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F.A.Z.-Kolumne von Emanuel Derman Modelle, die sich schlecht benehmen

 ·  Banken und Konzerne missachten das Recht, Politiker spielen Charaktere, doch sind sie charakterlos, Wähler werden unmündig: Gesellschaftsmodelle bilden die Wirklichkeit nicht mehr ab. Die erste Folge von Emanuel Dermans F.A.Z.-Kolumne.

Kolumne Bilder (2) Lesermeinungen (15)

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Gerhard Wruck
Gerhard Wruck (arbiter) - 03.09.2012 00:24 Uhr

Die wenigen starken Sätze wiegen die üblichen linken Klagen und Träumereien nicht auf

Noch einer, der sein Klagelied über den bösen Kapitalismus singt. Gewiss gibt es Machtmissbrauch und Kriminalität im kapitalistischen System, genau wie im Kommunismus, im Sozialismus, im Islam, in den christl. Kirchen, in den Sozialsystemen usw. Ist das jemandem neu? Zugleich ist aber doch wohl auch klar, dass wir Wirtschaft mit Einsatz von Arbeitskraft UND Kapital brauchen, um voranzukommen. Leute wie Mandela, de Klerk und Gorbatschow als Führer gegen die allgemeine Verderbtheit zu empfehlen, zeugt von reichlicher Weltfremdheit. Sicher ist aus ihrem Wirken teils Positives entstanden. Insgesamt waren sie aber doch wohl eher Getriebene, die sich der Folgen ihres Tuns nicht sicher waren. Stark in dem Derman-Essay ist immerhin die Passage von Huxley und Dermans Satz von den Politikern, die herauszufinden versuchen, "durch welche Ansichten sie wählbar werden könnten". Zu Dermans Skepsis gegenüber Modellen: Ob er wohl auch die Modelle von der Klimakatastrophe in Frage stellt? Es wäre schön.

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Christian Rehm
Christian Rehm (daQuant) - 02.09.2012 18:22 Uhr

War jetzt....

etwas dünn, die Kolumne. Vielleicht habe ich ja die falsche Erwartungshaltung, aber die Beobachtungen sind banal und werden ja nicht mal näher diskutiert. Ich hoffe mal, da kommt ein bisschen Substanz nach.

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Frank Sperling

Mandelas, de Klerks, Gorbatschows ..

als Heilsbringer gegen den modellgestützten Mißbrauch von Gesellschaftsmodellen ? Solche Modellfiguren würden eliminiert, bevor wirksam. Die genannten Herren haben die Wege freigemacht für Liberalisierung, nicht aber für Demokratisierung. Obama hat vorgeführt, wie schnell ihm das Rückgrat rausgerissen wird, um ihm dann öffentlich vorzuwerfen, dass er nicht aufrecht gehen kann. Der Mißbraucher eines jeden Modells sind in dieser Welt stärker. Unwirklicher kann eine Lösungsvorstellung nicht sein.

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Eva  Plecita

Das Unmündigkeitspotential,

Herr Derman, wird seit eh und jeh realisiert. Neuere Ereignisse, auf die Sie zu Recht hinweisen, helfen aber auch unbewältige Angelegenheiten zu reduzieren oder zu verdrängen. Wenn Sie Deutsche ansprechen, sollten Sie wissen, dass Sie den Urlaubsweltmeister ansprechen. Eine wohlhabende Gesellschaft also, eine Gesellschaft die aber immer noch ein Conterganproblem hat und es nicht fertig bringt sich um die Opfer im richtigen Masse zu kümmern.

Ich empfehle Ihnen sich einen deutschen Partner zu suchen um auch auf deutsche Probleme hinzuweisen, Probleme die vor Ort gelöst werden können.

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Hans Meier

Es ist das Modell der "Gewaltenteilung", das offenbar nicht funktioniert

In der Demokratie, wie sie Montesquieu oder Popper uns erklärt haben, sorgen Verfassung und Gewaltenteilung für den Ausgleich der Kräfte und die Wiederherstellung eines Gleichgewichtes zwischen den vielen Interessengruppen.
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Genau das scheint aber in den letzten Jahren gar nicht mehr zu funktionieren. Die Ungleichgewichte bleiben nicht nur stabil erhalten, sie werden sogar immer krasser.
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Ein grosser Teil der Bevölkerung wird von niemandem mehr vertreten, die Regierungen sind mit den großen Kapitalgesellschaften verquickt und die Abgeordneten nicken um die Wette, um sich auch für einen lukrativen Beraterposten in der Wirtschaften zu qualifizieren. Die Presse? Räuspert sich ab und zu oder erlaubt sich ein wenig Spott, aber wirklich oppositionell ist sie nicht.
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Der Ruf nach Politikern "wie Mandela oder Gorbatschow" klingt haarsträubend naiv wie eine Sonntagrede für amerikanische Schulklassen.
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Was wir bräuchten wäre eine Demokratiebewegung.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.09.2012 15:32 Uhr
Eva  Plecita

Bewegung in der Demokratie

Herr Meier, ist bereits an der Tankstelle möglich, kaufen Sie auch Benzin mit 10 Prozent Demokratiebenzinzusatz? Oder bleiben Sie lieber beim 100 prozentigen antidemokratischen Benzin?

Wenn wir Eier kaufen denken wir an die Hühner und ihr schönes oder weniger schönes Leben. Wenn wir andere Güter kaufen denken wir an die Produktionsarbeiter und ihr schönes demokratisches Leben IN China, oder eher nicht?

Vielleicht fangen Sie die Demokratiebewegung mit einem Aufkleber an:

ICH TANKE DEMOKRATIESPRIT

Dann wäre da noch das Putingas......!

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Frank Sperling

Helfen Sie !

Es wurden Person und Kolumne zum Thema Modelle als Werkzeuge von Disziplinen angekündigt. Die erste Kolumne handelt aber von Gesellschaftsmodellen. Zu lesen ist das Ganze aber als Anprangerung von Parallelwelten zum Mißbrauch von gesellschaftlichen Modellen aus Gier etc. Diese Mißbraucher bedienen sich - der Komplexität wegen - auch des Handwerkszeugs Modell. Modelle sind uralt und gewöhnlich, sie bekommen durch neue Hilfsmittel nur immer wieder neue Höhenflüge. Die meisten Modellierer verstecken sich gerne hinter der Komplexität, die nur schwer zu erklären sei. Der Ansatz von Herrn Schirrmacher ist - wie immer - interessant. Der terminologische Nebel sollte aber etwas gelichtet werden.

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Winfried Böhme

Das Geld wird von den Banken nicht bereit gestellt, sondern erfunden!- Das "Modell" Feudalismus

Zitat: „Banken genießen das Privileg, Kredite zu gewähren und durch solche Geldschöpfung das für eine moderne Ökonomie unerlässliche Kapital bereitzustellen.“

Ich denke, genau dieses Privileg der Giralgeldschöpfung gehört auf den Prüfstand. Der Artikel hätte, anstatt so leichtfüßig von Skandal zu Skandal zu hüpfen, sich einmal mit diesem Privileg der Schöpfung von Geld aus dem Nichts befassen können. Warum, so wäre einmal genauer zu fragen, soll eine Bank das Recht haben, Geld digital zu „drucken“, um ihr Luftgeld dann für Zinsen zu verleihen? Warum überhaupt soll sie mehr Geld fordern dürfen, als nur die Rückzahlung der erfundenen Kreditsumme? (Von den lächerlichen 5 % Eigenkapital für dieses Spiel hier einmal abgesehen.)

Für mich ist dieses „Privileg“ der Geldschöpfung nach Abschaffung von Adel und Leibeigenschaft der moderne Feudalismus. Es ist leistungsloses Schmarotzertums am gesellschaftlichen Wohlstand, absolut inkompatibel mit jeder Idee von Wohlstand durch eigene Leistung.

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Peter Ferstl
Peter Ferstl (pferstl) - 01.09.2012 19:56 Uhr

Je größer das Verbrechen ...

desto geringer die Strafe. Auch bei Kartellverstöße kann man sich freikaufen und bleiben für den einzelnen folgenlos. Anzumerken sei noch, dass auch Verstöße gegen unser höchstes Recht, das Grundgesetzt, prinzipiell straffrei bleiben ebenso wie alle anderen politischen Verbrechen und Lügen (z.B. Irak-Krieg) und Geldverschwendungen, die in der Privatwirtschaft schnell zu Schadenersatzklagen geführt hätten, also fast alle Schäden der Allgemeinheit, und seien sie noch so immens, garantiert zu keiner Haftung, schon gar keiner persönlichen ("persönliche Garantie der Griechenlandschulden *smile*) führen.

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Sebastian Böß

Banker + Politiker, dürfen ALLES und machen auch ALLES

Banker und Üolitiker dürfen ales, und machen auch alles. Sie können sich sicher sein, egal wie hoch die Summen sind, mit denen sie den Staat betrogen, bzw. die sie verzockt haben, das maximale, was ihnen blüht ist eine Anklage, s. Mappus, Wulff, Kohl. Es wird kein Politiker oder Banker länger ins Gefängnis wandern.
Gleiches gilt für die Reichen, die Steuern hinterziehen.

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Willkommen in der FAZ, Herr Derman!

Die erste Folge einer Kolumne kann naturgemäßg nicht in Details gehen, sondern skizziert zunächst einmal die Kulisse, vor welcher der Autor später dann ein hoffentlich spannendes Gedankentheater seinen Lauf nehmen läßt.

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Lothar Wölfel

Schade, ich hatte auf Grund der Ankündigung der Kolumne mehr erwartet, als die

Aufzählung problematischer Ereignisse der Zeit und deren Einordnung in ein anti-kapitalistisches Schema.

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Manuel Andreo Garcia

Sehr schön

"Sie versuchen vielmehr herauszufinden, durch welche Ansichten sie wählbar werden könnten, und bemühen sich dann, sich in die Person zu verwandeln, die diese Ansichten vertritt." Und die Beste von allen ist Angela Merkel.

Ich freu mich auf die weiteren Folgen!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.09.2012 09:23 Uhr
Leo Lax
Leo Lax (Leola74) - 02.09.2012 09:23 Uhr

Nein!

der "Beste" nach diesem Schema (in Deutschland) sind Gabriel, Lafontaine, Gisy.

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Prof Georgy Koentges

What do models have to do with these behaviours?

Dear Professor Derman,
I failed to see what models, appropriate or not, have to do with the misbehaviours in past years that you so rightly pointed out? All the aspects you raised can be subsumed under a very simple, common heuristic principle/model: 1.Identify the most interconnected player (network hub), whether it is a company (orn network of banks) or individuals. 2. assume its/his/her maximal greed. And the rest (GS, Assange etc) follows easily and intuitively. I think models become interesting when their outcomes are *non-intuitive*. I guess the key issue regarding the use of models is detemined by what models are used for: 1.to predict trends as statistical phenomena - we look forward to your thoughts on that, or 2. to apposition blame and punishment to particular(ly nasty) network nodes, i.e. companies or individuals. No model could do both, public interest determines the granularity of the models and their underlying assumptions. Does this make sense? Respectfully, G Koentges

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