29.08.2005 · Die Punk-Veteranen triumphieren bei den MTV-Video-Awards: Die Band Green Day nahm für ihr Video „Boulevard of Broken Dreams“ gleich sieben „Moon Man“-Trophäen entgegen. Außerdem gewannen Kanye West und Kelly Clarkson. Stars wie Eminem und Shakira gingen leer aus.
Triumph für die Veteranen: Die kalifornischen Punk-Rocker Green Day haben bei der MTV-Video-Awards-Show in der Nacht zum Montag in Miami phänomenal abgeräumt.
Die Band, die seit 1988 zusammen spielt und weltweit schon elf Millionen Platten verkauft hat, nahm für ihr Video „Boulevard of Broken Dreams“ sieben „Moon Man“-Trophäen entgegen. Green Day gewann den MTV-Preis für das Video des Jahres, das beste Gruppenvideo, das beste Rock-Video, den Publikumspreis sowie weitere Auszeichnungen für Regie und künstlerische Gestaltung.
Hurrikan „Katrina“ und die Schüsse auf den Rapper Marion „Suge“ Knight hatten die spektakuläre Zeremonie unter Regie ihres Gastgebers Sean Combs alias Diddy zu überschatten gedroht. Doch „Katrina“ zeigte sich nicht in Miami, sondern zog nach Norden ab, und Knight erholte sich am Sonntag abend (Ortszeit) bereits wieder von der Operation. Er war in der Nacht zuvor auf einer Party zu Ehren des Grammy-Gewinners Kanye West in Miami Beach ins Bein geschossen worden. Augenzeugen zufolge fielen mindestens sechs Schüsse.
Keine 24 Stunden nach der mißlungenen Fete wurde West voll entschädigt. Er erhielt die Auszeichnung - den sogenannten „Moon Man“, einen silbernen Astronauten auf einem Sockel - für das beste Video eines männlichen Künstlers. Die Popsängerin Kelly Clarkson behauptete sich gegenüber Mariah Carey, Shakira und Gwen Stefani und machte die Kür unter den Frauen. Clarkson, die ihre Karriere als Publikumsliebling in der Realityshow „American Idol“ begonnen hatte, eroberte auch den Preis für das beste Pop-Video.
Mondmann für Stefani
Die mehrfache Grammy-Siegerin Alicia Keys sahnte mit ihrem Song „Karma“ in der Kategorie der R&B-Videos ab. „Lose Control“ brachte HipHop-Star Missy Elliott sowie Ciara & Fat Man Scoop Glück, die an dem Video beteiligt waren. „Lose Control“ wurde zum HipHop-Video und Best-Dance-Video von 2005 erklärt. Verliererinnen in der letzten Rubrik waren unter anderem Destiny's Child, Jennifer Lopez und Shakira. Gwen Stefani, die Leadsängerin von No Doubt, bestach die MTV-Juroren mit zwei Songs, dem „Hollaback Girl“ und „What You Are Waiting For?“. Ihr Lohn: der „Moon Man“ für kunstvolle Regie und Choreographie.
Eminem kam nicht zum Zuge
Die begehrte Trophäe für das „Breakthrough Video“, das „bahnbrechende Video“ von 2005, trägt Gorillaz nach Hause, die erste „virtuelle HipHop-Gruppe“. Gorillaz stach mit ihrem Video „Feel Good Inc.“ aus dem Album „Demon Days“ unter anderem Eminem aus, der nicht in einer einzigen Kategorie zum Zuge kam. Auch der Rapper Jay-Zund das Rap-Duo Outkast, die vor einem Jahr je vier Preise bekommen hatten, gingen leer aus.
Durch die MTV-Awards-Show führte der New Yorker HipHop-Mogul Sean Combs, der sich nach Puffy, Puff Daddy und P. Diddy jetzt nur noch Diddy nennt. Er überreichte Gwen Stefani als der „schönsten Frau auf dem roten Teppich“ einen Geldpreis von 100.000 Dollar (82.200 Euro), den diese umgehend einem benachbarten Krankenhaus stiftete.
Kelly wagt sich wieder vor die Kameras
Der wegen Kinderpornografie angeklagte R&B-Sänger R. Kelly wagte sich in Miami erstmals wieder vor Fernsehkameras aus aller Welt. Der Musikstar, dessen jüngstes Album „TP.3 Reloaded“ schon mehr als eine Million Käufer gefunden hat, stellte sich bei der Verleihfeier in der Nacht zum Montag ungewohnt brav mit seinem fünfteiligen Song „Trapped in the Closet“ (Im Versteck gefangen) vor.
R. Kelly hatte schon vor seinem Verfahren in Chicago durch seine provokativen Auftritte und sexuell expliziten Texte für Schlagzeilen gesorgt. Seine Probleme mit der Justiz scheinen die Fans aber nicht abzuschrecken. Seit seiner Verhaftung wegen pornografischer Videoaufnahmen mit einem minderjährigen Mädchen brachte er vier Hit-Alben heraus, die alle millionenfachen Absatz fanden.
Die Gewinner der MTV Video Music Awards 2005
Video des Jahres: Green Day, „Boulevard Of Broken Dreams“
Bestes Video eines männlichen Künstlers: Kanye West, „Jesus Walks“
Bestes Video einer weiblichen Künstlerin: Kelly Clarkson, „Since U
Been Gone“
Bestes Video einer Gruppe: Green Day, „Boulevard Of Broken Dreams“
Bestes Rap-Video: Ludacris, „Number One Spot“
Bestes R&B-Video: Alicia Keys, „Karma“
Bestes HipHop-Video: Missy Elliott feat. Ciara & Fat Man Scoop, „Lose
Control“
Bestes Dance-Video: Missy Elliott feat. Ciara & Fat Man Scoop, „Lose
Control“
Bestes Rock-Video: Green Day, „Boulevard Of Broken Dreams“
Bestes Pop-Video: Kelly Clarkson, „Since U Been Gone“
Bestes Video eines neuen Künstlers: The Killers, „Mr. Brightside“
MTV2 Award: Fall Out Boy, „Sugar, We're Goin Down“
Breakthrough Video: Gorillaz, „Feel Good Inc.“
Beste Choreografie: Gwen Stefani, „Hollaback Girl“
Beste Regie: Green Day, „Boulevard Of Broken Dreams“ (Regisseur:
Samuel Bayer)
Beste Spezialeffekte: Gorillaz, „Feel Good Inc.“
Beste künstlerische Leitung: Gwen Stefani, „What You Waiting For?“
Beste Bearbeitung: Green Day, „Boulevard Of Broken Dreams“
Beste Kameraführung: Green Day, „Boulevard Of Broken Dreams“
Bester Soundtrack aus einem Video-Spiel: Dance Dance Revolution
Extreme
Zuschauer-Preis: Green Day, „American Idiot“