24.09.2009 · Die neue Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa gehört zu einer kleinen, mächtigen Schicht, die Bulgarien ruiniert hat. Die Unesco mag durch die Niederlage Hosnis einer Schande entgangen sein, aber um welchen Preis! Eine Polemik von Ilija Trojanow.
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das ist doch vollkommen normal fuer die UN, die nichts weiter als eine Verbrecherorganisation ist. Von den knapp 200 Mitgliedern sind 2/3 undemokratisch. Diese undemokratischen Staaten stimmen dann demokratisch ueber alles moegliche ab und werden somit legitimiert. Absurd. Als ob der Bundestag zu 2/3 aus nichtgewaehlten Verbrechern bestehen wuerde. Die Menschen trennen bei der UN nicht zwischen dem Anspruch mit dem die USA die UN gegruendet haben und der heutigen Wirklichkeit. Die sogenannte Menschenrechtskommission der UN wurde nach der Re-Konstitution von Libyen geleitet. Und niemand faellt etwas auf. Die muslimischen Staaten haben sich geweigert in die UN-Menschenrechtskommission die Gleichstellung von Mann und Frau aufzunehmen (man einigte sich in der Kairo Deklaration auf "Frauen haben auch Rechte"). Und natuerlich muss das akzeptiert werden.
Die Aufgabe der UNESCO, Bildung und Schutz von Kulturgütern, bezieht sich auf einen dem Markt weitgehend entzogenen Sektor. Die UNESCO ist besonders korruptionsgefährdet, weil es für viele Vertreter aus Ländern mit sehr unbefriedigender Wirtschafts- und Bildungsstruktur zu einer Karriere als UNESCO Beamter keine vergleichbar attraktiven Alternativen (ausser Auswanderung) gibt. Dafür gibt es eine Löung: Kein Geld mehr an die UNESCO, sondern Entsendung von Mitarbeitern und direkte Finanzierung von Aufträgen. Das wird es schwieriger machen, sinnvolle Beiträge einzutreiben, aber den teilweise sinnlosen Leerlauf um der Umleitung einiger Mittel in interessierte Taschen willen vermindern.
Es sind immer die gleichen die in der westlichen Welt an den wichtigsten Positionen stehen. Oder entscheiden wer diese Posten bekommt.
Aber es muß geschwiegen werden. Deren macht ist doch zu groß um sich mit Ihnen an zu legen.
Schon der Anspruch der Unesco "Weltkulturbehörde" zu sein ist grotesk. Da es keine Weltkultur gibt, sondern vielfältige Kulturen, die sich in unserer Welt ausprägen, reduziert sich die Veranstaltung auf ein Possenspiel. Entsprechend fällt dann auch die Wahl ihrer höchsten Repräsentantin aus. Das Beängstigende ist, dass man nicht einmal mehr vor Lächerlichkeit zurückschreckt und auch noch aller Welt offen vor Augen führt, wie unsinnig die Unesco tatsächlich ist oder will man etwa behaupten, dass Frau Bokowa oder Herr Hosnis Garanten kultureller Vielfalt und Ausdrucksfreiheit sind. In heutigen Tagen ist Peinlichkeit der Maßstab aller Dinge und je höher der Anspruch desto niedriger sind die tatsächlichen Motive der Handelnden!
Ach, Ilija Trojanow, Sie haben ja soooo recht...
(u. sind nach mehreren TV-Ansichten von mir hochgeschätzt). Aber das ganze Prozedere dieser UNESCO-Chefangelegenheit demonstriert ja wiedermal, dass solch ein wichtiger Posten eben nicht nach Qualifikation (die übr. heutzutage zumeist auch nur der öffentl. Wahrnehmung bzw. Berichterstattung entspringt...), sondern einzig nach politischem Kalkül vergeben wird. Denn sonst müsste ja eine "Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur" (so der deutsche Titel der UNESCO) einen ausgewiesenen Fachmann resp. eine Fachfrau für diese Disziplinen als Oberhaupt haben, der/die eben nicht nach politischen Rücksichtnahmen ausgesucht würde, sondern wirklich "vom Fach" wäre. Mit diesem "vom Fach" meine ich in der Tat jemanden, der als Fachfrau/-mann die genannten Disziplinen kompetent vertreten und nicht politisch-nationalistisch nach Schlüssel verteilt vorgeschlagen würde. Darunter verstehe ich vor allem jemanden,der/die uns von Kultur- bzw. Bildungsabbau bewahren würde. Das ist nat. erstmal nicht von jemandem zu erwarten, der durch irgendwelche Machtstrukturen dahingelangt ist. - Aber ist das in Deutschland (bes. bez. der anstehenden Wahl) anders? Viell.aber gibt es - hier wie dort - Überraschungen???
Der Autor vereinfacht gefährlich
Ohne mich auf die Person Frau Bokowas einzulassen, möchte ich bemerken, dass der Autor die neuere bulgarische Geschichte in einer gefährlichen Weise verinfacht, wenn er von GULags oder von der Stasi in Bulgarien redet. Während es die GULag (Hauptverwaltung der Besserungsarbeitslager) in der UdSSR und die Stasi (Ministerium für Staatssicherheit) in der DDR gab, sind die im kommunistischen Bulgarien ehemals vorhandenen vergleichbaren Institutionen mit den genannten eben nur sehr bedingt vergleichbar. Die KGB-Keule hat ihren Schrecken längst verloren, Herr Trojanow, damit können Sie den heutigen FAZ-Lesern keine Furcht einflößen. Das hätte vielleicht zu Genscher-Zeiten vielleicht noch gewirkt, heute kann man mit dem Etikett "Kommunist" nicht einmal einer dritträngigen bulgarischen Politikerin einen ernsthaften Schaden zufügen.
man hatte schon mit grösster wahrscheinlichkeit mit dem ägypter hosni gerechnet und nach dem einlenken einer bestimmten lobby sitzt jetzt bokowa auf dem stuhl.
ein kommentar gibt zu denken: in diesem wird bokowa als kleineres übel bezeichnet.
lieber eine europäerin mit terroristischer vergangenheit als ein muslim der gegen die einfuhr der faz ist ;-)
Was erzählen Sie denn da für einen Unsinn? Gregor Gysi gehörte von Anfang zu den Reformkräften innerhalb der SED. Den Parteivorsitz übernahm er erst nach den ersten Demo's.
So sind die Verhältnisse in Bulgarien. Da höre ich von IM aus Deutschland, das sie Berater bei Helmut Kohl geworden sind (und sei es nur begrenzt), oder Berater in den Vereinigten arabischen Emiraten...
Wo bleibt die Gerechtigkeit...
Es sind Charaktere, die ankommen. Gäbe es Ersatz? Ich denke schon, wenn es gewolt wird. Was so taucht die Frage auf läuft im Hintergrund, wenn Bulgarien aus Korruption zu verstehen ist.
Wenn die FAZ Mut hätte, würde sie sich mit Sachsens neuer Landtags-Alters-
Präsidentin auseinandersetzen. Edith Franke war tiefrote und unangenehmer SED-Parteikader an der TU Dresden zu DDR-Zeiten. Warum nimmt die FAZ ihr Verhalten anlässlich der konstituierenden Versammlung nicht mal zum Anlass, ihre Vergangenheit zu untersuchen? Lieber hat man auf Tillich herumgehackt. Oder anders gefragt: ist man inzwischen im Inland auf dem linken Auge blind und heftet solchen Leuten noch ein Bundesvedienstkreuz an?
Also die Kritik in diesem Artikel schien sich eher auf Bokowas Familie, ihr Partei und die politische Kultur ihres Landes zu beziehen, als auf die Dame selbst. Ich bin wahrlich kein Freund von Sozialisten, die im Falle Deutschlands, wie in Bulgarien wohl ein ziemlich schlampiges Verhältnis zur Vergangenheitsbewältigung zu haben scheinen. Aber mir ist trotzdessen Bokowa lieber, die nur Karriere in einem unappetitlichen Milieu gemacht hat, als Hosni, der zu Bücherverbrennungen aufruft und in seiner Funktion als Kulturminister auch für die Zensur der Kulturschaffenden seines Landes verantwortlich ist und soweit ich weiß, auch mal am Einfuhrverbot der FAZ nach Ägypten beteiligt war, weil ein islamkritischer Artikel nicht genehm war. Es ist mir egal, ob die Bücher die Hosni verbrennen will von Israelis oder Italienern stammen und welche andere Nationalität er berufsmäßg zernsiert, aber es müsste im Westen Konsens sein, dass ein Mann der sich so beschäftigt nicht Leiter einer Weltkulturbehörde sein kann. Kunst- und Redefreiheit sollten uns soviel wert sein. Unter diesem Gesichtspunkt sieht Bokowa tatsächlich wie das wesentlich kleinere Übel aus, wenn auch noch immer nach einem Übel.
Und diesen Staat, dessen KP-Nomenklatura ...
... sich unbeschadet aller Greueltaten in die postsowjetischen Zeiten fortgepflanzt hat, musste die EU partout aufnehmen: wohlwissend, dass alle Subventionen dort in Nepotismus und Korruption verschwinden werden. Die Praxis hat das mittlerweile bewiesen. In Rumänien und weiteren neuen EU-Stzaaten läuft es ebenso.
Notabene: Dass die UNO und ihre Unterorganisationen politisch und moralisch bankrott sind, steht ebenfalls seit Jahren fest. (Man denke an die unsäglichen Vergehen von UNO-Entwicklungshelfern an afrikanischen Kindern, etc.)
Dass die in der Wolle gefärbte Kommunistin Irina Bokowa nun Unesco-Chefin werden darf, bestätigt den Verfall der UNO. (Der ägyptische Dschihadist und Antisemit Honsni ist freilich ebenso indiskutabel. Zweifellos gibt es bessere Kandidaten für diesen Posten.)
Schade um die UNO, die einst eine gute Idee war. Sie trägt sich selbst zu Grabe. Ihre merkwürdige Neigung, libyschen, iranischen und anderen Hasspredigern ein Podium zu bieten, verheißt ein baldiges Leichenbegängnis.
Warum sollte es die Unesco besser machen als Deutschland?
Bei uns wird Gysi im Osten auch als "einer von uns" gefeiert. Dabei hat er wesentlich an der Zerstörung des Landes und der Unterdrückung der Bevölkerung mitgewirkt. Aber was solls, heute wird ihm das völlig vergeben.
Die Menschen sind seit Jahrtausenden so, ist leider nur sehr sehr langsam zu ändern.
Diese Wahl ist in der Tat ein Skandal, ebenso die vorausgehende "Kandidaten-Kür". Gibt es denn in der ganzen Welt niemand, der qualifiziert ist und eine weiße Weste hat? Natürlich ja, aber darauf kommt es ganz offenkundig nicht an. Mit diesem Vorgang hat sich die Unesco erneut disqualifiziert. Vielleicht sollte man den ganzen Verein auflösen. Dann braucht man auch keinen Generaldirektor mehr.
Liebe F.A.Z., was kostet uns denn diese Dame pro Jahr? Und wie groß ist ihr persönlicher Aktionsradius zur UNO-üblichen Mittelvergabe. Ich habe mal einer Pressekonferenz der ehemaligen Umweltministerin Bulgariens beigewohnt. Korruption gibt es in Bulgarien nicht. Alles was hier geschrieben wird, ist Rufmord. Dafür hat die Dame das in einem blendenden Deutsch gesagt. D.h., es gibt auf bulgarischer Seite überhaupt kein Schuldbewußtsein. Das dieses Land EU- sowie UNO-Hilfsgelder erhält/erhielt ist ein Skandal.
Ein konstruktiver Vorschlag wie wir mit der Berufung leben könnten wäre, (i) Bulgarien zahlt das Jahressalär und übernimmt große Teile des UNESCO-Haushaltes sowie (ii) bulgarische UNO-Schnorrer sind von öffentlichen Ausschreibungen auszuschließen. Das muss auch über UNO-Hilfsgelder hinaus gelten. Der Artikel beschreibt ansonsten präzise die bulgarischen Verhältnisse.
Vermeintlicher ANtisemitismus oder bulgarische Nomenklatura?
Pest oder Cholera...aber die Weltpolitiker haben sich dür die Nomenklatura entschieden, sicher um den Preis einer angedachten Demokratisierung und Verwsatlichung von Bulgarien.
Warum nicht Benita Ferrero-Waldner?
Diese Wahl ist umso unverständlicher, als mit der EU Aussenkommissarin Benita Ferrero-Waldner ein vorbildliche erfahrene Diplomation bereit gestanden hätte. So ist das aber, wenn in Europa einige offenbar ihre Resentiments gegen Österreich pflegen und lieber alte Kommunistenkader wählen als eine ÖVP Politikerin. Rat und EU Kommission hätten das besser vorbereiten müssen.