08.11.2001 · Viel Prominenz in der Festhalle - zu den MTV Europe Music Awards kamen viele Stars, nur einige der Geehrten blieben aus.
Die US-Rocker Limp Bizkit, die Hiphop- Band Gorillaz und der britische Shootingstar Craig David haben am Donnerstagabend bei der Verleihung der „MTV Europe Music Awards“ in Frankfurt abgeräumt. Limp Bizkit konnten drei Preise mit nach Hause nehmen, die Gorillaz und Craig David je zwei. Vor rund 7.000 Gästen in der Frankfurter Festhalle wurden in einer mit viel Aufwand inszenierten Live-Show europäische Musikpreise in 22 Kategorien vergeben. Der Musiksender MTV übertrug die von dem britischen Komiker Ali G. moderierte und von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitete Gala weltweit live.
Limp Bizkit wurden als beste Gruppe, für das beste Album („Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“) und für den besten Internetauftritt ausgezeichnet. Die Gorillaz erhielten Preise für die beste Tanzmusik und für „Clint Eastwood“ als besten Titel. Craig David wählten die MTV-Zuschauer als beste Rhythm&Blues- Darbietung aus, außerdem gewann er in der regionalen Wertung für Großbritannien und Irland. (siehe Tabelle)
Ehrung in Abwesenheit
Jennifer Lopez und Robbie Williams erhielten die Auszeichnungen als beste Interpretin beziehungsweise bester Interpret beide in Abwesenheit. Latino- Schönheit Lopez ließ Konkurrentinnen wie Janet Jackson, Mariah Carey oder Vorjahressiegerin Madonna hinter sich. Die Superstars Janet Jackson und Madonna, beide für je zwei Auszeichnungen nominiert, gingen leer aus.
Auch die deutsche Retorten-Popgruppe „No Angels“, nominiert in der Länderwertung, hoffte - wie die Ärzte, Echt und Rammstein - vergeblich auf eine Auszeichnung. Zur Überraschung vieler bekam den Preis in der deutschen Wertung der Hamburger Rapper Samy Deluxe, mit seinen sozialkritischen Texten der Rap-Aufsteiger des Jahres in Deutschland.
Pop-Schocker Robbie Williams, der auf der Bühne gern mal seinen nackten Hintern zeigt, setzte sich als bester Sänger gegen Ricky Martin, Eminem, Craig David und Shaggy durch. Wie Doppelsieger Craig David ging aber auch Eminem nicht leer aus: Der für seine Gewaltausbrüche bekannte Sänger wurde wie schon im vergangenen Jahr als bester Hiphopper ausgezeichnet. Dafür verschmähten die MTV- Zuschauer dieses Mal Ricky Martin, den sie im vergangenen Jahr noch zum besten männlichen Popstar erkoren hatten.
Spontaner Gesang
Den Preis in der Sparte Pop vergaben die Zuschauer an Soul-Röhre Anastacia, die auf der Bühne eine spontane Gesangseinlage gab und ihre Sympathie für Frankfurt demonstrierte. Als beste Rockband wählten die Zuschauer die US-Gitarrenrocker von Blink 182. Die irische Band U2, in drei Sparten nominiert, bekam keinen Preis - ein Los, das sie mit der Band REM teilte. Als beste Newcomerin wurde die britische Sängerin Dido ausgewählt. Der Preis für das beste Video ging an The Avalanches für „Since I left you“.
Die europäischen Musikpreise wurden in 13 internationalen und 9 regionalen Kategorien vergeben. Rund sieben Millionen MTV-Zuschauer beteiligten sich nach Angaben des Senders per Internet oder Telefon an der Abstimmung. Zur Übergabe der Preise kamen unter anderen Herbert Grönemeyer, Xavier Naidoo, Boris Becker, Film-Regisseur Pedro Almodovar und die Supermodels Heidi Klum und Claudia Schiffer nach Frankfurt. Die Zettel, auf denen die Sieger standen zogen die diversen Moderatoren jeweils aus Bierseideln - wahrscheinlich um den deutschen Ehrungsort zu symbolisieren.
Während der Show heizten unter anderem Pop-Prinzessin Kylie Minogue, die deutschen Brachialrocker Rammstein und die schottische Formation Travis den Zuschauern ein, die eine Karte hatten ergattern können. Die mehr als 1.000 Fans vor der Festhalle hatten dagegen nicht viel von ihren Stars. Die Prominenten wurden aus Sicherheitsgründen so auf Distanz gehalten, dass die Zaungäste kaum etwas von ihnen sehen konnten. Dafür froren die Wartenden vor der Festhalle gehörig.