Soldaten, die aus sicherer Entfernung („von einem anderen Kontinent aus“) an Kriegshandlungen teilhaben, „Feinde angreifen und den Verlauf von Kämpfen ändern“, seien zu würdigen. Sie sollen von nun an mit der „Distinguished Warfare Medal“ ausgezeichnet werden.

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In der Rangordnung liegt die neue Auszeichnung unter dem Fliegerkreuz, wird aber in jedem Einzelfall vom Verteidigungsminister abgesegnet. Es gehe, bestätigten hohe Militärs, die direkt dem Präsidenten zuarbeiten, um Würdigungen besonderer Leistungen im Krieg, die – das ist neu – explizit nichts mit Tapferkeit zu tun haben. Eine Verwechselung mit bestehenden Auszeichnungen solle es ausdrücklich nicht geben. Darauf, dass Tapferkeit aber kaum noch eine Rolle spielt und auch der Ort der Cockpits für die Soldaten im Einsatz ziemlich unbedeutend ist, verwies jüngst Prinz Harry. Den Daumen am Abzug zu haben, sagte er, kenne er von der Playstation. Krieg per Joystick mache ihm Spaß.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 15.02.2013, 18:47 Uhr

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Von Andreas Rossmann

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