27.12.2012 · Das Mutterbild früherer Zeiten liegt immer noch wie ein Schleier über unserer Gegenwart. Zugleich ist die neue Rollenerwartung so hoch, dass vielen Frauen angst und bange wird.
Von Karen KrügerRichtlinien für Lesermeinungen
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Mutter zu sein, ist keine Rolle, sondern kann eine sehr erfüllende, aber auch anstrengende Lebensfahrung sein, wenn die Mutter und evtl. eine sie stützende Familie über eine ausreichende wirtschaftliche Sicherheit verfügt. Das trifft vielleicht auf die berufstätigen, hochqualifizierten Gattinnen von ebensolchen Ehemännern oder Lebensabschnittsgefährten zu. Für die Masse der berufstätigen Frauen trifft das eher nicht zu. Für sie ist der Spagat zwischen Kindern, Familienarbeit und Beruf so groß und drückend, daß sie, wenn es ihnen möglich ist, eine Entscheidung treffen zwischen Kindern und einer erhofften Freiheit. Für die meisten Frauen endet die "Karriere" irgendwo im Nirgendwo, mit 2 x Urlaub im Jahr, einem "erfüllten Bürojob" zwischen Öffentlichem Personennahverkehr, Einkaufscentern und Shopping bis zum Abwinken, soweit die Miete es zuläßt. Zurück bleibt am Ende Leere und die Frage: Wozu ist das eigentlich alles gut?. Und das ist eine sehr politische Frage, die unbeantwortet ist.
Sie wird sich erst ändern, wenn ein Nachdenken über unsere Einstellung zur Mutterschaft einsetzt.
"Sie wird sich erst ändern, wenn ein Nachdenken über
unsere Einstellung zur Mutterschaft einsetzt."
Diesen Satz von Krüger kann ich überhaupt nicht
unterschreiben.Sie wird sich erst ändern, wenn ein Nachdenken
über unsere Einstellung zur Mutterschaft einsetzt. Als
theoretischer Physiker finde Nachdenken durchaus lohnenswert, doch muss
es auch um Themen gehen, bei denen sich das Nachdenken lohnt.
Beim Kinderkriegen und der Einstellung zur Mutterschaft - übrigens
auch Vaterschaft - lohnt es sich nicht. Wie wäre es stattdessen mit
Intuition und Spontanität?
Was nützt vorher das Nachdenken? Nur die Macht des Faktischen wird
die Verhältnisse ändern, sprich wenn die Kinder da sind, wird
sich etwas bewegen, weil die potentiellen Eltern dann nicht nur
potentielle Eltern sind und reale Eltern. So war es auch in den 60er
Jahren während des Babybooms. Erst der Boom hat etwas
verändert, nicht ein hypothetischer Babyboom.
In diesem Sinne: Lieber ein Kind einfach zeugen, nicht planen!
"Und drinnen waltet die fleißige Hausfrau...."ist EIN
Bild von Frau und Mutter, von der die Männer am meisten profitiert
haben - ob die Kinder das auch so erlebt haben, ist eine andere Sache.
Die Autorin hat recht, wenn sie beklagt, dass immer mehr und höhere
Anforderungen an die Mütter gestellt werden, insbesondere in
W-Deutschland. Wie diese jedoch sein sollen, bleibt im vagen, nicht
ausdrückbaren Drohungen.
Ich habe von alleinerziehenden Müttern öfter gehört, dass
ihre Ex-Männer oder andere Personen, sie sehr unter Druck setzten
und mit dem Jugendamt drohten, wenn sie meinten, dass die Mütter
was nicht richtig machten.
Es gibt inzwischen genug Vorbilder für junge Mütter, an denen
sie sich orientieren können, um Mutter und Berufstätigsein
unter einen Hut zu bringen.
Die heutige Mütter- und Frauengeneration sollte sich von niemandem
einschüchtern lassen und selbstbewusst ihren Weg gehen - ob mit
oder ohne Kind/er.
Wenn ich den Text von Frau Krueger lese, dann verstehe ich nicht einige
der mehr als aggressiven und beleidigenden Reaktionen hierauf -
schlimmer noch, jede dieser Reaktionen gibt Frau Krueger zu 100% recht!
Ich bin eine dieser Damen, die einerseits 2 kleine Kinder hat und
andererseits trotzdem ihre Karriere verfolgt. Wie haeufig ich mir subtil
oder weniger subtil vorwerfen lassen müsste eine Rabenmutter zu
sein - dabei sind beide Kinder gesund, meistens glücklich (kleinere
und groessere Katastrophen die dieses Glueck trueben gibt es natuerlich
immer mal wieder ) und immer geliebt!
Aber jeder denkt Vorhaltungenmachen zu dürfen - warum eigentlich?
Innerhalb meiner Familie haben wir gemeinsam eine Balance gefunden, die
Kinder mögen ihre Kita und lieben ihre Routine, die ihnen viel
dedizierte Kuschelzeit mit beiden Eltern einräumt, der Mann spielt
gerne mit (muss mal gesagt werden nach all den erbärmlichen
Kommentaren hier von überforderten Männern)! Einzig wir sind müde...
Ich warte!
Entscheidend sind die Einstellungen?
Also, wenn Mutterschaft und die damit verbundenen Gefühle nicht mit Biologie erklärbar sind, gibt es nur noch die "Einstellungen der vorangegangenen Generationene" als Erklärung? Wie wäre es mit "Mutterschaft" an sich. Das verändert eine Frau und allein das bringt schon Gefühle hervor, die ich vorher so nicht hatte. Komisch eigentlich, wenn ich herauslese, dass wir Frauen eigentlich gerne Kinder hätten, aber nicht gerne die damit verbundenen Gefühle. Ich habe drei Kinder und teile mir den Arbeits-Familien-Alltag mit meinem auch arbeitenden Ehemann. Ich glaube, wenn man Kinder bekommt, geht es nicht mehr in erster Linie um MICH,MEINER,MICH und DAS scheint mir viel eher der Grund, für die Kinderlosigkeit Deutschlands. Individualismus und Kapitalismus sind es, die sich nicht mit Familie vertragen - NICHT "Mutterschaft/Muttersein/Muttergefühle" (die sind nämlich wunderschön, auch wenn sie herausfordern)
frau de winter, es muss einmal gesagt werden: ihre beitraege sind durch die bank wahre lichtblicke in der debattenkultur: top informiert, analytisch klarsichtig und menschlich fundiert. danke dafuer sich weniger allein zu fuehlen!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 10:25 UhrVielen Dank
für die freundliche Rückmeldung! Das ist sehr nett von Ihnen, I.M.Kartenhauser.
Sie machen sich Gedanke und zeigen in Ihrem Lebenslauf, dass Sie Gutes
tun wollen.
Sie haben den Völkermord in Ruanda untersucht. Doch wissen Sie
auch, dass in unserem Land seit 1974 mindestens 5 Millionen Kinder
abgetrieben wurden (reg. Fälle)?
Auch denke ich nicht, dass es traditionelle Rollenbilder sind, die uns
am Kinderkriegen hindern. Demnach wäre ja unerklärlich, warum
gerade traditionelle Gesellschaften so viele Kinder bekommen. Nein, es
ist andersherum: Weil so viele Frauen dem Feminismus auf den Leim
gegangen sind, das Arbeiten außer Haus höher schätzen
oder sich dazu drängen lassen und weil nicht wenige bessere
Männer als die Männer sein wollen.
Eine Ideologie, die Frauen vom Kinderkriegen abhält, kann nicht gut
sein. Sie trägt ja auch maßgeblich zur demographischen
Selbstaufgabe bei.
Also, Mut zum Kind. Das ist ein Schritt zur Verantwortung und
Selbstbescheidung. Nicht mehr das Ich steht im Zentrum des eigenen
Denkens, sondern das Wir und Du: "Mein Bauch gehört Dir!"
@Hans-Joachim Mueller: Verzicht auf Kinder für internationale Bankensolidarität
In der Politikersprache heisst das natürlich alternativlose
Eurorettung, aber so könnte man es verkürzt inzwischen
tatsächlich sagen. Ein Land, dessen Geschicke "nur noch
Hilfsschüler lenken", alternativlos, so etwas wird auch
Negativauslese genannt. Sie und Frau de Winter haben die zentralen
Sätze zum Thema geschrieben.
@Cecile de Winter: "Was in den 80ern ging - Ein Arbeiter, der als
Alleinverdiener eine Familie mit mehreren Kindern ernährt -
funktioniert heute trotz mehrfacher Produktivität und mit
Doppelverdienern also nicht mehr? Wer soll das glauben? ...
Tatsächlich arbeitet das ganze Land die Hälfte des Jahres
für die leistungslosen Zins- und Dividendeneinnahmen einer
Minderheit, die Ihr "Geld für sich arbeiten" lässt."
Diese Art von Steuern macht mittlerweile wohl den Löwenanteil aus.
Ihre Beiträge sind wirklich lesenswert. Treffend.
für diesen Artikel.
Vieles spricht direkt aus meinem Herzen.
Ich, weiblich, im besten gebärfähigem Alter, studiert, habe
langsam so die Schnauz voll von diesen ganzen Debatten.
Ich habe nicht vor Kinder zu bekommen. Ich habe das Gefühl, meine
Wenigkeit mutiert derzeit zum Feindbild sehr vieler Menschen, weil ich
mich eben gegen Kinder entschieden habe. Ich mein, Hallo?! Ich bin mehr
wie mein Uterus! Ich bin tatsächlich ein ganzer Mensch. Und nur
weil ich einen Teil meiner "Fähigkeiten" nicht nutzen
will (zum Glück sind wir hier was das anbelangt noch ein freies
Land) gibt es niemandem das Recht, mir alles möglich zu
unterstellen. Von Egoismus bis verbitterter Mensch, der keine richtige
Frau ist oder ihr Frau-sein verleugnet und einfach sowieso an allem, was
hier in Deutschland, Europa, ach, in der ganzen Welt so schlechtes
passiert Schuld ist.
Und soweit ich weiß sind es mehr Männer als Frauen, die sich
gegen Kinder entscheiden. Aber da ist ja auch wieder die Frau schuld...
@Cecile de Winter bringt es auf den Punkt: Wer sich bedroht fühlt, verzichtet auf Nachwuchs
"Frauen und Männer reagieren auf den Druck, ... die
Zwänge ..., die von den Profiteuren des Systems an sie
herangetragen und künstlich erzeugt werden, schlichtweg mit
Existenzangst und reduzieren die Nachkommenschaft. So wie jede andere
Spezies auch."
Treffend zusammengefasst. Die Geburtenrate der DDR ging nach 1990 sehr
schnell zurück. Und die neoliberale (Ausverkaufs-) Bundesrepublik
von 2012 ist nicht mehr das Land mit annähernder
Vollbeschäftigung und hohen Löhnen, das es bis in 1980er Jahre war.
Die Politik erzählt etwas von Wohlstand, der Nachwuchs für den
einzelnen überflüssig mache. Dann müssten reiche Leute ja
besonders wenige Kinder haben. Ist also Unfug. Abgesehen davon, dass man
den Zustand, in dem sich dieses Land befindet, nicht als Wohlstand
bezeichnen kann, frei nach Dieter Spethmann.
Wie sagten Sie, Fr. de Winter, an anderer Stelle: "Über das
Falsche zu diskutieren, damit bloss niemand auf die Idee kommt, die
tatsächlichen Profiteure beim Namen zu nennen."
Wer keine Kinder hat, stirbt eben aus, was soll die Aufregung.
Wenn man der Meinung ist, eine Kitatante ist für das Kind die bessere Bezugs-, Beziehungs- und Umgangsperson, dann bitte: Setzt keine Kinder in die Welt. Bemisst euren Lebenswert weiter nach den paar behinderten 100Euro Scheinen, die ihr aufgrund einer durchgepowerten Karriere mehr bekommt und tragt im Alter die Sinn-Konsequenzen einer oberflächlichen Lebenszielsetzung.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 17:14 UhrBange machen gilt nicht
Ist ja gar nicht wahr, was Sie schreiben. Die Autorin und auch andere
Mütter sagen ja nicht, dass die Kita-Tante eine bessere Beziehungs-
und Umgangsperson ist, wie Sie das einfach behaupten.
Die beste Bezugsperson ist und bleibt die Mutter, oder die Eltern und
dann kommen die anderen Personen. Die Kinder wissen schon, selbst als
Baby, wie die Mutter riecht und dass diese Frau die Mutter und
Bezugsperson ist. Als Umgangsperson werden die anderen Menschen gesehen
- jedoch NIE als Bezugsperson Mutter.
Dass diese Mütter im Alter unter Sinn-Konsequenzen leiden
könnten wegen einer oberflächlichen Zielsetzung ist wieder
Bange machen von Ihnen. Denn so oder so - in die Sinnkrise kommen alle
einmal - ob sie nun nur Hausfrau und Mutter waren und das in Frage
stellen oder auch noch eine mütterliche-berufstätige Hausfrau war.
Wunderbarer Kommentar, Frau Krüger
Es ist leider so, dass es in unserer Gesellschaft nicht wirklich weit verbreitet ist, dass Rechte und Pflichten in einer Familie gleichmäßig verteilt werden. Und dass auch die Väter zu einer Familie gehören und damit genauso viel Pflichten in der Kinderbetreuung und im Haushalt zu übernehmen haben, wie die Mütter. Und damit die Konsequenzen, die mit der Erziehung von Kindern verbunden ist in gleicher Weise übernehmen können.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 09:53 UhrLiebe Frau Menz,
in dieser Angelegenheit können wir uns aber auch einmal an die
eigene Nase fassen, denn wir sind es, die trotz Vollzeitarbeit das Heim
noch als unser Revier und Königinnenreich beanspruchen, selbst wenn
der Mann Hausmann ist. Dafür verlassen wir unserer Hausmänner
aber überdurchschnittl. oft, weil sie zwar unserer feminist. Denke
entsprechen, uns aber ansonsten kalt lassen. Und ebenso, wie uns der
heimische Waschlappen kalt lässt, wählen wir einen solchen
auch nach wie vor fast nie als Partner und heiraten bevorzugt "nach
oben". Wer als Mann also eine attraktive Frau wünscht, der
steht unter einem zieml. Erfolgsdruck, der natürlich auf die
verfügbare Zeit am Feudel und am Herd geht.
.
Nachdem wir nun also den Mann die letzten 40 Jahre zurechtgebogen und an
unsere Vorstellungen anzupassen versucht haben, mit dem Ergebnis einer
gewaltigen Mysandrie in unserer Gesellschaft, sollte wohl auch einmal
Platz für ein wenig Selbstreflektion und eigene Bewegung sein,
meinen Sie nicht, Frau Menz?
@Anna Menz Intakte Partnerschaft > intakte Familie
Das, liebe Frau Menz, wird in intakten Familien ausschließlich
intern verhandelt und gelebt. Ohne jegliche Reibungsverluste oder
ausufernde Diskussionen oder gar Machtspielchen. Weil intakte Familien
vom Start weg ein harmonisches "Miteinander" anstreben und
leben (wollen), ohne sich dabei verrenken zu müssen.
Vielleicht liegt die von Ihnen beschriebene Problematik nur bei Frauen
mit einer gewissen Erwartungshaltung. Mit innerlichen Vorbehalten zu
heiraten und der irrigen Meinung aufzusitzen, danach den verdutzten Mann
nach ihrem Gusto "erziehen" zu müssen.
Gute Fau Menz
Was aber, wenn frau - wie häufig - Teilzeit arbeitet und Mann 50
Stunden die Woche wegen der Arbeit im Minimum unterwegs ist. Und auch
infolgedessen mehr verdient. Ach so ja: die Einkommen der Frauen
leistungslos angeichen.
Ich kenne im Übrigen nur Männer, die einkaufen, kochen etc.
und dafür dann abends vorm Fernseher einschlafen. Der Preis:
fünf Jahregeringere Lebenserwartung. Und sämsige Vorwürfe
on Frauenwie Ihnen, das man nicht "präsent" sei.
Solange Autoren beim Kindesglück Meinungsstudien anstatt die
Bindungsforschung zitieren und sich einreden, die Tagesmutter
erfülle die Mutterrolle für das Kleinstkind gleichwertig, ist
das Ende der Wirrnisse noch nicht erreicht. Biologie, die über den
Tellerrand guckt, erklärt das durchaus, wenngleich die
Kerndisziplinen die Neurologie und (Entwicklungs)psychologie sind. Die
sind hierbei mehr als eindeutig.
Man kann natürlich auch wegsehen und vermeintlich unmoderne Fakten
ignorieren, wie dies gerade schick ist.
Teil einer bedauernswerten Generation, vielfach ohne gelebte
"non-kapitalistischen" Überzeugungen (Gruß an die
Elterngeneration), die ihre Lauscher allein ins Meinungsgezwitscher
hängt. Diese bleibt so traurig und ratlos, wie der
unüberhörbar Tenor innerhalb dieses Artikels, der keine
Lösungen anbieten – und die vorhandenen einfach ausspart.
Die Elterngeneration und ihre "Werte" sind natürlich Teil
der Misere, welche die Politik so nicht lösen kann.
Man kann nicht gleichzeitig den Kuchen essen und behalten.
Natürlich ist es biologisch erklärbar, daß man weder als Mutter noch als Vater gerne seinen Nachwuchs in fremde Hände gibt! Von dem Moment an, in dem man von dem Kind in seinem Bauch erfährt, ist man ja auf Fürsorge und Schutz eingestellt. Und es geht weiter so: nach der Geburt ernährt die Mutter das Kind mit der eigenen Muttermilch und das Hormon Oxytocin wird abgegeben. Der Körper tut alles um diese zwei Menschen noch mehr zu verbinden! Es wäre doch unendlich traurig, wenn ich als Mutter nicht denken würde, daß meine Kinder es am besten bei meinem Mann und mir haben. Außerdem spielen die Großeltern und näheren Verwandten auch eine wichtige Rolle, aber die Kindergartenbetreuerin? Die kann, meiner Meinung nach, höchstens ergänzend oder bereichernd tätig sein und mehr erwarte ich auch nicht von ihr. Ich bin müde, jeden zweiten Tag zu lesen, wie veraltet es ist zu denken, daß es den Kindern besser bei den Eltern geht. Meine Überschrift bezieht sich auf die Karriere.
das Kinder in Kitas nicht so optimal betreut werden als durch Mutter
oder Vater. Selbst sehr gutes Kitas sind nicht so gut wie eine
"durchschnittliche" Familie. Gegen die Natur kann man nichts
machen, der Mensch ist nun mal keine Maschine. Wichtig: Ich sage bewusst
Mutter oder Vater - Väter können alles was Mütter auch
können. Kein Problem.
Zu Studium und Karriere: Alles toll, aber was bringt es? Ich als Mann
habe meine Karriere für meine Tochter aufgegeben. Und das nie
bereut, weil erst durch meine Tochter ein sinnvolles Leben angefangen hat.
Das es viele Frauen und Männer spästestens ab 40 auch so
sehen, merkt man an den vielen frustierten Menschen die einsam vor sich
hinleben, sich Hunde kaufen damit sie überhaupt etwas haben im
Leben was sich rührt und was sich freut das es einen gibt. Ist OK,
wenn man so leben möchte... ich möchte es nicht, ich
möchte glücklich sein.
Im Prinzip ist die Diskussion richtig, aber
die Schlussfolgerung falsch.
Nicht die Mutterschaft muss angepasst werden, sondern die Gesellschaft
muss eine längst überfällige Wertedebatte führen,
überschrieben mit: Welchen Göttern wollen wir folgen? Der
aktuelle, feministische, Trend weist glasklar in Richtung Kapitalismus,
koste es was es wolle. Wir beugen uns Hundt & Co und nennen es dann
"Befreiung". Wovon?
Unsere Eltern haben uns noch vermittelt, dass man im Leben nicht alles
haben kann und schon gar nicht gleichzeitig. Das Leben ist ein
permanenter Kompromiss zwischen allen Beteiligten, dem man nur dann
entgehen kann, wenn man keine weiteren Beteiligten außer sich
selber hat.
Man sehe sich um
Es ist schon bizarr, wenn man in diesem Artikel vom "hohen
Anspruch" an Mutterschaft liest und gleichzeitig verfolgt, wie
aktuell sowohl von Politik als auch von Medien kübelweise
übelster Dreck über denjenigen ausgekippt wird, die sich
für Kinder entscheiden, aber gegen noch mehr Staat sind. Aktuell
sind das etwa 2/3 aller Familien
denn nie wollten sie sein, wie ihre Mütter. Töchter wandeln
eben nicht gerne auf den ausgetretenen Pfaden ihrer Mütter. Raus
aus bäuerlichen Strukturen, weg vom Land usw. Mir scheint die
Töchter lehnen die Blaupausen ab und suchen nach eigenen
Ausdrucksformen ihrer Mutterschaft, bis hin zum bewussten Verzicht auf
eigenes "Mutterglück".
Die Autorin suggeriert einen Paradigmenwechsel den es doch schon immer
gab, von Generation zu Generation.
Der Unterschied ist ein anderer, denn es geht nicht ums
Mutterglück, sondern um die existentiellen Alterssicherung. Wir
setzen andere Prioritäten. Unsere eigenen Kindern sollen nicht
unser Alter sichern.
Die Funktionalität der Kinder hat sich in der Familie
geändert, niemand setzt Kinder in die Welt, um seine Versorgung im
Alter zu sichern. Das ist out! Allein der Staat will das, denn er will
gesichert wissen, dass die Rentenkassen weiterhin bedient werden.
Radikal verändert hat sich unser Bild vom Kind, reden wir darüber!
Da haben Sie recht Frau Krueger.
Meine weiblichen Kollegen (Akademiker) haben mindestens zwei Kinder, kehren meist 6-9 Monate nach der Geburt an ihren Arbeitsplatz zurueck und, weil es alle so machen, fuehlen sie sich nicht schlecht dabei. Ihre Kinder sind auch gesund, intelligent und wohlgeraten. Das ist hier schon seit ueber 30 Jahren so und an Kindern mangelt es nicht. Meine deutsche Kollegin, 40 Jahre kinderlos, wird beim Friseur mitleidsvoll nach dem Grund ihrer sicher ungewollten Kinderlosigkeit gefragt. Ich lebe zur Zeit noerdlich der deutschen Grenzen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 17:42 Uhrandere Länder...
Das stimmt, dass wenn an Arbeitsplätzen die Chefin selbst einige
Kinder hat und die Situation kennt, was alles plötzlich so kommen
kann, dann sieht die Mutter - und Kinderwelt ganz anders aus.
Dass Ihre deutsche Kollegin von ihrem Friseur gefragt wird, warum sie
keine Kinder hat, finde ich jedoch eine Unverschämtheit, denn es
kann ja sein, dass der Mann fehlt oder sie einfach keine Kinder bekommen
kann. So etwas gibt es auch und viele Frauen leiden sehr darunter und es
dauert lange, bis sie sich damit abfinden können.
Eine Frau alleine kann auch kein Kind adoptieren, denn das
Familienmodell Vater-Mutter-Kind spricht dagegen.
Ist die Frau verheiratet und über 40 Jahre alt, kann auch kein Kind
mehr adoptiert werden.
Und es gibt viele Männer, die keine Kinder wollen und darum bitte
nicht die Kinderlosigkeit einer Frau ihr auch noch als Makel anlasten.
Karen Krüger Jahrgang 1975. Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
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