01.09.2012 · Banken und Konzerne missachten das Recht, Politiker spielen Charaktere, doch sind sie charakterlos, Wähler werden unmündig: Gesellschaftsmodelle bilden die Wirklichkeit nicht mehr ab. Die erste Folge von Emanuel Dermans F.A.Z.-Kolumne.
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Die wenigen starken Sätze wiegen die üblichen linken Klagen und Träumereien nicht auf
Noch einer, der sein Klagelied über den bösen Kapitalismus singt. Gewiss gibt es Machtmissbrauch und Kriminalität im kapitalistischen System, genau wie im Kommunismus, im Sozialismus, im Islam, in den christl. Kirchen, in den Sozialsystemen usw. Ist das jemandem neu? Zugleich ist aber doch wohl auch klar, dass wir Wirtschaft mit Einsatz von Arbeitskraft UND Kapital brauchen, um voranzukommen. Leute wie Mandela, de Klerk und Gorbatschow als Führer gegen die allgemeine Verderbtheit zu empfehlen, zeugt von reichlicher Weltfremdheit. Sicher ist aus ihrem Wirken teils Positives entstanden. Insgesamt waren sie aber doch wohl eher Getriebene, die sich der Folgen ihres Tuns nicht sicher waren. Stark in dem Derman-Essay ist immerhin die Passage von Huxley und Dermans Satz von den Politikern, die herauszufinden versuchen, "durch welche Ansichten sie wählbar werden könnten". Zu Dermans Skepsis gegenüber Modellen: Ob er wohl auch die Modelle von der Klimakatastrophe in Frage stellt? Es wäre schön.
etwas dünn, die Kolumne. Vielleicht habe ich ja die falsche Erwartungshaltung, aber die Beobachtungen sind banal und werden ja nicht mal näher diskutiert. Ich hoffe mal, da kommt ein bisschen Substanz nach.
Mandelas, de Klerks, Gorbatschows ..
als Heilsbringer gegen den modellgestützten Mißbrauch von Gesellschaftsmodellen ? Solche Modellfiguren würden eliminiert, bevor wirksam. Die genannten Herren haben die Wege freigemacht für Liberalisierung, nicht aber für Demokratisierung. Obama hat vorgeführt, wie schnell ihm das Rückgrat rausgerissen wird, um ihm dann öffentlich vorzuwerfen, dass er nicht aufrecht gehen kann. Der Mißbraucher eines jeden Modells sind in dieser Welt stärker. Unwirklicher kann eine Lösungsvorstellung nicht sein.
Herr Derman, wird seit eh und jeh realisiert. Neuere Ereignisse, auf die
Sie zu Recht hinweisen, helfen aber auch unbewältige
Angelegenheiten zu reduzieren oder zu verdrängen. Wenn Sie Deutsche
ansprechen, sollten Sie wissen, dass Sie den Urlaubsweltmeister
ansprechen. Eine wohlhabende Gesellschaft also, eine Gesellschaft die
aber immer noch ein Conterganproblem hat und es nicht fertig bringt sich
um die Opfer im richtigen Masse zu kümmern.
Ich empfehle Ihnen sich einen deutschen Partner zu suchen um auch auf
deutsche Probleme hinzuweisen, Probleme die vor Ort gelöst werden
können.
Es ist das Modell der "Gewaltenteilung", das offenbar nicht funktioniert
In der Demokratie, wie sie Montesquieu oder Popper uns erklärt
haben, sorgen Verfassung und Gewaltenteilung für den Ausgleich der
Kräfte und die Wiederherstellung eines Gleichgewichtes zwischen den
vielen Interessengruppen.
.
Genau das scheint aber in den letzten Jahren gar nicht mehr zu
funktionieren. Die Ungleichgewichte bleiben nicht nur stabil erhalten,
sie werden sogar immer krasser.
.
Ein grosser Teil der Bevölkerung wird von niemandem mehr vertreten,
die Regierungen sind mit den großen Kapitalgesellschaften
verquickt und die Abgeordneten nicken um die Wette, um sich auch
für einen lukrativen Beraterposten in der Wirtschaften zu
qualifizieren. Die Presse? Räuspert sich ab und zu oder erlaubt
sich ein wenig Spott, aber wirklich oppositionell ist sie nicht.
.
Der Ruf nach Politikern "wie Mandela oder Gorbatschow" klingt
haarsträubend naiv wie eine Sonntagrede für amerikanische
Schulklassen.
.
Was wir bräuchten wäre eine Demokratiebewegung.
Bewegung in der Demokratie
Herr Meier, ist bereits an der Tankstelle möglich, kaufen Sie auch
Benzin mit 10 Prozent Demokratiebenzinzusatz? Oder bleiben Sie lieber
beim 100 prozentigen antidemokratischen Benzin?
Wenn wir Eier kaufen denken wir an die Hühner und ihr schönes
oder weniger schönes Leben. Wenn wir andere Güter kaufen
denken wir an die Produktionsarbeiter und ihr schönes
demokratisches Leben IN China, oder eher nicht?
Vielleicht fangen Sie die Demokratiebewegung mit einem Aufkleber an:
ICH TANKE DEMOKRATIESPRIT
Dann wäre da noch das Putingas......!
Es wurden Person und Kolumne zum Thema Modelle als Werkzeuge von Disziplinen angekündigt. Die erste Kolumne handelt aber von Gesellschaftsmodellen. Zu lesen ist das Ganze aber als Anprangerung von Parallelwelten zum Mißbrauch von gesellschaftlichen Modellen aus Gier etc. Diese Mißbraucher bedienen sich - der Komplexität wegen - auch des Handwerkszeugs Modell. Modelle sind uralt und gewöhnlich, sie bekommen durch neue Hilfsmittel nur immer wieder neue Höhenflüge. Die meisten Modellierer verstecken sich gerne hinter der Komplexität, die nur schwer zu erklären sei. Der Ansatz von Herrn Schirrmacher ist - wie immer - interessant. Der terminologische Nebel sollte aber etwas gelichtet werden.
Das Geld wird von den Banken nicht bereit gestellt, sondern erfunden!- Das "Modell" Feudalismus
Zitat: „Banken genießen das Privileg, Kredite zu
gewähren und durch solche Geldschöpfung das für eine
moderne Ökonomie unerlässliche Kapital bereitzustellen.“
Ich denke, genau dieses Privileg der Giralgeldschöpfung gehört
auf den Prüfstand. Der Artikel hätte, anstatt so
leichtfüßig von Skandal zu Skandal zu hüpfen, sich
einmal mit diesem Privileg der Schöpfung von Geld aus dem Nichts
befassen können. Warum, so wäre einmal genauer zu fragen, soll
eine Bank das Recht haben, Geld digital zu „drucken“, um ihr
Luftgeld dann für Zinsen zu verleihen? Warum überhaupt soll
sie mehr Geld fordern dürfen, als nur die Rückzahlung der
erfundenen Kreditsumme? (Von den lächerlichen 5 % Eigenkapital
für dieses Spiel hier einmal abgesehen.)
Für mich ist dieses „Privileg“ der Geldschöpfung
nach Abschaffung von Adel und Leibeigenschaft der moderne Feudalismus.
Es ist leistungsloses Schmarotzertums am gesellschaftlichen Wohlstand,
absolut inkompatibel mit jeder Idee von Wohlstand durch eigene Leistung.
desto geringer die Strafe. Auch bei Kartellverstöße kann man sich freikaufen und bleiben für den einzelnen folgenlos. Anzumerken sei noch, dass auch Verstöße gegen unser höchstes Recht, das Grundgesetzt, prinzipiell straffrei bleiben ebenso wie alle anderen politischen Verbrechen und Lügen (z.B. Irak-Krieg) und Geldverschwendungen, die in der Privatwirtschaft schnell zu Schadenersatzklagen geführt hätten, also fast alle Schäden der Allgemeinheit, und seien sie noch so immens, garantiert zu keiner Haftung, schon gar keiner persönlichen ("persönliche Garantie der Griechenlandschulden *smile*) führen.
Banker + Politiker, dürfen ALLES und machen auch ALLES
Banker und Üolitiker dürfen ales, und machen auch alles. Sie
können sich sicher sein, egal wie hoch die Summen sind, mit denen
sie den Staat betrogen, bzw. die sie verzockt haben, das maximale, was
ihnen blüht ist eine Anklage, s. Mappus, Wulff, Kohl. Es wird kein
Politiker oder Banker länger ins Gefängnis wandern.
Gleiches gilt für die Reichen, die Steuern hinterziehen.
Willkommen in der FAZ, Herr Derman!
Die erste Folge einer Kolumne kann naturgemäßg nicht in Details gehen, sondern skizziert zunächst einmal die Kulisse, vor welcher der Autor später dann ein hoffentlich spannendes Gedankentheater seinen Lauf nehmen läßt.
Schade, ich hatte auf Grund der Ankündigung der Kolumne mehr erwartet, als die
Aufzählung problematischer Ereignisse der Zeit und deren Einordnung in ein anti-kapitalistisches Schema.
"Sie versuchen vielmehr herauszufinden, durch welche Ansichten sie
wählbar werden könnten, und bemühen sich dann, sich in
die Person zu verwandeln, die diese Ansichten vertritt." Und die
Beste von allen ist Angela Merkel.
Ich freu mich auf die weiteren Folgen!
Nein!
der "Beste" nach diesem Schema (in Deutschland) sind Gabriel, Lafontaine, Gisy.
What do models have to do with these behaviours?
Dear Professor Derman,
I failed to see what models, appropriate or not, have to do with the
misbehaviours in past years that you so rightly pointed out? All the
aspects you raised can be subsumed under a very simple, common heuristic
principle/model: 1.Identify the most interconnected player (network
hub), whether it is a company (orn network of banks) or individuals. 2.
assume its/his/her maximal greed. And the rest (GS, Assange etc) follows
easily and intuitively. I think models become interesting when their
outcomes are *non-intuitive*. I guess the key issue regarding the use of
models is detemined by what models are used for: 1.to predict trends as
statistical phenomena - we look forward to your thoughts on that, or 2.
to apposition blame and punishment to particular(ly nasty) network
nodes, i.e. companies or individuals. No model could do both, public
interest determines the granularity of the models and their underlying
assumptions. Does this make sense? Respectfully, G Koentges