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Nahost-Konflikt & Lektüre Den Nahen Osten verstehen: Bücher zum Thema

10.08.2001 ·  Die Lage in Israel hat sich abermals zugespitzt. Droht jetzt Krieg? FAZ.NET stellt Bücher vor, die die Hintergründe des Konflikts beleuchten.

Von Katrin Jurzig
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Nach dem Bombenanschlag mitten in der Jerusalemer City herrscht im Nahen Osten Alarmstimmung. Israel fliegt Luftattacken auf Ziele in Ramallah. Der Kreislauf der Gewalt zirkuliert immer schneller. Die Vorgeschichte des Konfliktes kann man wohl nicht oft genug in Erinnerung rufen: FAZ.NET hat daher Bücher zum Thema zusammengestellt.

Der Journalist Artur Vogel rekapituliert in seinem Buch „Der Palästinenserstaat. Arafats langer Marsch nach Jerusalem“ in gut lesbarer Form die Geschichte des jüdisch-arabisch-palästinensischen Konfliks und das Leben Yassir Arafats. Das Buch räumt endlich mit den Klischees in der Geschichtsschreibung auf. Sowohl Israelis als auch Palästinenser bekommen einige Wahrheiten ins Stammbuch geschrieben. So berichtet Vogel über Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen der Israelis in den besetzten Gebieten. Er thematisiert aber auch die Stationen des Terrors der verschiedenen palästinensischen Gruppen gegen israelische Einrichtungen, Soldaten und und unbeteiligte Zivilisten.

Ludwig Watzal macht keinen Hehl daraus, dass sein Herz viel stärker für die palästinensische Seite schlägt. In seinem Buch „Friedensfeinde“ schildert er den „Konflikt zwischen Israel und Palästina in Geschichte und Gegenwart“ (Untertitel). In dem faktenreichen und ernüchtenden Buch kämpft Watzal gegen Fehlwahrnehmungen Israels im Westen, etwa gegen die lange herrschende Auffassung, der jüdische Staat habe fünf reine Verteidigungskriege gegen die Araber führen müssen.

Kann es einen dauerhaften Frieden geben? Edward W. Said, Kulturwissenschaftler an der Columbia University, ist überzeugt, dass es einen Frieden nur unter Gleichgesinnten geben könne. In seinem Buch „Frieden in Nahost? Essays über Israel und Palästina“ analysiert der einst glühende Anhänger Arafats den Verlauf des Friedensprozesses unter Rabin, Peres und Netanjahu. Said hatte große Diskussionen ausgelöst, als er im vergangenen Jahr bei einem „symbolischen Akt“ fotografiert wurde, mit dem er seinen Protest gegen die israelische Besatzungspolitik bekundete: Said warf an der südlibanesischen Grenze einen Stein gegen israelische Soldaten. In seiner Autobiografie, die unter dem Titel „Am falschen Ort“ im vergangenen Jahr im Berlin Verlag veröffentlicht wurde, schildert er sein Leben zwischen den Kulturen.

Der Göttinger Professor Bassam Tibi betrachtet in seinem Buch „Pulverfaß Naher Osten“ den Konflikt und seine Vorgeschichte aus „arabischer Perspektive“. Der in Syrien geborene Tibi nimmt gegenüber den Israelis eine faire und unpolemische Haltung ein. Der Terror können nur beendet werden, schreibt Tibi, wenn die lokalen Akteure zu einer Einigung kämen. Doch die scheint derzeit in weiter Ferne.

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