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Missverständnisse Zum Verwechseln

09.04.2008 ·  Sehr unangenehm ist es, wenn Männer mit Frauen verwechselt werden oder umgekehrt. Unlängst soll Peter Struck den Schriftsteller Ingo Schulze mit seiner Parteikollegin Andrea Nahles verwechselt haben. Eine Nachforschung.

Von Edo Reents
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Es ist bald zehn Jahre her, dass in einer überregionalen Tageszeitung kurz hintereinander zwei Geburtstagsartikel erschienen, beide zum Siebzigsten, jeweils mit Foto. Zuerst war Walter Kempowski dran, dann Ralf Dahrendorf, und jedem, der auch nur einigermaßen weiß, wie die beiden aussehen, dürfte klar sein, wie die Sache ausging: Der Kempowski-Artikel erschien mit Kempowski-Bild und der Dahrendorf-Artikel auch - und das, obwohl ein Mitarbeiter, wie wir aus sicherer Quelle wissen, noch gescherzt hatte, man möge da ja nichts vertauschen, weil die beiden sich eben so lächerlich ähnlich sähen.

Dass Kempowski inzwischen tot ist, bedeutet keine Garantie dafür, dass sich diese Panne nicht wiederholen kann; denn wenn auch in der Regel nur Lebenden gratuliert wird, so besteht immer noch die Gefahr, dass Lord Dahrendorf wieder ein Kempowski-Bild verpasst bekommt. Und deswegen ergeht von hier aus an die Zeitung, deren Name uns bekannt ist, die gar nicht spöttisch gemeinte Warnung: Achtung! Wenn es so weit ist, am 1. Mai 2009, nicht wieder verwechseln, die Köpfe, im Zweifel lieber zweimal hingucken. Mehr können wir von dieser Stelle aus leider nicht tun.

Ein frisches Gerücht

Sehr unangenehm ist es natürlich, wenn Männer mit Frauen verwechselt werden oder umgekehrt. Ein frisches Gerücht besagt, dass unlängst Peter Struck den Schriftsteller Ingo Schulze mit „Andrea“ angeredet hat („Andrea“ für Andrea Nahles, man duzt sich ja in der SPD). Rein frisurtechnisch ist das denkbar, beide haben lange, schwer zu bändigende, irgendwie fast drahtige Locken. Aber sooo ähnlich sehen sich die beiden auch wieder nicht. Vielleicht hat Struck Schulze nur von hinten gesehen und dann gleich losgerufen: „Hallo, Andrea!“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ein Anruf bei Ingo Schulze ergibt Folgendes: Dessen Mailbox meldet sich mit „Günter Netzer“. Verwirrt, aber dringend bittet man um Rückruf. Eine halbe Stunde später klingelt das Telefon: Es ist Ingo Schulze, und er ist bester Dinge. Die Aufwärmfrage, ob er schon einmal mit Günter Netzer verwechselt worden sei, beantwortet er mit: „Nein, aber ich würde es gerne.“ Warum auch immer, aber das dürfte schwierig werden. Dann die Hauptfrage, die nach dem Gerücht: „Davon weiß ich nichts.“ Ja, dann. Also mal ergoogeln, den Fall. Der erste Artikel steht unter der ansprechend betitelten, aber nicht gerade vertrauenerweckenden Rubrik „Dichtheit und Wahrung“, da steht: „Dass Ingo Schulze genauso aussieht wie Andrea Nahles, das ist ja allgemein bekannt.“ Mehr nicht. Die Frage ist: Woher ist das bekannt? Sachdienliche Hinweise bitte an edo.

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Jahrgang 1965, stellvertretender Leiter des Feuilleton.

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