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Nachtkritik Geschrei und Klamauk: Leander Haußmanns „Paul und Paula“

22.12.2000 ·  Leander Haußmann gelingt die scharfe Trennung von Ostmief und DDR-Nostalgie in seiner Bühnenfassung von „Paul und Paula. Die Legende vom Glück ohne Ende“. An diesem Donnerstag hatte die Liebesgeschichte auf der Berliner Volksbühne Premiere.

Von Waltraud Schwab
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Das Stück wurde in eine Laubenkolonie verlegt. Im Hintergrund der Fernsehturm. Eine Handvoll Leute, die den Krieg noch in den Bunkern und die DDR von Anfang bis Ende erlebt haben, schwelgen in Erinnerungen an die unberechenbare Paula.

Paula schaffte es, ihren Angebeteten von seinem staatstreuen Pfad abzubringen. Die Laubenpieper laben sich an dieser Widerspenstigkeit. Selbst schaffen sie es höchstens bis zu jener Freiheit, in Unterhose im Garten sitzen zu dürfen und hin und wieder auf alte Schlager zu tanzen. Sie sind auf der mentalen Stufe von Teenagern aus den 60er Jahren stehen geblieben. Das gibt ihrer Dummheit so viel Charme. Haußmanns Inszenierung gelingt es, mit viel Geschrei und Klamauk ihre Piefigkeit bis ins Detail wiederzugeben. Spannend allerdings ist es vor allem für die, die ihre DDR darin wiedererkennen. Ein „Weihnachtsgeschenk“ sollte das Stück sein. Haußmann hat dem Ossi seinen Osten, dem Wessi aber ein bisschen ignorante Langeweile schön verpackt unter den Christbaum gelegt.

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