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Neubau Aus den Wolken an den Starnberger See: Lothar-Günter Buchheims Museum

23.05.2001 ·  Lothar Günter Buchheim hat viel gestritten und viel gesammelt. Mit 83 Jahren kann er an diesem Mittwoch sein Museum in Bernried eröffnen.

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Schon im Eingangsbereich sieht der Besucher Lothar-Günther Buchheims Museumsidee: Ein kleiner Ausflugskahn in Schwanengestalt schwebt von der Decke und weist den Weg zu seinen diversen Sammlungen mit den Expressionisten als Herzstück.

Anlässlich der Eröffnung an diesem Mittwoch hat der 83-jährige Sammler, der sich selbst eher als Zusammenträger und Wiederausbreiter sieht, zu einem erste Rundgang seines „Museums der Phantasie“, für das er 30 Jahre gestritten hat. Malerisch am Starnberger See gelegen soll es schon bald die Kunst- und Naturliebhaber in Scharen nach Bernried ziehen.

Brücke-Maler im Zentrum

Neben Buchheims „bunter Zirkuswelt“ mit Hinterglasbildern, Hampelmännern und Karussellpferden beeindruckt vor allem die weltberühmte und auf über 200 Millionen Mark geschätzte Sammlung mit Gemälden der „Brücke“-Maler, die in zwei zentralen Sälen hängen. Im Zentrum stehen Bilder von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Emil Nolde und Otto Mueller. Dabei hat die gemeinsame Präsentation von Gemälden und Arbeiten auf Papier Werkstattcharakter. Der Besucher kann die Entstehung eines Bildes von der Skizze bis zum Gemälde verfolgen.

Um die Arbeiten der „Brücke“-Künstler gruppieren sich Werkkomplexe von Max Beckmann und Christian Rohlfs. Aquarelle und Grafiken von Otto Dix leiten zur Kunst der 20er Jahre über. Die intimeren Räume der beiden mehrstöckigen „Türme“ sind den volks- und völkerkundlichen Sammlungen vorbehalten. Diese bescheiden als „Nebensammlungen“ bezeichneten Kunstwerke sind in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Gemälden und Grafiken der Expressionisten zu sehen. Das Buchheimsche Kaleidoskop zeigt sehr anschaulich, dass die „Brücke“-Künstler wichtige Anregungen dem mittelalterlichen Holzschnitt, der Kunst der Südseevölker und Afrikaner verdanken.

Kein normales Museum

Für Buchheim sollte es von Anfang an kein „normales Museum“ werden. Er wollte als eine „Art Wellenbrecher“ gegen die „Woge der Gleichmacherei“ antreten und zeigen, „dass Kunst nicht im Vakuum entsteht, sondern immer aus Kunst kommt“. So war es für ihn geradezu ein innerer Auftrag, auch Kunst der Primitiven, Volkskunst und Trivialkunst mit den Expressionisten zusammenzubringen.

Vor den Eröffnungsfeiern wurde noch einmal heftig gegrantelt: „Ich weiß bis heute eigentlich nicht, wer das Museum gebaut hat“. Die Spitze zielt auf den Architekten des Olympiastadions Günter Behnisch. Nicht nur, dass Buchheim selbst sich um alles habe kümmern müssen, viele Hinweise seien einfach ignoriert worden. „Ich wollte Wände, Wände, Wände - Behnisch baute Balkone, Terrassen und große Sichtfenster.“ Diese „Ausblicke ins Grüne“ würden von dem eigentlichen Inhalt des Museums ablenken.

„Die Symbiose von Kunst und Natur soll außen und nicht innen stattfinden.“ Aber Buchheim weiß auch: „Es hätte schlimmer werden können.“ Für den unbefangenen Besucher zeigt sich schon heute ein beeindruckendes Bild: In klaren Linien hat Behnisch ein „architektonisches Juwel“ geschaffen, das sich harmonisch in die hügelige Landschaft des Alpenvorlandes einfügt.

Quelle: @blo, mit Material von dpa
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