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Mutterbilder Kinder einer Generation

 ·  Das Mutterbild früherer Zeiten liegt immer noch wie ein Schleier über unserer Gegenwart. Zugleich ist die neue Rollenerwartung so hoch, dass vielen Frauen angst und bange wird.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (60)
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Rollenerwartung

Mutter zu sein, ist keine Rolle, sondern kann eine sehr erfüllende, aber auch anstrengende Lebensfahrung sein, wenn die Mutter und evtl. eine sie stützende Familie über eine ausreichende wirtschaftliche Sicherheit verfügt. Das trifft vielleicht auf die berufstätigen, hochqualifizierten Gattinnen von ebensolchen Ehemännern oder Lebensabschnittsgefährten zu. Für die Masse der berufstätigen Frauen trifft das eher nicht zu. Für sie ist der Spagat zwischen Kindern, Familienarbeit und Beruf so groß und drückend, daß sie, wenn es ihnen möglich ist, eine Entscheidung treffen zwischen Kindern und einer erhofften Freiheit. Für die meisten Frauen endet die "Karriere" irgendwo im Nirgendwo, mit 2 x Urlaub im Jahr, einem "erfüllten Bürojob" zwischen Öffentlichem Personennahverkehr, Einkaufscentern und Shopping bis zum Abwinken, soweit die Miete es zuläßt. Zurück bleibt am Ende Leere und die Frage: Wozu ist das eigentlich alles gut?. Und das ist eine sehr politische Frage, die unbeantwortet ist.

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Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 28.12.2012 16:56 Uhr

Selbstbewusst ihren Weg gehen

"Und drinnen waltet die fleißige Hausfrau...."ist EIN Bild von Frau und Mutter, von der die Männer am meisten profitiert haben - ob die Kinder das auch so erlebt haben, ist eine andere Sache.

Die Autorin hat recht, wenn sie beklagt, dass immer mehr und höhere Anforderungen an die Mütter gestellt werden, insbesondere in W-Deutschland. Wie diese jedoch sein sollen, bleibt im vagen, nicht ausdrückbaren Drohungen.

Ich habe von alleinerziehenden Müttern öfter gehört, dass ihre Ex-Männer oder andere Personen, sie sehr unter Druck setzten und mit dem Jugendamt drohten, wenn sie meinten, dass die Mütter was nicht richtig machten.

Es gibt inzwischen genug Vorbilder für junge Mütter, an denen sie sich orientieren können, um Mutter und Berufstätigsein unter einen Hut zu bringen.

Die heutige Mütter- und Frauengeneration sollte sich von niemandem einschüchtern lassen und selbstbewusst ihren Weg gehen - ob mit oder ohne Kind/er.

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HV Cottle
HV Cottle (PumMu) - 28.12.2012 10:29 Uhr

Er ist hier eindimensional

Wenn ich den Text von Frau Krueger lese, dann verstehe ich nicht einige der mehr als aggressiven und beleidigenden Reaktionen hierauf - schlimmer noch, jede dieser Reaktionen gibt Frau Krueger zu 100% recht!
Ich bin eine dieser Damen, die einerseits 2 kleine Kinder hat und andererseits trotzdem ihre Karriere verfolgt. Wie haeufig ich mir subtil oder weniger subtil vorwerfen lassen müsste eine Rabenmutter zu sein - dabei sind beide Kinder gesund, meistens glücklich (kleinere und groessere Katastrophen die dieses Glueck trueben gibt es natuerlich immer mal wieder ) und immer geliebt!
Aber jeder denkt Vorhaltungenmachen zu dürfen - warum eigentlich? Innerhalb meiner Familie haben wir gemeinsam eine Balance gefunden, die Kinder mögen ihre Kita und lieben ihre Routine, die ihnen viel dedizierte Kuschelzeit mit beiden Eltern einräumt, der Mann spielt gerne mit (muss mal gesagt werden nach all den erbärmlichen Kommentaren hier von überforderten Männern)! Einzig wir sind müde...
Ich warte!

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Nina Dulleck

Entscheidend sind die Einstellungen?

Also, wenn Mutterschaft und die damit verbundenen Gefühle nicht mit Biologie erklärbar sind, gibt es nur noch die "Einstellungen der vorangegangenen Generationene" als Erklärung? Wie wäre es mit "Mutterschaft" an sich. Das verändert eine Frau und allein das bringt schon Gefühle hervor, die ich vorher so nicht hatte. Komisch eigentlich, wenn ich herauslese, dass wir Frauen eigentlich gerne Kinder hätten, aber nicht gerne die damit verbundenen Gefühle. Ich habe drei Kinder und teile mir den Arbeits-Familien-Alltag mit meinem auch arbeitenden Ehemann. Ich glaube, wenn man Kinder bekommt, geht es nicht mehr in erster Linie um MICH,MEINER,MICH und DAS scheint mir viel eher der Grund, für die Kinderlosigkeit Deutschlands. Individualismus und Kapitalismus sind es, die sich nicht mit Familie vertragen - NICHT "Mutterschaft/Muttersein/Muttergefühle" (die sind nämlich wunderschön, auch wenn sie herausfordern)

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Sollen doch alle Damen, die zu Arbeiten für Selbstverwirklichung halten, arbeiten gehen. Viel Spaß.

...

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I.M. Kartenhauser

@ de winter

frau de winter, es muss einmal gesagt werden: ihre beitraege sind durch die bank wahre lichtblicke in der debattenkultur: top informiert, analytisch klarsichtig und menschlich fundiert. danke dafuer sich weniger allein zu fuehlen!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 10:25 Uhr
Cecile de Winter

Vielen Dank

für die freundliche Rückmeldung! Das ist sehr nett von Ihnen, I.M.Kartenhauser.

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Ulrich Mayer
Ulrich Mayer (Bayer01) - 27.12.2012 23:03 Uhr

Liebe Frau Krüger

Sie machen sich Gedanke und zeigen in Ihrem Lebenslauf, dass Sie Gutes tun wollen.
Sie haben den Völkermord in Ruanda untersucht. Doch wissen Sie auch, dass in unserem Land seit 1974 mindestens 5 Millionen Kinder abgetrieben wurden (reg. Fälle)?

Auch denke ich nicht, dass es traditionelle Rollenbilder sind, die uns am Kinderkriegen hindern. Demnach wäre ja unerklärlich, warum gerade traditionelle Gesellschaften so viele Kinder bekommen. Nein, es ist andersherum: Weil so viele Frauen dem Feminismus auf den Leim gegangen sind, das Arbeiten außer Haus höher schätzen oder sich dazu drängen lassen und weil nicht wenige bessere Männer als die Männer sein wollen.

Eine Ideologie, die Frauen vom Kinderkriegen abhält, kann nicht gut sein. Sie trägt ja auch maßgeblich zur demographischen Selbstaufgabe bei.
Also, Mut zum Kind. Das ist ein Schritt zur Verantwortung und Selbstbescheidung. Nicht mehr das Ich steht im Zentrum des eigenen Denkens, sondern das Wir und Du: "Mein Bauch gehört Dir!"

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Gerhard Rohlfs

@Hans-Joachim Mueller: Verzicht auf Kinder für internationale Bankensolidarität

In der Politikersprache heisst das natürlich alternativlose Eurorettung, aber so könnte man es verkürzt inzwischen tatsächlich sagen. Ein Land, dessen Geschicke "nur noch Hilfsschüler lenken", alternativlos, so etwas wird auch Negativauslese genannt. Sie und Frau de Winter haben die zentralen Sätze zum Thema geschrieben.
@Cecile de Winter: "Was in den 80ern ging - Ein Arbeiter, der als Alleinverdiener eine Familie mit mehreren Kindern ernährt - funktioniert heute trotz mehrfacher Produktivität und mit Doppelverdienern also nicht mehr? Wer soll das glauben? ...
Tatsächlich arbeitet das ganze Land die Hälfte des Jahres für die leistungslosen Zins- und Dividendeneinnahmen einer Minderheit, die Ihr "Geld für sich arbeiten" lässt."
Diese Art von Steuern macht mittlerweile wohl den Löwenanteil aus.
Ihre Beiträge sind wirklich lesenswert. Treffend.

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Alexandra Strobel

Vielen Dank...

für diesen Artikel.
Vieles spricht direkt aus meinem Herzen.
Ich, weiblich, im besten gebärfähigem Alter, studiert, habe langsam so die Schnauz voll von diesen ganzen Debatten.
Ich habe nicht vor Kinder zu bekommen. Ich habe das Gefühl, meine Wenigkeit mutiert derzeit zum Feindbild sehr vieler Menschen, weil ich mich eben gegen Kinder entschieden habe. Ich mein, Hallo?! Ich bin mehr wie mein Uterus! Ich bin tatsächlich ein ganzer Mensch. Und nur weil ich einen Teil meiner "Fähigkeiten" nicht nutzen will (zum Glück sind wir hier was das anbelangt noch ein freies Land) gibt es niemandem das Recht, mir alles möglich zu unterstellen. Von Egoismus bis verbitterter Mensch, der keine richtige Frau ist oder ihr Frau-sein verleugnet und einfach sowieso an allem, was hier in Deutschland, Europa, ach, in der ganzen Welt so schlechtes passiert Schuld ist.
Und soweit ich weiß sind es mehr Männer als Frauen, die sich gegen Kinder entscheiden. Aber da ist ja auch wieder die Frau schuld...

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Gerhard Rohlfs

@Cecile de Winter bringt es auf den Punkt: Wer sich bedroht fühlt, verzichtet auf Nachwuchs

"Frauen und Männer reagieren auf den Druck, ... die Zwänge ..., die von den Profiteuren des Systems an sie herangetragen und künstlich erzeugt werden, schlichtweg mit Existenzangst und reduzieren die Nachkommenschaft. So wie jede andere Spezies auch."
Treffend zusammengefasst. Die Geburtenrate der DDR ging nach 1990 sehr schnell zurück. Und die neoliberale (Ausverkaufs-) Bundesrepublik von 2012 ist nicht mehr das Land mit annähernder Vollbeschäftigung und hohen Löhnen, das es bis in 1980er Jahre war.
Die Politik erzählt etwas von Wohlstand, der Nachwuchs für den einzelnen überflüssig mache. Dann müssten reiche Leute ja besonders wenige Kinder haben. Ist also Unfug. Abgesehen davon, dass man den Zustand, in dem sich dieses Land befindet, nicht als Wohlstand bezeichnen kann, frei nach Dieter Spethmann.
Wie sagten Sie, Fr. de Winter, an anderer Stelle: "Über das Falsche zu diskutieren, damit bloss niemand auf die Idee kommt, die tatsächlichen Profiteure beim Namen zu nennen."

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Peter Geheim

Viel Lärm um nichts

Wer keine Kinder hat, stirbt eben aus, was soll die Aufregung.

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Klaus  Karmann
Klaus Karmann (Ka22) - 27.12.2012 19:30 Uhr

Traurige Sichtweise

Wenn man der Meinung ist, eine Kitatante ist für das Kind die bessere Bezugs-, Beziehungs- und Umgangsperson, dann bitte: Setzt keine Kinder in die Welt. Bemisst euren Lebenswert weiter nach den paar behinderten 100Euro Scheinen, die ihr aufgrund einer durchgepowerten Karriere mehr bekommt und tragt im Alter die Sinn-Konsequenzen einer oberflächlichen Lebenszielsetzung.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 17:14 Uhr
Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 28.12.2012 17:14 Uhr

Bange machen gilt nicht

Ist ja gar nicht wahr, was Sie schreiben. Die Autorin und auch andere Mütter sagen ja nicht, dass die Kita-Tante eine bessere Beziehungs- und Umgangsperson ist, wie Sie das einfach behaupten.

Die beste Bezugsperson ist und bleibt die Mutter, oder die Eltern und dann kommen die anderen Personen. Die Kinder wissen schon, selbst als Baby, wie die Mutter riecht und dass diese Frau die Mutter und Bezugsperson ist. Als Umgangsperson werden die anderen Menschen gesehen - jedoch NIE als Bezugsperson Mutter.

Dass diese Mütter im Alter unter Sinn-Konsequenzen leiden könnten wegen einer oberflächlichen Zielsetzung ist wieder Bange machen von Ihnen. Denn so oder so - in die Sinnkrise kommen alle einmal - ob sie nun nur Hausfrau und Mutter waren und das in Frage stellen oder auch noch eine mütterliche-berufstätige Hausfrau war.

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Anna Menz
Anna Menz (Anna_Menz) - 27.12.2012 18:26 Uhr

Wunderbarer Kommentar, Frau Krüger

Es ist leider so, dass es in unserer Gesellschaft nicht wirklich weit verbreitet ist, dass Rechte und Pflichten in einer Familie gleichmäßig verteilt werden. Und dass auch die Väter zu einer Familie gehören und damit genauso viel Pflichten in der Kinderbetreuung und im Haushalt zu übernehmen haben, wie die Mütter. Und damit die Konsequenzen, die mit der Erziehung von Kindern verbunden ist in gleicher Weise übernehmen können.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 09:53 Uhr
Cecile de Winter

Liebe Frau Menz,

in dieser Angelegenheit können wir uns aber auch einmal an die eigene Nase fassen, denn wir sind es, die trotz Vollzeitarbeit das Heim noch als unser Revier und Königinnenreich beanspruchen, selbst wenn der Mann Hausmann ist. Dafür verlassen wir unserer Hausmänner aber überdurchschnittl. oft, weil sie zwar unserer feminist. Denke entsprechen, uns aber ansonsten kalt lassen. Und ebenso, wie uns der heimische Waschlappen kalt lässt, wählen wir einen solchen auch nach wie vor fast nie als Partner und heiraten bevorzugt "nach oben". Wer als Mann also eine attraktive Frau wünscht, der steht unter einem zieml. Erfolgsdruck, der natürlich auf die verfügbare Zeit am Feudel und am Herd geht.
.
Nachdem wir nun also den Mann die letzten 40 Jahre zurechtgebogen und an unsere Vorstellungen anzupassen versucht haben, mit dem Ergebnis einer gewaltigen Mysandrie in unserer Gesellschaft, sollte wohl auch einmal Platz für ein wenig Selbstreflektion und eigene Bewegung sein, meinen Sie nicht, Frau Menz?

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Michael Scheffler

Gute Fau Menz

Was aber, wenn frau - wie häufig - Teilzeit arbeitet und Mann 50 Stunden die Woche wegen der Arbeit im Minimum unterwegs ist. Und auch infolgedessen mehr verdient. Ach so ja: die Einkommen der Frauen leistungslos angeichen.

Ich kenne im Übrigen nur Männer, die einkaufen, kochen etc. und dafür dann abends vorm Fernseher einschlafen. Der Preis: fünf Jahregeringere Lebenserwartung. Und sämsige Vorwürfe on Frauenwie Ihnen, das man nicht "präsent" sei.

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B. Daum
B. Daum (zaumi65) - 27.12.2012 15:48 Uhr

Bedauernswerte Generation

Solange Autoren beim Kindesglück Meinungsstudien anstatt die Bindungsforschung zitieren und sich einreden, die Tagesmutter erfülle die Mutterrolle für das Kleinstkind gleichwertig, ist das Ende der Wirrnisse noch nicht erreicht. Biologie, die über den Tellerrand guckt, erklärt das durchaus, wenngleich die Kerndisziplinen die Neurologie und (Entwicklungs)psychologie sind. Die sind hierbei mehr als eindeutig.

Man kann natürlich auch wegsehen und vermeintlich unmoderne Fakten ignorieren, wie dies gerade schick ist.

Teil einer bedauernswerten Generation, vielfach ohne gelebte "non-kapitalistischen" Überzeugungen (Gruß an die Elterngeneration), die ihre Lauscher allein ins Meinungsgezwitscher hängt. Diese bleibt so traurig und ratlos, wie der unüberhörbar Tenor innerhalb dieses Artikels, der keine Lösungen anbieten – und die vorhandenen einfach ausspart.

Die Elterngeneration und ihre "Werte" sind natürlich Teil der Misere, welche die Politik so nicht lösen kann.

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Claudia Fessler
Claudia Fessler (CFess) - 27.12.2012 15:30 Uhr

Man kann nicht gleichzeitig den Kuchen essen und behalten.

Natürlich ist es biologisch erklärbar, daß man weder als Mutter noch als Vater gerne seinen Nachwuchs in fremde Hände gibt! Von dem Moment an, in dem man von dem Kind in seinem Bauch erfährt, ist man ja auf Fürsorge und Schutz eingestellt. Und es geht weiter so: nach der Geburt ernährt die Mutter das Kind mit der eigenen Muttermilch und das Hormon Oxytocin wird abgegeben. Der Körper tut alles um diese zwei Menschen noch mehr zu verbinden! Es wäre doch unendlich traurig, wenn ich als Mutter nicht denken würde, daß meine Kinder es am besten bei meinem Mann und mir haben. Außerdem spielen die Großeltern und näheren Verwandten auch eine wichtige Rolle, aber die Kindergartenbetreuerin? Die kann, meiner Meinung nach, höchstens ergänzend oder bereichernd tätig sein und mehr erwarte ich auch nicht von ihr. Ich bin müde, jeden zweiten Tag zu lesen, wie veraltet es ist zu denken, daß es den Kindern besser bei den Eltern geht. Meine Überschrift bezieht sich auf die Karriere.

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Stefan Neudorfer
Stefan Neudorfer (sttn) - 27.12.2012 14:09 Uhr

Wenn es nun mal so ist ...

das Kinder in Kitas nicht so optimal betreut werden als durch Mutter oder Vater. Selbst sehr gutes Kitas sind nicht so gut wie eine "durchschnittliche" Familie. Gegen die Natur kann man nichts machen, der Mensch ist nun mal keine Maschine. Wichtig: Ich sage bewusst Mutter oder Vater - Väter können alles was Mütter auch können. Kein Problem.
Zu Studium und Karriere: Alles toll, aber was bringt es? Ich als Mann habe meine Karriere für meine Tochter aufgegeben. Und das nie bereut, weil erst durch meine Tochter ein sinnvolles Leben angefangen hat.
Das es viele Frauen und Männer spästestens ab 40 auch so sehen, merkt man an den vielen frustierten Menschen die einsam vor sich hinleben, sich Hunde kaufen damit sie überhaupt etwas haben im Leben was sich rührt und was sich freut das es einen gibt. Ist OK, wenn man so leben möchte... ich möchte es nicht, ich möchte glücklich sein.

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Hans Lutz Oppermann

Den Töchtern ist bange,

denn nie wollten sie sein, wie ihre Mütter. Töchter wandeln eben nicht gerne auf den ausgetretenen Pfaden ihrer Mütter. Raus aus bäuerlichen Strukturen, weg vom Land usw. Mir scheint die Töchter lehnen die Blaupausen ab und suchen nach eigenen Ausdrucksformen ihrer Mutterschaft, bis hin zum bewussten Verzicht auf eigenes "Mutterglück".

Die Autorin suggeriert einen Paradigmenwechsel den es doch schon immer gab, von Generation zu Generation.

Der Unterschied ist ein anderer, denn es geht nicht ums Mutterglück, sondern um die existentiellen Alterssicherung. Wir setzen andere Prioritäten. Unsere eigenen Kindern sollen nicht unser Alter sichern.

Die Funktionalität der Kinder hat sich in der Familie geändert, niemand setzt Kinder in die Welt, um seine Versorgung im Alter zu sichern. Das ist out! Allein der Staat will das, denn er will gesichert wissen, dass die Rentenkassen weiterhin bedient werden. Radikal verändert hat sich unser Bild vom Kind, reden wir darüber!

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Uwe Borg
Uwe Borg (Borgward) - 27.12.2012 13:14 Uhr

Da haben Sie recht Frau Krueger.

Meine weiblichen Kollegen (Akademiker) haben mindestens zwei Kinder, kehren meist 6-9 Monate nach der Geburt an ihren Arbeitsplatz zurueck und, weil es alle so machen, fuehlen sie sich nicht schlecht dabei. Ihre Kinder sind auch gesund, intelligent und wohlgeraten. Das ist hier schon seit ueber 30 Jahren so und an Kindern mangelt es nicht. Meine deutsche Kollegin, 40 Jahre kinderlos, wird beim Friseur mitleidsvoll nach dem Grund ihrer sicher ungewollten Kinderlosigkeit gefragt. Ich lebe zur Zeit noerdlich der deutschen Grenzen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 17:42 Uhr
Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 28.12.2012 17:42 Uhr

andere Länder...

Das stimmt, dass wenn an Arbeitsplätzen die Chefin selbst einige Kinder hat und die Situation kennt, was alles plötzlich so kommen kann, dann sieht die Mutter - und Kinderwelt ganz anders aus.

Dass Ihre deutsche Kollegin von ihrem Friseur gefragt wird, warum sie keine Kinder hat, finde ich jedoch eine Unverschämtheit, denn es kann ja sein, dass der Mann fehlt oder sie einfach keine Kinder bekommen kann. So etwas gibt es auch und viele Frauen leiden sehr darunter und es dauert lange, bis sie sich damit abfinden können.

Eine Frau alleine kann auch kein Kind adoptieren, denn das Familienmodell Vater-Mutter-Kind spricht dagegen.

Ist die Frau verheiratet und über 40 Jahre alt, kann auch kein Kind mehr adoptiert werden.

Und es gibt viele Männer, die keine Kinder wollen und darum bitte nicht die Kinderlosigkeit einer Frau ihr auch noch als Makel anlasten.

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K Schweizer

Frau Krüger hat Recht ...

... und zahlreiche Lesermeinungen mit ihrem heftigen Widerspruch sind am Ende: Die Bestätigung ihrer Thesen.

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Cecile de Winter

Wer sich bedroht fühlt, verzichtet auf Nachwuchs

Frau Krüger ist ziemlich auf dem Holzweg, wenn sie glaubt, die Biologie und Jahrmillionen alte Programme seien unwichtiger oder, wie Sie sagt, sogar überhaupt kein Grund, für Muttergefühle oder Gebärverweigerung.
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Es sind nicht die Mütter und Väter, die umerzogen werden müssen, sondern unser Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell muss wieder an menschliche Bedürfnisse angepasst werden, denn die von der Gendermainstreaming-Propaganda verbreitete Ansicht, Mann und Frau seien in ihrer Ausstattung gleich und müssten einfach nur endlich lernen, sich dem wirtschaftlichen Primat unterzuordnen und sich einer kranken Leistungsrhetorik und dekadenten Endloswachstumsgesellschaft zu opfern, denkt ziemlich verquer.
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Frauen und Männer reagieren auf den Druck, die Erwartungshaltung, die Zwänge und Unsicherheiten, die von den Profiteuren des Systems an sie herangetragen und künstlich erzeugt werden, schlichtweg mit Existenzangst und reduzieren die Nachkommenschaft. So wie jede andere Spezies auch.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 10:19 Uhr
Cecile de Winter

Lieber Herr Oppermann,

Sie können nun selbstverständlich einwenden, der Mensch sei schließlich kein Tier und man können das nicht 1:1 vergleichen. Da mögen Sie Recht haben.
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Aber auch auf der Ebene der Willensbildung, der Selbstreflektion oder wo auch immer Sie eine vermeintliche Andersartigkeit des Menschen festmachen wollen, werden Sie feststellen, dass von allen Eltern übereinstimmend berichtet wird, dass die Kinder ihre Weltsicht verändert haben und man mit Kindern immer der emotionale Gewinner ist, auch wenn sich das in einer Nutzen-Kosten-Analyse kaum darstellen lässt.
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Was Sie als Sättigung, mit nachfolgender Kinderlosigkeit beschreiben, muss man daher eher als eine Ersatzhandlung, ein Placebo und Trostpflaster verstehen, das an die Stelle des Eigentlichen tritt.
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Kinderlosigkeit durch Überfluss erklären zu wollen, ist so unsinnig, wie zu behaupten, man könne das Grundbedürfnis nach Nahrung oder Schlaf durch exzessiven Fernsehkonsum oder ein großes Auto ersetzen.

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Cecile de Winter

Lieber Herr Oppermann,

was Sie schreiben, kann man so nicht stehen lassen. Natürlich wird das Argument der dekadenten, individualistischen, hedonistischen und narzisstischen Haltung gerne von denjenigen ins Feld geführt, die an einer Fortführung oder sogar Verschärfung der jetzigen Bedingungen interessiert sind und gerade in Deutschland fügt sich dieses Argument auch gut in eine protestantisch-asketisch-lustfeindliche Ethik ein, wird daher von vielen auch unbesehen akzeptiert. Das Problem:
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Dieses Argument ist durch nichts gedeckt.
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Wachsen einfache Lebensformen besser auf Nährboden oder in der leeren Petrischale? Haben Tiere mehr Nachwuchs, wenn sie gesund sind, ein großes, fruchtbares Revier haben oder wenn Sie krank sind, kaum Raum haben und wenn das Überleben ein Kampf ist? Tiere im Zoo, die rundumversorgt sind und die nach ihrer Meinung ebenfalls "gesättigt" sind, verweigern, je höher ihr Entwicklungsstand ist, ebenfalls die Nachkommenschaft. Dekadente Delphine und Raubkatzen? Ich glaube nicht.

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Hans Lutz Oppermann

Nein, nicht Existenzangst, sondern Sättigung lässt uns verzichten

Liebe Frau De Winter, nicht Existenzangst lässt Paare auf Kinder verzichten, sondern die allgemeine Übersättigung. Würden wir wirklich um unsere Existenz bangen, würden wir mehr Kinder in die Welt setzen. Saturierte Gesellschaften verzichten auch Nachkommenschaft. Aus der Sättigung ergeben sich andere Prioritäten zum Überleben. Zum eigenen Überleben brauchen wir eben keine eigenen Kinder mehr. Eine negative Rückkopplung, der Sättigung wegen.

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27.12.2012, 10:09 Uhr

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